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Region Dresdner Heidebogen präsentierte in Radeburg eine Strategie für die ländliche Entwicklung

Region Dresdner Heidebogen präsentierte in Radeburg eine Strategie für die ländliche Entwicklung

Ein dicker Ordner liegt seit ein paar Tagen auf dem Tisch des Ministers für Landwirtschaft und Umwelt. 150 Seiten plus Anlagen, die jetzt ihrer Genehmigung harren.

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Eine kleine Projektbörse ergänzte die LES-Präsentation in der Radeburger Heinrich-Zille-Oberschule.

Quelle: Bernd Lichtenberger

Absender ist der Dresdner Heidebogen e.V. Das Papier beschreibt eine Strategie, nach der sich die Region Dresdner Heidebogen bis 2020 entwickeln soll. Gemeint ist eine Region, die sich zwischen Dresden und der brandenburgischen Grenze erstreckt und der 21 Kommunen aus den beiden Landkreisen Meißen und Bautzen angehören.

Kurz bevor sie den dicken Ordner beim Minister abgaben, haben Martina Kasparetz-Kuhlmann und Uwe Kuhlmann vom gleichnamigen Architektur- und Ingenieurbüro das Dokument in der Aula der Radeburger Oberschule "Heinrich Zille" vorgestellt. Die meisten der rund 80 erschienenen Gäste waren in irgendeiner Weise selbst beteiligt an diesem Papier. Als Vertreter von Kommunen, Einrichtungen und Vereinen hatten sie seit dem Herbst 2013 in Arbeitsgruppen, Workshops, Konferenzen und Informationsveranstaltungen um den Inhalt dieser sogenannten Leader-Entwicklungsstrategie (LES) für die Region gerungen und sich die Köpfe heiß geredet. Immerhin geht es um mindestens 21 Millionen Euro Fördergelder für das Gebiet zwischen Priestewitz und Großenhain im Osten sowie Kamenz und Bernsdorf im Westen. Dazwischen Kommunen wie Moritzburg, Radeburg und Königsbrück.

"Wir hatten die Aufgabe, eine Leader-Entwicklungsstrategie für eine 1000 Quadratkilometer große Region zu schreiben und die Bedürfnisse von mehr als 100 000 Einwohnern zu berücksichtigen", sagt Margot Fehrmann, die Vorsitzende des Vereins Dresdner Heidebogen. Und sie scheint mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. "Wir glauben, dass alles passt", sagt sie und dankt allen Akteuren. Wer im einzelnen von diesen 21 Millionen Euro profitieren wird, steht noch nicht fest, denn die LES-Macher haben sich darauf geeinigt, dass von dem Fördergeld auch Privatleute, Kommunen oder Vereine etwas davon haben sollen, deren Ideen derzeit noch gar nicht geboren sind, aber in das bis 2020 anvisierte Ziel passen. "Es gilt nicht das Windhund-Prinzip. Wir wollen auch Dinge unterbringen, die sich noch entwickeln", beschreibt Martina Kasparetz-Kuhlmann diese Herangehensweise. Das von ihr und ihrem Mann geleitete Ingenieurbüro hatte die Erarbeitung dieser Entwicklungsstrategie fachlich begleitet.

Zu dessen Themenfeldern gehört die Verbesserung der Wohnsituation und die Entwicklung des soziokulturellen Lebens für Jung und Alt ebenso wie die Unterstützung der Wirtschaft, der Bildung und des Tourismus. "Dabei zielen wir beim Tourismus nicht auf Neues, sondern wollen vor allem vorhandene Angebote verbessern. Wir wollen das Feine herausheben und entwickeln", betonte Kuhlmann in der Präsentation. Angesichts der demografischen Entwicklung gehe es darum, barrierearmen oder barrierefreien Wohnraum zu schaffen, Bedingungen für eine möglichst hohe Mobilität zu schaffen, kurze Schulwege zu erhalten, ja die Attraktivität für das Leben auf dem Lande zu erhöhen.

Damit wachsen auch die Chancen, dass die im vergangenen Jahr von den Großen Kreisstädten Radeberg und Kamenz als Pilotprojekt gestartete Initiative "Ab in die Wachstumsregion Dresden!" zum Erfolg wird. Mit ihr sollen Menschen, die in den vergangenen Jahren in Richtung Westen gegangen sind, zurück in die Heimat gelockt werden. Das wirtschaftlich boomende Dresden und ein lebenswertes Umland, in dem Wohnraum bezahlbar ist und mancher sich auch ein eigenes Häuschen leisten kann, sind dafür gute Argumente, meint Roland Dantz (parteilos), Oberbürgermeister von Kamenz. Tina Zander kann das nur bestätigen. Die Kamenzerin ist selbst Rückkehrerin und jetzt diejenige, die denen helfen will, die ebenfalls mit diesem Gedanken spielen. Obwohl der offizielle Startschuss noch aussteht, liegen dem Regionalmanagement des Dresdner Heidebogens von den beteiligten Städten und Gemeinden, von Unternehmen und Privatleuten im Fördergebiet schon rund 300 Projekt-Ideen vor, sagt Management-Mitarbeiter Stefan Graf.

Wenn auch noch nicht klar ist, wer später mit seinem Förderantrag beim Regionalmanagement des Dresdner Heidebogens auf offene Ohren stoßen wird, so sind doch die Rahmenbedingungen für die regionale Förderung festgezurrt. Denn mit der Entwicklungsstrategie wurden auch Fördertatbestände geschaffen. Sie legen die mögliche Höhe einer Förderung ebenso fest wie die dafür nötigen Bedingungen. "So können wir mit unseren Mitteln nur Projekte fördern, für die es kein Geld aus einem Fördertopf vom Land oder Bund gibt. Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen", erklärt Martina Kasparetz-Kuhlmann. Ansprechpartner ist in jedem Fall das Heidebogen-Regionalmanagement (Telefonnummern 035208/3 47 81 oder 035208/9 16 41). Dort sitzen die Leute, die sich im "Förderdschungel" am besten auskennen und deshalb wissen, wie Projekte auf den Weg gebracht werden müssen.

Wie lohnenswert das sein kann, davon kann der Schauplatz der LES-Präsentation, die 120 Jahre alte Radeburger Zille-Schule, das beste Beispiel geben. Für 1,7 Millionen Euro wurde sie in den vergangenen Jahren saniert. 60 Prozent davon waren Fördermittel der ländlichen Entwicklung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.01.2015

Bernd Lichtenberger

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