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Renaissance für DDR-Opern: Eine Konzertreihe erweckt an den Landesbühnen Sachsen alte Werke zu neuem Klang

Renaissance für DDR-Opern: Eine Konzertreihe erweckt an den Landesbühnen Sachsen alte Werke zu neuem Klang

Seit der Wende schlafen sie den Schlaf der Vergessenheit - jene Opern, die in den 70er und 80er Jahren an den Theater- und Opernhäusern der DDR uraufgeführt wurden.

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Im Wuppertal aufgewachsen, kam Sänger Guido Hackhausen 2001 nach Sachsen. Jetzt entdeckt er die Opern aus den 70er und 80er Jahren der DDR nicht nur für seine Promotion, sondern auch in Konzerten an den Landesbühnen Sachsen neu.

Quelle: Martin Krok

Weit häufiger als heutzutage wagten es die Intendanten damals, die Spielpläne auch mit zeitgenössischen Stücken zu füllen. Deren Nachhall verklang allerdings spätestens mit der Wiedervereinigung, so dass Opern wie Robert Hanells "Reise mit Joujou" (uraufgeführt 1976 an den Landesbühnen Sachsen), Siegfried Matthus' "Noch ein Löffel Gift, Liebling?" (uraufgeführt 1972 an der Komischen Oper Berlin) oder Rainer Kunads "Bill Brook" (uraufgeführt 1965 an den Landesbühnen Sachsen) heute kaum noch ein Begriff, geschweige denn einen Eintrag in einschlägige Opernlexika wert, sind.

Eine neue Konzertreihe an den Landesbühnen Sachsen will dies nun ändern. Unter dem Titel "MUSIKzonenMUSIK" wird das erste Konzert am 27. Oktober konzertant zunächst die drei oben genannten Opernwerke vorstellen. Die Idee zu dieser Reihe stammt vom Landesbühnen-Sänger Guido Hackhausen, der - 1971 in Wuppertal geboren - neben seinem Engagement an den Landesbühnen Sachsen seit 2010 an seiner Promotion zum Thema DDR-Opern schreibt. "Ich habe im Zuge dieser Arbeit bislang zwischen zehn und 15 Opernwerke aus der DDR näher untersucht und mir gedacht, dass man diese zeitgenössisch durchaus interessante Musik auf einem Konzertpodium einmal erfahrbar machen sollte", sagt Hackhausen. Nicht etwa verklärende Nostalgie sei dabei sein Ziel, sondern dass die Opern dem heutigen Publikum vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund einmal "zur Diskussion gestellt" und so nicht ganz vergessen würden.

Nicht jede Oper aus der DDR sei gleich ein großes Meisterwerk, fügt Hackhausen hinzu, "aber es gibt viele, um die es schade ist", findet er. So sei beispielsweise "Noch ein Löffel Gift, Liebling" (Peter Hacks schrieb hier das Libretto) eine Persiflage auf die bürgerliche Ehe, über deren Schärfe und Komik auch das heutige Publikum noch lachen könne. Offenkundige Zeitkritik, eine "Semiotik des Widerstandes", wie Hackhausen es nennt, habe er in den DDR-Opern allerdings kaum, und wenn, dann nur äußerst subtil, finden können. "Ich hatte erst gezielt danach gesucht, aber ich denke heute, dies ist der falsche Ansatzpunkt. Man muss diese Werke aus sich selbst heraus betrachten." Die Stoffe sind dabei oft gar nicht so viel anders als die der westlichen Opernproduktionen dieser Zeit. Die Musik allerdings unterscheide sich in der DDR durch eine deutlich größere Rezipierbarkeit. "In der DDR wurde deutlich mehr Wert auf Verständlichkeit gelegt, die Kunst war weniger avanciert", sagt Hackhausen.

Ob und wie diese Verständlichkeit beim heutigen Publikum ankommt, wird sich beim Konzert am Sonnabend zeigen. Moderierend wird dabei der Radebeuler Operndirektor Jan Michael Horstmann durch den Abend führen. Neben den Sängern der Landesbühnen werden zudem Studierende der Dresdner Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" (HfM) auf der Bühne stehen. Zusammen mit der Elbland Philharmonie Sachsen (unter der Leitung von Hans-Peter Preu) werden sie nach und nach die längst vergessenen Werke wieder zu neuem Leben erwecken. "Für die Zukunft denken wir auch über thematische Konzerte, vielleicht sogar über die Gesamtaufführung einer solchen Oper nach", sagt Hackhausen. Das Stammhaus in Radebeul sei dafür auch in sofern die richtige Adresse, als dass einst zahlreiche dieser Opern genau dort ihre Uraufführung feierten.

"MUSIKzonenMUSIK I" am 27. Oktober, 19 Uhr in den Landesbühnen Sachsen, Radebeul (öffentliche Probe am 26.10., 11 Uhr)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2012

Nicole Czerwinka

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