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Sächsischer Wirtschaftsverband sieht für 2015 eher verhaltene Entwicklung

Sächsischer Wirtschaftsverband sieht für 2015 eher verhaltene Entwicklung

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) erwartet für 2015 eine eher verhaltene Entwicklung der sächsischen Wirtschaft. Nach wie vor bremsten geopolitische Krisen die Konjunktur, sagte VSW-Präsident Bodo Finger in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

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Bodo Finger, Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW). (Archivbild)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Er forderte die Unternehmen auf, Gespräche mit Russland nicht abreißen zu lassen.

Frage: Die Stimmung in der Wirtschaft wurde 2014 wurde vor allem von den Sanktionen gegen Russland überschattet. Wie hart wurden hiesige Unternehmen tatsächlich getroffen?

Antwort: Russland ist für die sächsische Wirtschaft ein wichtiger Markt. Seit 2005 sind die sächsischen Exporte, die vom Fahrzeug- und Maschinenbau dominiert werden, um über 370 Prozent gewachsen. Vor diesem Hintergrund belasten die Wirtschaftssanktionen die Unternehmen stark. Im September sind die Ausfuhren nach Russland um 19 Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen war der größte Wirtschaftszweig, die Metall- und Elektroindustrie. Hier ist ein Rückgang um 25 Prozent zu verzeichnen. Zudem verteuert die Rubelabwertung um 30 Prozent binnen Zweijahresfrist die Ausfuhren.

Frage: Was erwarten die Unternehmen in puncto Sanktionen für 2015?

Antwort: Unsere Unternehmen haben ein großes Interesse daran, dass die angespannte Lage deeskaliert und eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden wird. Die Politik muss alle Chancen zum Dialog nutzen. Die Wirtschaft kann in dieser schwierigen Situation nur insofern einen Beitrag leisten, als sie den Gesprächsfaden mit den russischen Geschäftspartnern nicht abreißen lässt.

Frage: Wie sind die Konjunkturaussichten für das neue Jahr?

Antwort: Angesichts der zahlreichen Unsicherheiten ist eine weiterhin verhaltene Entwicklung der sächsischen Wirtschaft zu erwarten. Neben zahlreichen geopolitischen Krisen belastet die Konjunktur, dass wichtige Märkte in Europa nach wie vor unter den Folgen der Finanzkrise leiden. Auch die Re-Industrialisierung in den USA, die vor allem mit niedrigen Energiekosten punktet, setzt unseren Standort unter Druck.

Frage: Was erhoffen Sie sich von der neuen Landesregierung?

Antwort: Eine zentrale Herausforderung ist das Größenwachstum der Unternehmen. Die Kleinteiligkeit unserer Firmen lässt die Wirtschaftsleistung in Sachsen langsamer wachsen als im deutschen Durchschnitt - mit allen negativen Konsequenzen für die Angleichung des Einkommensniveaus und der Lebensverhältnisse. Hier müssen wir ansetzen. Die Politik ist in der Pflicht, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Das setzt als erstes eine technologie- und branchenoffene Innovationsförderung voraus, um Mittelständlern aller Branchen in allen Regionen einen gleichberechtigen Zugang zur Förderung zu eröffnen. Denn die Unternehmen wissen am besten, in welchen Ideen und Technologien Zukunftschancen stecken.

ZUR PERSON: Der Chemnitzer Maschinenbauunternehmer Bodo Finger (73) ist seit 2007 VSW-Präsident. Im September 2014 wurde er als Präsident wiedergewählt. Die VSW vertritt als Spitzenorganisation der sächsischen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände die Bereiche Bau, Dienstleistung, Handel, Handwerk und Industrie.

dpa

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