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Rekordbeteiligung bei Weinprämierung: 101 sächsische Weine mit Medaillen ausgezeichnet

Rekordbeteiligung bei Weinprämierung: 101 sächsische Weine mit Medaillen ausgezeichnet

Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) hat gestern in Weinböhla insgesamt 101 Weine und Sekte von den Elbhängen mit Medaillen ausgezeichnet.

Weinböhla.

Fachleute hatten die Tropfen von insgesamt 14 Gütern zuvor bei der Landesweinprämierung bewertet. Noch nie seien so viele Weine zur Prüfung auf Landesebene eingereicht worden, hieß es vom regionalen Weinbauverband. Ein Grund für die hohe Resonanz ist demnach der gute Jahrgang 2012, aus dem die Winzer zahlreiche Qualitäts- und Prädikatsweine ausbauen konnten. Lediglich vier vorgestellte Tropfen erhielten keine Medaille. Insgesamt wurden 13 Weine und fünf Sekte von neun Rebsorten sogar mit Gold bewertet.

Die meisten Weine bei der Landesprämierung sind junge Tropfen des Jahrgangs 2012, also klassische Sachsenweine. Allerdings präsentierten einige Güter auch gereifte Weine, insbesondere rote, früherer Jahrgänge bis 2009. Allgemein gelten die Auszeichnungen als Verkaufsargument für die Winzer, garantieren sie doch auch Weinlaien eine von Fachleuten bescheinigte hohe Qualität.

Zwei Silbermedaillen für den Grauburgunder und den Müller-Thurgau seien vor allem eine Bestätigung für die eigene Arbeit, sagte Winzer Tim Strasser den DNN. Der 27-Jährige, der erst seit dem Jahrgang 2010 eigene Weine im Rothen Gut Meißen produziert, hat erstmals zwei davon auf Landesebene prüfen lassen und sogleich zwei Ehrungen abgesahnt. "Wir haben uns zur Teilnahme entschieden, weil wir von der Qualität unserer Weine überzeugt sind", sagt er selbstbewusst. Der Winzer geht davon aus, dass die Ehrung den Bekanntheitsgrad des noch jungen Betriebs steigern wird. Den Verkaufspreis will Strasser für die ausgezeichneten Weine jedoch nicht anheben und auch nicht auf alle Flaschen die silbernen Aufkleber pappen.

Ähnlich pragmatisch geht Ingeborg Probocskai vom Coswiger Weingut Matyas mit den Prämierungen um. Man habe sich sehr kurzfristig zur Teilnahme entschieden, erklärte die Weinbäuerin. Für Scheurebe und Grauburgunder gab es Silber, für den Bacchus sogar Gold. "Ich wollte noch einmal Gold, bevor ich in Rente gehe", sagte Ingeborg Probocskai augenzwinkernd und ergänzt sogleich, dass sich das Weingut mit den Medaillen nicht schmücken werde. "Ich mag es nicht, wenn die Weinflaschen mit Ehrungen und Bewertungen zugeklebt sind", betonte sie. Viel wichtiger sei sowieso die Meinung der Kunden, die den Bacchus des Guts schon länger schätzten. Vor 13 Jahren hat das Weingut Matyas nach eigenen Angaben erstmals die Rebsorte Bacchus als sortenreinen Wein angeboten. Damals hätten viele Kunden noch gemeint, Bacchus sei der Kunstname für einen Cuvée, weil die Rebsorte noch vergleichsweise unbekannt war. Bacchus sei aber ein "schöner Schoppenwein", der an den traditionellen Müller-Thurgau erinnere.

Winzer Matthias Schuh aus Sörnewitz gibt bei aller Freunde über vier Medaillen zu bedenken, dass die Weinprämierungen auch immer mit Kosten verbunden seien. "Gerade bei kleineren Weingütern ist es zudem oft so, dass die wirklichen Premium-Weine gar nicht angestellt werden können, weil Mindestmengen nicht erfüllt sind." Der 25-Jährige versteht die Medaillen als "Gimmick", also als Zugabe, die den Kunden möglicherweise als Entscheidungshilfe dient. Der Familienbetrieb hat in diesem Jahr für Traminer (2012), Spätburgunder (2010) und Grauburgunder (2012) Silber erhalten, der 2011-er Dunkelfelder wurde mit Bronze bewertet.

Der Weinbauverband unterstrich, dass mit dem Cabernet Blanc der Sächsischen Winzergenossenschaft aus Meißen erstmals der Wein einer pilztoleranten Rebsorte mit Gold ausgezeichnet worden sei. Sogenannte Piwis sind neue Sorten, die weniger Aufwand für Pflanzenschutz benötigen und damit für die Winzer die Kosten senken. Bei Weintrinkern sind viele dieser Sorten jedoch unbekannt, so dass sie von Winzern oftmals in Cuvées verschnitten und nicht sortenrein ausgebaut werden.

Sächsische Weine haben in diesem Jahr auch schon auf Bundesebene gepunktet: Nach dem zweiten von drei Durchgängen der Bundesweinprämierung wurden 15 Weine von vier sächsischen Gütern mit Medaillen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft ausgezeichnet. Bundesgold gab es dabei für den Johanniter Kabinett (2012) des Weinguts Jan Ulrich aus Diesbar-Seußlitz und für eine Traminer Spätlese des Jahrgangs 2011 vom Staatsweingut Schloss Wackerbarth aus Radebeul. Während die Weinprämierungen sich auf zurückliegende Jahrgänge beziehen, schauen die Winzer auf den Elbhängen längst auf den Jahrgang 2013, entblättern und reduzieren den Traubenbehang, um erneut hohe Qualitäten zu erzielen. Auch die Weinfreunde können sich bereits freuen: Für die Tage des offenen Weinguts am 24. und 25. August ist schon erster sächsischer Federweißer angekündigt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.08.2013

Müller, Lars

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