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Rolf Werstler feiert 65. Geburtstag mit Ausstellung in Pulsnitz

Rolf Werstler feiert 65. Geburtstag mit Ausstellung in Pulsnitz

Seine erste Ausstellung hatte Rolf Werstler 1982 im "Stiefmütterchen", einer halb illegalen Kellergalerie, die der furchtlosen Dresdner Malerin Inge Thiess-Böttner gehörte.

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Eines der Hafenbilder von Rolf Werstler.

Quelle: Heinz Weißflog

Seit 1989 verschrieb sich der Autodidakt ganz der Malerei und Grafik und wagte den Schritt in die Freiheit selbst errungener Selbstständigkeit. 1946 in Radeberg geboren, arbeitete Werstler bis 1976 als Möbeltischler, danach als Rahmentischler und Holzrestaurator in den Alten Meistern und bildete sich autodidaktisch weiter.

Mit einer Ausstellung von Ölbildern in der Helios-Klinik Pulsnitz gemeinsam mit Bildern seines Lehrers, dem Maler Rosso Majores (†), begeht Rolf Werstler seinen 65. Geburtstag. Diesmal zeigt der Radeberger Künstler Maritimes, Landschaften und Stilleben sowie Reminiszenzen von seinen Reisen an die Ostsee und nach Italien. Zu den wichtigen Panoramen gehören Strandmotive und Blicke auf die Ostsee (darunter die bewegte See mit Buhnen) und das Mittelmeer, aber auch die eher intimen Hafenszenen mit Booten und Takelage. Eine Ansicht vom Greifswalder Hafen und der Zugbrücke in Wieck sind gleichsam unspektakulär wie malerisch-magisch. Feine aber auch kräftige Pinselspuren modellieren das Wesentliche des Motives, wenngleich oft auch die Details eine wichtige Rolle spielen, wie die Löwen im eisernen Geländergitter vor der Kulisse der Augustusbrücke mit Hofkirche - eine Perspektive auf Dresden, die man so noch nicht kennt. Die Karlsbrücke mit dem Hradschin in Prag, Venedig vom Wasser aus, die Altstadt von Rhodos, eine Ansicht von Radeberg (Ruinen vor dem Abriss) vermitteln den Spagat zwischen Nähe und Ferne, zwischen expressiver Poesie und Augenzwinkern.

Südliches liegt in seinen Bildern auch bei den eher lapidaren Motiven, wie der "Esel auf Rhodos". Das Ölbild "Raub der Europa" ist eher eine Satire auf gleichnamiges Thema, bei dem der Künstler figürlich und mit expressiven Verzerrungen arbeitet. Auch in der nicht gezeigten Grafik kommt sein erzählerischer Humor vor, insbesondere bei den Themen, die die Mythen der Griechen und Römer, aber auch das Christentum zum Gegenstand haben, oft im Kreuzverhör zwischen Witz und Spießerernst. Der "Clown" mit seinen zwei Gesichtern (erst jüngst geschaffen) ist ein treffender Ausdruck von Werstlers verinnerlichtem Humor. Als Maler arbeitet er mit viel Weiß, es ist der Katalysator seiner Bilder. In den Stilleben nimmt er sein vertrautes Blau und setzt es als Hintergrund für Pilze, Zwiebeln, Äpfel und Brote ein. Auch die Rahmen fügen sich glücklich dem Charakter des jeweiligen Bildes in schlichter Ausführung.

Rolf Werstler wollte, dass sein Lehrer Rosso Majores, bei dem er von 1965 (als damals 15-Jähriger) studierte, auch in dieser Ausstellung mit einigen Bildern vertreten ist. Unter den ausgewählten Aquarellen befinden sich sechs Stilleben mit Blumen, Früchten und Gemüse. Die eher einfachen, aber sehr sinnlichen Stilleben aus den Jahren 1952-58 "verherrlichen" in den Zeiten des Hungers die einfache Mahlzeit. Viele seiner Themen hat Majores auch in die Grafik übersetzt. Die Qualität seiner Handschrift zeigt sich besonders im "Bildnis eines Pantomimen". Majores besuchte Tanzschulen und interessierte sich für Kleinkunst und Theater. Der Pantomime mit seiner beschwörenden Gestik fügt sich ideal in einen schlichten konstruktiv verspannten Bildraum. Das expressiv-herbe Gesicht strahlt Würde, Versenkung und Unantastbarkeit aus. Es mag sich um ein verstecktes Selbstbildnis handeln. Einige namhafte Künstler waren neben Werstler in Rosso Majores' Zirkel. Darunter der Grafiker und Plakatkünstler Bernd Hanke, der Gebrauchsgrafiker Jürgen Haufe und der Maler Jens Hackel. Rolf Werstler führte den Radeberger Zirkel bis Anfang dieses Jahres weiter. Sein Majores-Porträt von 2011/14 (als zweite Fassung des 1988 entstandenen Werkes) ist eine Hommage an den Lehrer.

Bis 31. Dezember. Galerie im Kultursaal der HELIOS-Klinik Schloss Pulsnitz, Wittgensteiner Straße 1. Tel. 035955/4 42 40. geöffnet sonntags 14-17 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.12.2014

Heinz Weißflog

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