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Region Freital braucht ein neues Gymnasium

Region Freital braucht ein neues Gymnasium

Seit Jahren steigen im Raum Freital die Schülerzahlen. Jetzt platzt das Gymnasium in Freital fast aus allen Nähten. Die Region braucht unbedingt eine neue Schule.

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Kati Hille leitet den Geschäftsbereich Innere Verwaltung und Ordnung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Quelle: Katrin Tominski

Pirna/Freital. DNN-Redakteurin Katrin Tominski hat Kati Hille, Beigeordnete im Kreistag und Leiterin des Geschäftsbereiches Innere Verwaltung und Ordnung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, über die Pläne des Kreistages befragt, ein neues Gymnasium zu bauen und andere Schulen zu sanieren.

Frau Hille, die Region ächzt unter der Überalterung der Bevölkerung. Warum müssen jetzt neue Schulen gebaut werden?

Die Schülerzahlen in der Region Freital steigen seit Jahren stetig an. Be- sonders Wilsdruff erfährt durch seine wachsenden Gewerbegebiete einen Zuzug von Familien. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass die fünften Klassen des Gymnasiums in Freital in diesem Jahrgang nicht mehr alle angemeldeten Schüler aufnehmen konnten, die Kapazitäten nicht ausgereicht haben. Deswegen besuchen jetzt zehn Schüler das Gymnasium in Nossen. Glücklicherweise ist dies einvernehmlich mit den Schülern und den Eltern geschehen. Die Kinder kommen aus Wilsdruff, der Weg nach Nossen ist von dort nicht allzu weit.

Mit welchen Prognosen rechnen Sie?

Der Wachstumstrend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Schon im nächsten Jahr haben wir fast acht Klassen des neuen Jahrgangs. Grundsätzlich ist zu erwarten, dass in der Region bis zu neun Züge gesteuert werden müssen.

Was wollen Sie tun?

Wir überlegen schon lange, wie wir diesem Trend begegnen können. Der Neubau einer Schule erfordert schließlich umfangreiche Prognosen und Statistiken. Schon jetzt haben wir eine detaillierte Statistik der Schülerschaft inklusive der Schulwege erstellt. Auch über den Standort haben wir uns Gedanken gemacht, sowohl Freital als auch Wilsdruff kommen in Frage. In beiden Städten gibt es Flächen, die sich für ein neues Gymnasium eignen würden. Aus der Perspektive der Schülerbeförderung macht es keinen Unterschied, ob wir das Gymnasium in Freital oder Wilsdruff bauen.

Doch für einen Standort müssen Sie sich entscheiden?

Längerfristig werden 50 bis 60 Kinder regelmäßig aus Wilsdruff kommen. Die Überlegung liegt nah, eine Schule dort zu bauen, wo die meisten Schüler her kommen. Die Stadt Wilsdruff hat die Eigeninitiative ergriffen und das Thema in den Stadtrat gebracht. Dieser hat nun Position bezogen, er könne sich ein Gymnasium in Wilsdruff vorstellen. Bislang gibt es dort nur eine Mittelschule und eine Grundschule.

Wie teuer wäre ein neues Gymnasium?

Nach unseren vorläufigen Planungen belaufen sich die Kosten auf etwa 15 Millionen Euro. Etwa 40 Proz- ent würde der Freistaat übernehmen, den Rest hätte der Schulträger zu zahlen.

Wer wäre dies denn im Fall eines neuen Gymnasiums?

Den Vorrang für eine Trägerschaft hat immer eine Kommune. Das heißt de facto, das neue Gymnasium sollte entweder von Wilsdruff oder Freital getragen werden. In Freital würde es schon schwieriger werden. Dort haben wir schon ein Gymnasium in Trägerschaft.

Wie soll die neue Schule aussehen?

Das werden die Planungen ergeben. Fest steht, dass das dreizügige Gymnasium etwa 560 Schüler fassen soll. Außerdem ist eine Sporthalle geplant.

Wann soll der Bau beginnen?

Zunächst müssen die angrenzenden Landkreise und die Stadt Dresden befragt werden, damit der Schulnetzplan durch den Kreistag geändert werden kann. Dann muss die Kommune für das neue Gymnasium stimmen. Erst wenn das geschehen ist, können die Fördergelder beantragt und die erste Baugrube ausgehoben werden. Viel Zeit bleibt uns nicht.

Wäre es nicht besser gewesen, die alten Schulen zu erhalten, anstatt sie abzureißen oder zu verkaufen?

Die Entscheidung über die Schließung und vielleicht auch den Abriss einer Schule ist nie leicht. Damals haben wir schlichtweg keine Schüler mehr gehabt. Wie wollen Sie so eine Schule betreiben? Bei diesen Fragen gibt es kein Richtig und kein Falsch, Jahre später ist man immer klüger.

Das neue Gymnasium ist nicht das einzige Projekt, in welches investiert werden soll...

Das stimmt. Im Freitaler Weißeritzgymnasium muss dringend die Brandschutztechnik erneuert werden. In den vergangenen Jahren konnten wir bereits die Gebäude in der Pestalozzistraße und der Johannisstraße sowie die Dreifelderhalle sanieren. Nun ist das Hauptgebäude an der Reihe. Etwa vier Millionen Euro sollen dafür in den nächsten Jahren im Haushalt veranschlagt werden. Die Vorplanungen laufen bereits, im Jahr 2014 möchten wir die Fördermittel beantragen. Für die Bauarbeiten brauchen wir etwa zwei Jahre, mit Glück ist das Schulensemble 2016 komplett saniert.

Bedarf die Förderschule in Freital nicht auch einer Sanierung?

Ja, und die wird es auch geben. Besser gesagt, ein Teil der Schule wird neu gebaut. Sowohl der Plattenbau "Typ Dresden" als auch die Sporthalle sollen wegen ihrer maroden Statik abgerissen werden. Das denkmalgeschützte Haus bleibt erhalten. Damit der Schulbetrieb weiter laufen kann, wird jedoch vor dem Abriss neu gebaut.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2013

Katrin Tominski

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