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Russisches Roulette: Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung im Müglitztal

Russisches Roulette: Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung im Müglitztal

Ganz banale Dinge können katastrophale Folgen haben. Falk J. und seine Frau fuhren am 29. August 2010 mit ihrem Wohnmobil ins Müglitztal, um dort Pilze zu suchen.

Zuvor wollten sie noch leere Flaschen im Glascontainer entsorgen. Dies hatten sie dann vergessen und drehten deshalb noch mal um. Falk J. beging dabei einen verhängnisvollen Fehler. Er wendete mit dem Wohnmobil auf einem schmalen Schotterstreifen an einer Straße bei Weesenstein und übersah dabei den Motorradfahrer Andreas K. Als der 32-Jährige das Wohnmobil, dass die Straße blockierte, bemerkte, bremste er, um die Kollision zu verhindern. Er stürzte und rutsche unter das Wohnmobil. Der Mann starb an der Unfallstelle.

Das Amtsgericht Pirna hatte Falk J. wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem durfte er drei Monate kein Fahrzeug führen. Der 46-Jährige ging in Berufung, die jetzt am Dresdner Landgericht verhandelt wurde.

Falk J. ist davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. "Ich habe gehalten und nach links geschaut, da war nichts, dann nach rechts, da kaum auch keiner und dann bin ich losgefahren", erzählte er mit tragender Stimme. "Ich war schon fast auf meiner Spur, da knallte es und wir wurden fast ausgehoben.Ich habe das Motorrad vorher nicht gesehen". Andreas K., der mit seinem Motorrad aus einer Kurve kam, konnte sehr spät sehen, dass dort ein Wohnmobil wendet und die Straße blockierte. Sein Bremsen kam zu spät.

Falk J. kann jedoch nicht einsehen, dass sein gewagtes Wendemanöver an einer unübersichtlichen Stelle einem Menschen das Leben gekostet hat. Er vermutete, dass der Motorradfahrer zu schnell unterwegs war, was nicht stimmte. 100 Kilometer pro Stunde darf man dort fahren, Andreas K. war mit 89 km/h unterwegs. Die Behauptung des Angeklagten, er habe gedacht, der junge Mann wollte sich das Leben nehmen, traf dessen Eltern, die als Nebenkläger auftraten, besonders hart. Sein Sohn fahre seit 16 Jahren täglich Motorrad, habe schon viele große Touren gemacht und sei kein Raser, erklärte der Vater des Opfers energisch.

"Das war ein schlimmer Unfall, den Sie nicht gewollt haben. Jeder kann mal einen Fehler machen, aber dazu sollte man dann auch stehen. Ich würde mit so einem Schiff dort nicht wenden. Was Sie gemacht haben, war russisches Roulette", erklärte ihm Richter Walter Voigt.

Falk J. ist kein Verkehrsrowdy, er hat nur einfach ein paar Sekunden nicht aufgepasst. Der Mann fährt seit Ewigkeiten unfallfrei und hat nicht ein Pünktchen in Flensburg. Dies und der Umstand, dass der Unfall schon lange her ist, rechnete ihm Voigt positiv an. Er hob die Bewährungsstrafe auf und verurteilte Falk J. zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 50 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.05.2013

Monika Löffler

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