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Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth besucht Migranten im Freitaler Beruflichen Schulzentrum

"Haben Sie Geduld" Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth besucht Migranten im Freitaler Beruflichen Schulzentrum

Derzeit erlernen 64 junge Frauen und Männer im Alter zwischen 17 und 27 Jahren im Freitaler Berufsschulzentrum "Otto Lilienthal" in sogenannten Vorbereitungsklassen mit berufspraktischen Aspekten die deutsche Sprache.

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Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (l.) machte sich gestern selbst ein Bild davon, wie Lehrerin Astrid Ebert 64 jungen Frauen und Männern im Alter zwischen 17 und 27 Jahren die deutsche Sprache lehrt.

Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel

Freital. Derzeit erlernen 64 junge Frauen und Männer im Alter zwischen 17 und 27 Jahren im Freitaler Berufsschulzentrum "Otto Lilienthal" in sogenannten Vorbereitungsklassen mit berufspraktischen Aspekten die deutsche Sprache. Die Herkunftsländer der Schüler sind Eritrea, Syrien, Afghanistan, Tunesien, Irak, Iran, Pakistan, Albanien, Marokko, Kuba und Libyen. Je nachdem, wie schnell sie die deutsche Sprache beherrschen, sollen die jungen Leute in den Schulbetrieb integriert werden. Danach können sie eine Berufsausbildung oder ein Studium absolvieren. Gestern besuchte Sachsens Kultusministerium Brunhild Kurth (CDU) gemeinsam mit der Referentin für Migration, Gabriele Weber, eine der drei Freitaler Sprachlernklassen und stellte sich bei dieser Gelegenheit den Fragen der Migranten.

Astrid Ebert unterrichtet gern in dieser Klasse, die Schüler sind hochmotiviert und lieben sie. "Sie ist super", lobt der Libanese Seraj Bakar seine Lehrerin und weiß dabei die Mehrheit seiner Mitschüler hinter sich. Und das, obwohl die Oberschul- und Berufsschullehrerin gleichzeitig auch streng sein kann. Sie verlangt von ihren Schülern beispielsweise Pünktlichkeit sowie Disziplin beim Lernen. Das ist aus ihrer Sicht vor allem für die 27 Eritreer besonders schwer.

Viele von ihnen kommen aus sogenannten Sitzschulen, in denen sie mit weiteren 59 Mitschülern auf Boden-Kissen sitzend lediglich fünf bis sechs Jahre dem Unterricht gefolgt waren. Nur rund 20 Prozent nutzen in Eritrea weiterführende Ausbildungen. "Solchen Schülern fällt das Deklinieren von Substantiven, Adjektiven und Pronomen in der richtigen Reihenfolge besonders schwer und natürlich auch das regelmäßige und pünktliche Erscheinen beim Unterricht", weiß die erfahrene Lehrerin, die dieses Problem aber inzwischen im Griff hat.

Doch es gibt auch andere Schüler, wie den 20-jährigen lernbegierigen Mohammed Teham, der in seiner Heimat Syrien noch das Abitur gemacht hat und nach rund 13 Monaten in Deutschland bereits sehr gut Deutsch spricht. Mohammed macht vor allem die Arbeit in der zum Schulzentrum gehörenden Tischlerwerkstatt Spaß, wenngleich sein Ziel ein technisches Studium ist. Mohammed floh aus seiner völlig zerstörten Heimatstadt. Ein Teil seiner Familie lebt inzwischen in der Türkei, er selbst wohnt mit seinem Bruder und dessen Frau in Freital.

Andere in der Klasse wollen Automechaniker werden oder wie Alaa, die einzige Frau in der Klasse, den Beruf einer Zahntechnikerin erlernen. Und es gibt Migranten, die verfügen bereits über einen Studienabschluss, können den aber nicht nachweisen oder bekommen ihn nicht anerkannt. So einer ist der 26-jährige Seraj Bakar aus Libyen. Er sei Ingenieur und solle nun eine Ausbildung machen.

Nach einem kurzen Unterrichts-Intermezzo stellt sich Kultusministerin Brunhild Kurth den Fragen der Klasse. Eine davon war, warum sie nicht neben der Schule arbeiten dürften. Sie würden gern auf ihr Taschengeld verzichten und es selbst erarbeiten. Doch diesem Ansinnen erklärte die Ministerin eine klare Abfuhr. "Haben sie Geduld, lernen sie Deutsch, machen sie eine Ausbildung oder ein Studium. Bildung ist in Deutschland sehr wichtig. Sie brauchen eine gute Qualifikation, dann verdienen sie auch mehr Geld", gibt sie den Migranten mit auf den Weg. Zugleich versichert sie ihren Zuhörern, dass sie - mit der entsprechenden Ausbildung - im sächsischen Handwerk und in der Wirtschaft gebraucht würden.

Die Sprachlernklassen (DaZ-Klassen) mit dem Ziel, Deutsch als Zweitsprache zu erlernen, gibt es bereits seit 2004 am Berufsschulzentrum. Die Schüler haben zwei Jahre Zeit für den Erwerb ihrer Deutschkenntnisse.

Kerstin Ardelt-Klügel

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