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Sächsische Winzer sehen Weinbergspflege als Daueraufgabe im Anbaugebiet

Aufreben Sächsische Winzer sehen Weinbergspflege als Daueraufgabe im Anbaugebiet

Ende der Ruhezeit an der „Weißen Mauer“: Nach einem Jahr Brachezeit hat das Staatsweingut Schloss Wackerbarth die so betitelte Lage bei Diesbar-Seußlitz auf 3,5 Hektar neu aufreben lassen. Rund 12 500 Rebstöcke der Rebsorte Bacchus und weitere 1000 Goldriesling-Rebstöcke wurden in die Erde gebracht

Jungwinzer Henrik Weber hat am Proschwitzer Katzensprung Burgunder-Sorten aufgerebt.

Quelle: Lars Müller

Meißen. Ende der Ruhezeit an der „Weißen Mauer“: Nach einem Jahr Brachezeit hat das Staatsweingut Schloss Wackerbarth die so betitelte Lage bei Diesbar-Seußlitz auf 3,5 Hektar neu aufreben lassen. Rund 12 500 Rebstöcke der Rebsorte Bacchus und weitere 1000 Goldriesling-Rebstöcke hat eine Pflanzmaschine des Würzburger Unternehmens Florian Hofmann GmbH in die Erde gebracht – und das dank GPS-Steuerung und Automatisierung so genau und schnell, wie es kein Winzer von Hand schafft. Drei Jahre dauert es nun, bis die jungen Rebstöcke das erste Mal einen nennenswerten Ertrag liefern.

Dennoch lohnt sich das Aufreben fürs Weingut. Nach 25 bis 30 Jahren sollten man eine Rebanlage erneuern, erläutert Roy Paul, Wackerbarth-Teamleiter in Diesbar-Seußlitz. Dann sinkt so langsam der von den Pflanzen gelieferte Ertrag. Zwar lassen Weingüter in besonderen Prestigelagen auch ältere Weinstöcke stehen, die dann weniger, aber besonders charakteristischen Wein liefern. Bei Wackerbarth ist die „Edition 1950“ dafür ein Beispiel, also Wein, den mehr als 60 Jahre alte Rebpflanzen am Goldenen Wagen liefern. In der Regel wird aber auf Ertrag und damit Wirtschaftlichkeit geachtet.

Das gilt an der „Weißen Wand“, eine zur etwa 90 Hektar großen Seußlitzer Heinrichsburg gehördenen Teillage in besonderer Weise. 1970 war die Fläche dort noch Ackerland, ehe sie zum Weinberg umgewandelt wurde. Dabei kamen etwa schwere und völlig unpraktische Betonpfosten zum Einsatz, die in der DDR-Produktion eigentlich als Zaunspfosten gedacht waren. Künftig wird sich der Draht, an dem die Pflanzen wachsen, leichter spannen lassen. Außerdem waren die Zeilen für heutige Verhältnisse viel zu weit voneinander entfernt. Das hat einen einfachen Grund: DDR-Traktor waren meist 3,50 Meter breit, so viel Platz musste man damals lassen. Heute genügen 2,50 Meter, weshalb sich auf der gleichen Fläche mehr Rebstöcke anpflanzen lassen. „Für uns ist die Sanierung unserer Rebanlagen ähnlich wie die Erneuerung der Trockenmauern eine stetige Aufgabe“, sagt Wackerbarth-Sprecher Martin Junge.

Wackerbarth ist aber nicht das einzige Weingut, das in diesem Jahr aufgerebt hat. So hat das Schloss Proschwitz in diesem Jahr insgesamt drei Hektar neu gepflanzt - zur Hälfte mit Weiß- und zur Hälfte mit Grauburgunder. Auch hier wurden ältere Rebflächen erneuert, waren ein Jahr lang mit einer Grün- und Blühmischung zur Verbesserung der Bodenqualität bestückt. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Weinberg in Proschwitz im Rahmen derselben Umstrukturierung schon 1,4 Hektar Roter Elbling neu aufgerebt. Damit sei die rechte Seite des Proschwitzer Weinberges mit dem überregional bekannten Ausblick auf die Meißner Altstadt mit Burgberg wieder komplett bestockt, sagte Unternehmenssprecherin Alexandra Prinzessin zur Lippe.

Außenbetriebsleiter Walter Beck hatte unlängst angekündigt, dass Sachsens größtes private Weingut auch in den kommenden Jahren Teile seiner 98,6 Hektar Rebfläche verjüngen wird. Einige Anlagen stammten ebenfalls noch aus DDR-Beständen. Bei den Rebsorten werde man sich vom Dunkelfelder, der nur als Verschnittwein genutzt wurde, komplett trennen. Ob völlig neue Sorten gepflanzt werden, wolle man noch prüfen. Chardonnay könnte demnach eine Option sein.

Ganz in der Nähe hat ein Jungwinzer mit dem Aufreben von rund einem Hektar in der Lage Proschwitzer Katzensprung begonnen: Auf einer zuvor brach liegenden Fläche pflanzt Winzer und Oenologe Hendrik Weber seit Monatsbeginn mehrere Burgunder-Sorten. Der 28-Jährige ist hauptberuflich Kellermeister im Coswiger Weingut Matyas, plant aber im Nebenerwerb auch eigene Sekte herzustellen. Mit dem Pflanzen will er in diesen Tagen fertig sein.

Von Uwe Hofmann und Lars Müller

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