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Sächsische Betriebe suchen händeringend nach Lehrlingen

Azubi-Mangel Sächsische Betriebe suchen händeringend nach Lehrlingen

Den sächsischen Handwerksbetrieben mangelt es an Auszubildenden. Laut einer Mitteilung der Arbeitsagentur blieben allein in Sachsen im Jahr 2015 etwa 1700 Ausbildungsstellen unbesetzt. Der Mangel an Azubis gefährdet dabei auch die Existenz vieler Betriebe.

Auch auf Berufsmessen werben Unternehmen neue Lehrlinge.

Quelle: Andreas Döring

Dresden. Den sächsischen Handwerksbetrieben mangelt es an Auszubildenden. Laut einer Mitteilung der Arbeitsagentur blieben allein in Sachsen im Jahr 2015 etwa 1700 Ausbildungsstellen unbesetzt. Der Mangel an Azubis gefährdet dabei auch die Existenz vieler Betriebe. „Das können wir uns im Zuge der steigenden Fachkräftebedarfe nicht mehr leisten“, sagt Regine Schmalhorst, Vizechefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Rein rechnerisch kommt auf jeden der über 10.600 Jugendlichen, die noch eine Ausbildung suchen, mit 10.800 freien Ausbildungsstellen mindestens ein Ausbildungsplatz. Dennoch sind mit mehr als fünf freien Stellen pro Bewerber einige Gewerbe wie zum Beispiel Fleischereifachverkäufer, Beton- und Stahlbetonbauer oder Fachmann für Systemgastronomie besonders betroffen.

Sieghard Beeg, Inhaber eines Licht- und Sonnenschutzbetriebes in Triebischtal, erhält seit 2014 keine Bewerbungen mehr für eine Ausbildungsstelle zum Rolladen- und Sonnenschutzmechaniker. Er kann sich den Mangel an Auszubildenden nicht erklären. Die ländliche Lage seines Betriebes könne nicht der alleinige Grund für die fehlenden Lehrlinge sein. „Auch städtische Betriebe aus meiner Branche haben dieses Problem“, so Beeg. Mit Hilfe der Handwerkskammer Dresden versucht er nun wenigstens einen Lehrling für das kommende Ausbildungsjahr einzustellen. So wird er unter anderem im Rahmen der Veranstaltung „Handwerk im Centrum“ am 18. Juni in der Centrum Galerie Dresden zusammen mit etwa 20 anderen Betrieben für seine Branche werben.

Auch Kerstin Liebstein vom Biohof „Vorwerk Podemus“ sucht händeringend nach Auszubildenden. Von etwa 20 Ausbildungsstellen, die für die Berufe Fleischereifachverkäufer und Einzelhandelskaufmann zu Verfügung stehen, konnten bislang nur zwei besetzt werden. Liebstein sieht vor allem die geburtenschwachen Jahrgänge als Ursache für den Bewerbermangel. Dennoch hätte es in letzter Zeit auch öfter Probleme mit Bewerbern gegeben. „Immer häufiger legen Bewerber schlechtes Benehmen an den Tag. Außerdem haben inzwischen viele Jugendliche Probleme, sich grammatikalisch richtig auszudrücken“, beklagt sich Liebstein. Wegen des Kundenkontakts in diesem Beruf sei das ein Ausschlusskriterium. Um die schlechte Situation zu meistern, versucht Liebstein nun über die sozialen Netzwerke, Ausbildungsmessen oder ein unkonventionelles „Azubi-Speed-Dating“ in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) neue Lehrlinge zu werben.

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) könnten junge Flüchtlinge den Betrieben Abhilfe schaffen. Diese seien jung und motiviert, woraus sich den Ausbildungsbetrieben in Sachsen neue Potenziale erschlössen. Für Kerstin Liebstein ist es denkbar, mittelfristig auch Asylbewerber als Azubis einzustellen, sofern sie die deutsche Sprache verhandlungssicher beherrschen. Das sei auch eine Chance für die Flüchtlinge, sich besser zu integrieren. Auch Sieghard Beeg kann sich vorstellen, Asylbewerber einzustellen, wenn diese Deutsch sprechen können. Allerdings befürchtet er, dass die Weiterbildung der Flüchtlinge zu lange dauert. Er möchte in fünf Jahren in Rente gehen. Wenn bis dahin kein Nachwuchs in Aussicht ist, wird sein Betrieb künftig nicht mehr existieren.

Von Philipp Burkhardt

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