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Sächsische Dampfschiffahrt startet neue Themenfahrt mit Winzern

Aktion Sächsische Dampfschiffahrt startet neue Themenfahrt mit Winzern

Tagtäglich ziehen die historischen Schaufelraddampfer und die beiden modernen Salonschiffe auf der Elbe an den sächsischen Weinbergen zwischen Diesbar-Seußlitz und Pirna vorbei. Am Wochenende hat die Sächsische Dampfschiffahrt erstmals eine Themenfahrt angeboten, bei der die Weine von ebendiesen Hängen im Mittelpunkt standen.

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Konrad Scheebaum, Matthias Schuh, Felix Wolf und Jens Pietzonka haben nach der Tour auf die gelungene Premiere von „Winzer an Bord“ angestoßen.
 

Quelle: Lars Müller

Pirna/Radebeul.  Tagtäglich ziehen die historischen Schaufelraddampfer und die beiden modernen Salonschiffe auf der Elbe an den sächsischen Weinbergen zwischen Diesbar-Seußlitz und Pirna vorbei. Am Wochenende hat die Sächsische Dampfschiffahrt erstmals eine Themenfahrt angeboten, bei der die Weine von ebendiesen Hängen im Mittelpunkt standen. „Winzer an Bord“ lautete das Motto. Bei der Premierenfahrt waren Vertreter des Staatweingutes Schloss Wackerbarth, des Weingutes Schloss Proschwitz und vom Weingut Schuh auf dem Personendampfer „Leipzig“ dabei und präsentierten am Samstagabend knapp dreieinhalb Stunden lang den rund 130 Gästen ausgewählte Weine. Dazu gab es von der Schiffsgastronomie Elbezeit ein auf einen Weinabend fein abgestimmtes Menü.

Damit es wirklich ein vinophiles Erlebnis wird, hat die Sächsische Dampfschiffahrt den Betreiber der Weinzentrale aus der Neustadt, Jens Pietzonka, ins Boot geholt. Der wohl bekannteste Sommelier Dresdens, mehrfach ausgezeichnet, wollte nach eigenen Angaben mit der Auswahl der Weingüter die „Vielfalt sächsischer Weine“ präsentieren. Das ist ihm auch gelungen: Mit Konrad Scheerbaum, Chefverkoster vom Staatsweingut, Felix Wolf, dem noch recht neuen Vertriebsleiter von Sachsens größtem Privatweingut Schloss Proschwitz und Matthias Schuh, dem frisch gebackenen Betriebsleiter aus dem Sörnewitzer Familienweingut Schuh, haben drei ausgewiesene Weinexperten ausgeschenkt. Sie stehen mit Leidenschaft für die Weine ihrer Güter und harmonierten auch noch untereinander – in Sachsens Weinbranche durchaus keine Selbstverständlichkeit. Jens Pietzonka gab den Kurs dann auch gleich beim Ablegen vor: „Wir haben heute mehr Weinflaschen als Rettungswesten an Bord“, sagte er. Und das trotz anhaltenden Niedrigwassers. Das kam bei den Gästen genauso gut an, wie die kleinen Weinproben und die lockeren Gespräche mit den Gesandten der Weingüter. Die Ausflügler konnten wählen zwischen einem sächsischen Schieler (Rotling aus Dornfelder und Kerner) sowie Grauburgunder, Scheurebe, Spätburgunder, einer speziell für Dampfschiffahrt kreierten Cuvée aus Riesling, Scheurebe und Müller-Thurgau oder dem inzwischen recht bekannten Sekt „Dresdner Engel“, in dem deutsche zugekaufte und eigene sächsische Trauben von Wackerbarth verarbeitet sind. Während die Cuvée und der Sekt regulär bei den Linienfahrten auf der Karte stehen, wurden die übrigen Weine erstmals an Bord serviert. Die Scheurebe und der Schieler kamen augenscheinlich besonders gut an. Die Winzer heimsten dafür Lob und Anerkennung ein.

Das Publikum war bunt gemischt, die Sächsische Dampfschiffahrt hatte die besondere Themenfahrt eher beiläufig beworben. An Bord war eine Busreisegruppe aus Norddeutschland, die am Nachmittag schon das Staatsweingut besucht hatten und nach der Schifffahrt dann wirklich einen sehr guten Überblick über sächsische Weine und Sekt erhalten hatte. Familie Zettlitzer aus Mittweida wiederum hatte die Tour geschenkt bekommen und fand die Fahrt durch das abendlich illuminierte Dresden hinaus nach Pillnitz und wieder zurück „einfach super“. Genau dieselben Worte wählte ein Ehepaar aus Dresden, nach ihren Eindrücken gefragt. Auch sie hatten den Ausflug geschenkt bekommen. Und sie haben neue regionale Weine entdeckt, was die Winzer freute.

Weinverkostungen an Bord sind übrigens nicht ganz neu, erinnerte sich Wackerbarth-Chefverkoster Konrad Scheerbaum. Er selbst hat schon in der DDR auf den Fahrgastschiffen der Weißen Flotte den Gästen seinerzeit fachkundig Weine vorgestellt. Damals seien allerdings nur Weine aus den Bruderländern des Ostblocks ausgeschenkt worden. Meißner Wein war für das breite Publikum beinahe unerreichbar und eine Art Währung im Arbeiter- und Bauernstaat, die zu anderer Bückware oder begehrten Dienstleistungen etwa beim Hausbau verhalf.

Jens Pietzkonka zog eine positive Bilanz, als der Personendampfer „Leipzig“ kurz nach 23 Uhr wieder am Terrassenufer festmachte. „Die Premiere ist gelungen.“ Zugleich wird er der Dampfschiffahrt einige Ideen zum Nachbessern liefern. Ein Problem: die Termine im September. Diese kollidieren mit regionalen Weinfesten und mit der Lesezeit der Trauben, in der sich kaum ein Winzer einen ganzen Abend für eine Schifffahrt freischaufeln kann. Zudem sei es auch reizvoller, wenn beispielsweise an einem Sommerabend Ende Juni oder Juli die Weinberge noch im Sonnenuntergang vorbeiziehen, hieß es. Am Sonnabend war gerade noch Dinglingers Weinberg in der Dämmerung zu erkennen. Von der Sächsischen Dampfschiffahrt hieß es, man wolle das Angebot in jedem Fall beibehalten. „Weinliebhaber aus Dresden und Umgebung sowie Touristen, die sächsische Weine kennenlernen möchten“, sollen mit der Themenfahrt angesprochen werden. Für den 17. September ist eine zweite Fahrt geplant. Für 2017 stehen auch schon wieder zwei „Winzerfahrten“ auf dem Programm – bisher beide noch im September.

Von Lars Müller

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