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Sachsens Spargelbauern stehen in den Startlöchern

Sachsens Spargelbauern stehen in den Startlöchern

Auf den sandigen Feldern im Elbtal liegen seit Wochen schon Folien, die Furchen auf den Spargelanlagen sind längst gezogen. Trotzdem müssen sich die Feinschmecker noch etwas gedulden, bevor sächsischer Spargel gestochen wird.

Die Nächte sind noch zu kalt.

Für den Obsthof Ibisch aus Blattersleben bei Diesbar-Seußlitz ist Spargel neben Äpfeln und Erdbeeren eines der drei wichtigsten Standbeine. Der Familienbetrieb kultiviert das Stangengemüse auf 2,5 Hektar, will demnächst die Fläche auf drei Hektar erweitern. Zwar liegt Folie auf den sandigen Flächen rund um den Obsthof, um die Erde bei Sonne zu erwärmen, allerdings brauchen Freunde einheimischen Spargels noch etwa drei Wochen Geduld, schätzt Geschäftsführerin Birgit Ibisch. Sie geht davon aus, dass der erste einheimische Spargel in diesem Jahr erst nach Ostern gestochen werden kann. Der Spargelanbau erfolgt in dem Familienbetrieb unter Regie von Juniorchef Martin Ibisch. Einen Ertrag von vier bis fünf Tonnen je Hektar streben die Ibischs an. Derzeit wird ein Teil der Spargelfelder verjüngt, etwa sieben Jahre lang bringe Spargel wirtschaftlichen Ertrag, sagt der Gartenbaufachmann. Verkauft wird der frische Spargel dann überwiegend ab Hof sowie auf Märkten in Großenhain, Meißen, Riesa und Elsterwerda. Der kleine Betrieb profitiert davon, dass immer mehr Verbraucher auf regionale Erzeugnisse setzen und bereit sind, für Frische und Qualität auch einmal tiefer in die Tasche zu greifen.

Steigende Spargelpreise erwartet Roland Naumann, Mitinhaber der Agrar GbR Naundörfel bei Diera-Zehren. Konkret benennen könne man den Preis aber nicht, da dieser von Tag zu Tag entsprechend des Angebots festgelegt werde. Der Ackerbaubetrieb hat Spargel auf rund zehn Hektar Fläche stehen. Insbesondere der Mindestlohn sorge für hohe Kosten bei den Landwirten. Naumann rechnet mit einem Erntebeginn um den 10. April. Das Ostergeschäft würden die Restaurants entlang der Sächsischen Weinstraße wohl mit auswärtigem Edelgemüse bestreiten müssen. Obwohl auch die Naundörfeler Landwirte ihre Spargelfelder schon seit Februar teils mit mehreren Lagen Folie abgedeckt haben, reichen die Temperaturen derzeit noch nicht aus, damit der Spargel treibt. Zehn bis zwölf Grad konstante Bodentemperatur seien dafür nötig. Tagsüber wird das Erdreich unter der schwarzen Folie zwar kräftig erhitzt, allerdings sinken die Nachttemperaturen noch regelmäßig in den Frostbereich ab. Ohne Folie würde Spargel frühestens Anfang Mai hierzulande erntereif, gibt Naumann zu bedenken. Wird der Spargel dann aber frisch gestochen, kämen die Kunden aus Leipzig, Chemnitz oder Dippoldiswalde, um sich im Elbtal frische Stangen zu holen. Naumann verweist auf den touristischen Effekt: Viele verbinden den Einkauf des Edelgemüses mit einem Ausflug zu Winzern an der Sächsischen Weinstraße.

Holger Schön vom Sächsischen Spargelverband sagt, der durchschnittliche Erntebeginn in Sachsen habe sich im Freiland unter Folie in den vergangenen Jahren etwa vom 22. April auf den 15. April verschoben. Auch der Verband, dem 17 Betriebe angehören, erwartet mit Verweis auf den Mindestlohn für die Spargelstecher steigende Preise.

Laut Gemüseerhebung des Statistischen Landesamtes wurden im vergangenen Jahr fast 930 Tonnen Spargel auf einer Ertragsfläche von rund 210 Hektar geerntet. Mit Junganlagen steht Spargel in Sachsen auf knapp 320 Hektar. Damit machen die bleichen Stangen neun Prozent des Freilandgemüseanbaus im Freistaat aus. Trotz leicht steigender Anbaufläche in den vergangenen Jahren rechnet der Spargelverband künftig mit stagnierender oder leicht rückläufiger Fläche, sollten die Kosten weiter steigen. Verbandschef Schöne betont, dass es übrigens durchaus möglich wäre, noch vor Ostern sächsischen Spargel zu stechen: Einige wenige Betriebe bauten das Edelgemüse im Gewächshaus oder unter beheizter Folie an, so der Experte. Eines ist indes sicher: Am 24. Juni endet wie in jedem Jahr die Spargelsaison in Sachsen. Dann dürfen die Pflanzen endlich austreiben und Kraft fürs nächste Jahr sammeln.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.03.2015

Lars Müller

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