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Sächsische Aronia-Ernte gestartet - Coswiger Sträucher haben Hochwasser besser verkraftet als erwartet

Sächsische Aronia-Ernte gestartet - Coswiger Sträucher haben Hochwasser besser verkraftet als erwartet

Auf Deutschlands größter Aronia-Plantage in Coswig hat gestern die Ernte begonnen. Trotz immenser Schäden infolge der Juni-Flut gab es dort allerdings überwiegend zufriedene Gesichter.

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Sachsens Blütenkönigin Theresa Friedrich aus Dresden probierte Aroniabeeren.

Quelle: Stephan Klingbeil

"Wie sich in den vergangenen Wochen herausstellte, hat die Aronia das Hochwasser gut verkraftet", sagt Michael Görnitz von der Obstbau GbR in Coswig. Einige der Sträucher auf der rund 370 000 Quadratmeter großen Anbaufläche am Elberadweg im Ortsteil Brockwitz tragen bereits wieder Früchte. Und das, obwohl die Aronia-Sträucher im Juni komplett unter Wasser gestanden hatten.

Dem Familienbetrieb seien bei der Flut Schäden über 500 000 Euro entstanden. Daher koste das Kilo für Selbstpflücker nun auch 2,80 Euro - 80 Cent mehr als im vorigen Jahr. Dies sei den Ernteausfällen geschuldet, sagt Görnitz. Er rechnet jetzt in den elbnahen Aronia-Flächen mit Ernteausfällen von bis zu 90 Prozent. Statt 250 Tonnen werden in dieser Saison bis Mitte September auf allen Flächen wohl nur rund 70 Tonnen gepflückt, schätzt der 27-Jährige.

Doch anders als bei Sauerkirschbäumen und Quitten der Coswiger müssten die widerstandsfähigeren Aronia-Sträucher am Elbufer nicht gerodet werden. Sie hätten sich schneller erholt, als erwartet und würden in den Folgejahren erneut Beeren tragen. Untersuchungen des Bio-Betriebs in den überfluteten Anbaugebieten hätten außerdem keine Schadstoffe nachweisen können. "Die Ernte fällt zwar niedriger aus, aber die Beerenqualität stimmt", betont Görnitz.

Darüber hinaus besitzt der Betrieb noch 255 000 Quadratmeter zusätzliche Aronia-Flächen im höher gelegenen Meißner Stadtteil Zaschendorf. Von dort stammen auch die Beeren, die die "Aronia Orignal Naturprodukte GmbH" in ihren 40 Produkten weiter verarbeitet. Zu deren Aronia-Sortiment gehören Direktsaft, Kosmetik, Bratwürste und Süßes. Die Dresdner sind Exklusivpartner des in Neusörnewitz angesiedelten Betriebs. Seit 1976 bauen sie in Coswig Aronia an und belieferten bis zur Wende die Lebensmittelkonzerne Haribo und Schwartau in der BRD, die wiederum den Farbstoff der Aronia nutzten.

Mittlerweile haben viele erkannt, dass Aronia auch anders genutzt werden kann. Das Geschäft mit der auch als Apfelbeere bekannten, aus Nordamerika stammenden Frucht boomt. Ihr wird wegen ihres hohen Gehalts zellschutz-unterstützender Stoffen eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Das schätzt auch der frühere Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog, der gestern zum Erntestart nach Coswig gereist war. Vor seinem Hotel in Oberwiesental hat er 40 Sträucher gepflanzt. Gästen bietet der 49-Jähige Müsli, Weizenbier, Saft und Eierkuchen mit den Beeren an.

Laut Jörg Holzmüller, dem Chef von "Aronia Original", ist die Beere immer beliebter. Daher sollen noch mehr Flächen mit den Sträuchern bepflanzt werden. Görnitz plant so etwa bereits, weitere 100 000 Quadratmeter in Elbnähe für den Anbau der widerstandsfähigeren Aronia zu nutzen. Selber pflücken kann man die Beeren in Zaschendorf von heute bis Sonntag, jeweils von 7 bis 19 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.08.2013

Stephan Klingbeil

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