Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Recital von Ragna Schirmer im Jagdschloss Graupa

Spannungsfeld dreier Charaktere Recital von Ragna Schirmer im Jagdschloss Graupa

Schon auf dem Papier versprach dieses Klavierrecital im Jagdschloss Graupa ein besonders interessantes und ausgefallenes zu werden - dem stand dann die Wirklichkeit in nichts nach. Da hatte sich die Interpretin wirklich sehr intensive Gedanken gemacht.

Voriger Artikel
Städtebahn ist zu 99 Prozent pünktlich
Nächster Artikel
Anwohner sauer über Wegfall von Parkplätzen in Pulsnitz

Die in Halle lebende Pianistin Ragna Schirmer.

Quelle: Frank Eidel/PR

Graupa. Schon auf dem Papier versprach dieses Klavierrecital im Jagdschloss Graupa ein besonders interessantes und ausgefallenes zu werden - dem stand dann die Wirklichkeit in nichts nach. Da hatte sich die Interpretin, die in Halle lebende Pianistin Ragna Schirmer, wirklich sehr intensive Gedanken gemacht. Tiefe Liebe, eine hart erkämpfte, aber keinesfalls unkomplizierte Ehe, enge Freundschaft, unerwiderte Gefühle und letztlich eine schwere Krankheit - dieses Spannungsfeld umschloss Clara und Robert Schumann sowie Johannes Brahms. Das weiß der Musikliebhaber natürlich. Sich nun aber hinzusetzen und auf Anhaltspunkte zu diesem Beziehungsgeflecht im jeweiligen musikalischen Schaffen zu suchen, ist eher ungewöhnlich. Ragna Schirmer jedenfalls hat es getan und im Ergebnis unter dem Titel "Liebe in Variationen" ein Programm zusammengestellt, das - im Wesentlichen - von einem einzigen musikalischen Thema ausgeht, das sich bei allen dreien wiederfindet.

Als Dreizehnjährige beschäftigte sich Clara in sieben Variationen mit einem von Robert Schumann mitgebrachten Thema. Putzmunter und überschäumend präsentieren sie sich. Ein Jahr später kam Robert dann darauf zurück - kompositorisch reifer und ausgeklügelter, mit dem Titel Impromptus op. 5 an Schubert erinnernd. Viele Jahre später, als Schumann bereits sein Dasein in einer Heilanstalt fristete und Clara die ganze Last für die große Familie trug, widmete sie sich noch einmal variationenreich dem Thema, diesmal abgeklärter und tiefenschärfer. Gleiches trifft auf den Familienfreund Brahms zu, dessen op. 9 ebenfalls auf dem gleichen thematischen Grundmaterial fußt.

Ragna Schirmer ist eine Pianistin, die sich auf die Zeichnung klarer Konturen, auf dynamischen wie klanglichen Farbenreichtum und ganz besonders auf tief schürfende Ausdruckskraft versteht. Insofern hinterließ der zweite Konzertteil mit Clara Schumanns Variationen op. 20, für die sie einen sehnsüchtigen, aber nicht unschön schmachtenden Ton fand, und Brahms' Schumann-Variationen den stärksten Eindruck. Da wirkten jede Phrase und jeder Takt klug durchdacht und emotional ausgelotet. So füllig, aber doch auch schlank im Klang, so intim hört man gerade Brahms wahrlich nicht oft.

Auch den ersten Teil - Clara Wiecks op. 3 sowie Schumanns op. 5 - spielte Ragna Schirmer kontrastreich, kontrolliert und mit großer interpretatorischer Sorgfalt für die Details, virtuos ausgefeilt etwa Claras Jugendwerk, insgesamt aber immer wieder etwas zu laut und zu energisch. Letzteres zeichnete sich schon in den einleitenden "Papillons" von Schumann ab. Ragna Schirmer brachte in diese Miniaturen besonders ihre plausible Charakterisierungskunst und kraftvolles Akzentuieren ein. Weniger Wert legte sie auf eine geheimnisvolle Aura, federnde Leichtigkeit. Aber das ist sicher auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

von Mareile Hanns

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr