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Rüttelstreifen zwingen Raser zum Bremsen - Freistaat entschärft für 10000 Euro Rennstrecke in Hohnstein

Rüttelstreifen zwingen Raser zum Bremsen - Freistaat entschärft für 10000 Euro Rennstrecke in Hohnstein

Als Spaßbremsen sind sie bei Motorradfahrern verschrien - die Rüttelstreifen auf der ehemaligen Rennstrecke, dem "Deutschlandring" in Hohnstein. Aber sie verhindern schwere Unfälle.

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Lasuv-Sachbearbeiter Udo Mörbt (r.) zeigt Verkehrsminister Sven Morlok die neuen Rüttelstreifen auf dem Deutschlandring.

Quelle: Silvio Kuhnert

"Anfang 2012 haben wir die ersten Streifen auf die Fahrbahn gebracht", sagt Udo Mörbt vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), Niederlassung Meißen. In den Kurvenbereichen mit den gelben, leichten Erhebungen auf der Wartenbergstraße gab es seither keinen Unfall mit Verletzten mehr. Deshalb rüstete das Lasuv in diesem Frühjahr nach. Fünf Rüttelstreifen pro Richtung sollen Autofahrer und vor allem Biker auf der kurvenreichen Strecke zum sachten Fahren animieren.

"Kurven fahren macht mehr Spaß", meint Verkehrs- und Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). Er kann den Reiz, den die Serpentinen im Polenztal auf Biker ausüben, nachvollziehen. Doch aus Fahrvergnügen wurde für manchen Knieschleifer wiederholt tödlicher Ernst, wenn er sich mit seiner Sportmaschine mit zu hoher Geschwindigkeit in die Biegung legte und dabei die Kontrolle verlor. "Die Rüttelstreifen signalisieren nun: "Hoppla, pass auf!", so der Minister. Automatisch bremst man ab und liegt so nicht mehr gefährlich schräg in den Kurven. "Der Einsatz der Rüttelstreifen hat sich an dieser Stelle gelohnt. Es gab bisher keine tödlichen Unfälle mehr", sagt der Minister.

Vor einem Jahr hat das Verkehrsministerium das Programm "10 mal 10 mehr Sicherheit" gestartet. Unter wissenschaftlicher Begleitung der TU Dresden wurden für 63 000 Euro die zehn auffälligsten Unfallschwerpunkte in den zehn Landkreisen des Freistaats ermittelt sowie ein Katalog an Vorschlägen erarbeitet, wie Gefahrenstellen entschärft werden können. Zum Beispiel durch Rüttelstreifen, den Umbau von Kreuzungen zu Kreisverkehren, die Verbesserung von Blickbeziehungen oder den Rückbau von Dreiecksinseln.

Die ehemalige Rennstrecke S 165 in Hohnstein ist Unfallschwerpunkt Nummer Zwei im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Den ersten Platz und den dritten Rang belegen in der Unfallstatistik zwei Abschnitte auf der S 154 zwischen Neustadt und Sebnitz. Es folgen die S 177 südlich Wünschendorf, der Ortseingang Geising auf der S 178, die Bundesstraße in Bad Schandau, die Einmündung der Brückenstraße auf die Stadtbrücke in Pirna, die Kreuzung B 172/Gabelsberger Straße in Heidenau, die S 177 nördlich von Wünschendorf sowie die Anschlussstelle Graupa der S 177 mit der Äußeren Pillnitzer Straße.

Die Vorschläge zur Entschärfung von Gefahrenstellen wurden in Hohnstein bereits umgesetzt. Neben Rüttelstreifen wurden insgesamt 431 Meter Leitplanken mit sogenanntem Unterfahrschutz nachgerüstet. Dabei handelt es sich um einen breiten Blechstreifen, der zwischen Boden und Schutzplanke geschraubt wird. Er soll verhindern, dass Motorradfahrer bei Stürzen gegen die stabilen Stützen, die Sigma-Pfosten, der massiven Leitvorrichtungen rutschen, denn das kann tödlich enden. Insgesamt gab der Freistaat rund 10 000 Euro für die Realisierung dieser beiden kurzfristigen Maßnahmen aus. Die nächsten drei Jahre steht die Wartenbergstraße noch weiter unter Beobachtung. "Erst nach 2017 kann man sagen, ob der Unfallschwerpunkt erledigt ist", informiert Sascha Rudolf von der LISt GmbH, der das Verkehrssicherheitsprojekt leitet.

Das Lasuv hat nördlich und südlich von Dresden bislang 3500 Meter Unterfahrschutz angebracht. Ein weiterer Kilometer komme in diesem Jahr im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hinzu, kündigt Mörbt an. Die Schutzstreifen werden an die Leitplanken entlang der Doppelkurve auf der B 170 kurz vor Altenberg, der langgestreckten Krümmung der B 173 in Mohorn, des "Brenners", des Aufstiegs der S 164, bei Lauenstein sowie der S 182 vor Rehefeld angeschraubt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.08.2014

Silvio Kuhnert

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