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SBF drängt freie Kursangebote aus Radebeuler Sportstätten

Wirtschaftliche Gründe SBF drängt freie Kursangebote aus Radebeuler Sportstätten

So ganz wohl wird dem Oberbürgermeister da wohl nicht zumute gewesen sein: Etwa 40 teils aufgebrachte Damen haben OB Bert Wendsche (parteilos) im Rathaus einen Besuch abgestattet. So viele, dass er sie nicht in seinem Amtszimmer, sondern auf dem Flur empfangen musste und dort alle Mühe hatte, zu Wort zu kommen.

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Vor dem Rathaussturm: Etwa 40 Teilnehmerinnen von Aqua-Kursen der Trainerin Ines Petzold wollten vom OB wissen, was sie vom kurzfristig erklärten Ende des Angebots halten sollen.

Quelle: privat

Radebeul. So ganz wohl wird dem Oberbürgermeister da wohl nicht zumute gewesen sein: Etwa 40 teils aufgebrachte Damen haben OB Bert Wendsche (parteilos) im Rathaus einen Besuch abgestattet. So viele, dass er sie nicht in seinem Amtszimmer, sondern auf dem Flur empfangen musste und dort alle Mühe hatte, zu Wort zu kommen. Grund für die Aufregung: Umstrukturierungen im städtischen Unternehmen Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH (SBF), denen die Aquatrainingkurse von Ines Petzold zum Opfer fallen. Die Trainerin hat vor 14 Jahren das Angebot in der SBF-Schwimmhalle an der Richard-Wagner-Straße etabliert und unterrichtete zuletzt etwa 80 Frauen in drei Kursen. Drei Tage vor Schulferienbeginn habe sie erfahren, dass es nach der ferienbedingten Schließzeit der Halle für sie nicht mehr weiter geht. „So geht das doch nicht, das ist doch viel zu kurzfristig“, sagt Gabriele Poppitz, eine der 40 Damen, die ihren Unmut im Rathaus Luft machten. OB Wendsche hat versprochen, in der Sache noch einmal zu vermitteln.

„Es geht um wirtschaftliche Überlegungen, das kann ich verstehen“, sagt die Trainerin Petzold. Nur dass man mit ihr nicht einmal über neue Preise verhandelt habe, sondern sie nach ihrem Verlängerungsantrag im April erst lange hingehalten habe, dann eine mündliche Zusage gegeben und die dann zurückgenommen habe, das könne sie nicht nachvollziehen. Fast scheint es so, als betrübe sie der Umgang mit ihr mehr als das Aus. Die Schuld daran gibt sie Titus Reime, der seit der überraschenden Demission des langjährigen SBF-Chefs Bernd Willomitzer vor einem Jahr gemeinsam mit Rechts- und Ordnungsamtschef Michael Karlshaus die Geschäfte im Bäderbetrieb führt.

Der entschuldigt die lange Zeit, in der man Petzold im Unklaren gelassen habe, mit verwaltungstechnischen Gründen. Schwimmhallenzeiten seien eben umkämpft, weshalb es eine klare Rangfolge gebe. „Zuerst das Schulschwimmen, dann der Vereinssport, danach das freie Schwimmen und erst dann die Kurse“, sagt Reime. Auch wenn Petzold schon im April um die Verlängerung ihrer Kurszeiten gebeten habe, habe man die Meldungen der bevorrechtigten Schwimmhallennutzer abwarten müssen. Hinzu sei die Erkrankung eines Mitarbeiters gekommen.

„An den Schwimmhallenzeiten könne es nicht liegen, da gibt es noch freie Stellen“, hält Petzold entgegen. Und auch SBF-Chef Reime sagt, dass das Aus andere Gründe hat. Die Schwimmhalle mache jährlich ein Minus von etwa 380 000 Euro, um Investitionen zu erwirtschaften, müsse man die Einnahmesituation verbessern. Er gehe zwar nicht davon aus, dass der städtische Zuschuss von jährlich 1,175 Millionen Euro an den SBF gekürzt werde, „aber die Halle ist an die 30 Jahre alt – wir müssen an die Zukunft denken“, wie Reime sagt. Dazu sollen auch die Kurse in der Schwimmhalle beitragen. „Da haben wir schon welche im Angebot, die sich nicht rentieren. Und die, die sich rentieren, werden allesamt von freien Trainern abgehalten“, sagt Reime.

Mit dem Aus für Petzold will der SBF also das eigene Angebot stärken. Davon sind übrigens auch andere Kurse betroffen, auch sogenannte Trockenkurse im Freizeitzentrum Krokofit. Nicht nur die Aquatraining-Damen müssen sich also auf Wechsel einstellen, sie scheinen nur stärker als andere an ihrer Trainerin zu hängen. „Wir haben schon Vertretungen gehabt, das kann man in der Qualität nicht vergleichen“, sagt Poppitz. Offen, ob die 80 Damen die ab August angebotenen SBF-Kurse annehmen werden.

Für Petzold ist besonders bitter, dass sie selbst die SBF-Mitarbeiter geschult hat. Kostenlos, wie sie sagt. Ihr Versuch, mit Aquakursen anderswo Hallenzeiten zu bekommen, ist bisher fehlgeschlagen. Für sie scheint das Aus nach 14 Jahren endgültig, auch wenn nach der Intervention des OBs am Freitag noch einmal beraten werden soll. „Wir wollen in allen Kursen für eine einheitliche Qualität sorgen“, sagt SBF-Chef Reime zu seinen Gründen. Da ist für private Kurse wenig Platz.

Von Uwe Hofmann

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