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Rathaus weist Kritik an Zuständen an der Oberschule Kötzschenbroda zurück

Radebeul Rathaus weist Kritik an Zuständen an der Oberschule Kötzschenbroda zurück

Mit Verwunderung hat man im Radebeuler Rathaus die geballte Kritik von Schülern, Lehrern und Eltern der Oberschule Kötzschenbroda zur Kenntnis genommen, die Anfang der Woche in einem Beitrag in den DNN formuliert wurde. „Von einem schlechten baulichen Zustand der Oberschule Kötzschenbroda kann so nicht gesprochen werden“ heißt es.

Der Außenputz der Oberschule sei zwar nicht besonders schön, aber intakt, heißt es aus dem Sachgebiet Hochbau.
 

Quelle: Catrin Steinbach

Radebeul.  Mit Verwunderung hat man im Radebeuler Rathaus die geballte Kritik von Schülern, Lehrern und Eltern der Oberschule Kötzschenbroda zur Kenntnis genommen, die Anfang der Woche in einem Beitrag in den DNN formuliert wurde. „Von einem schlechten baulichen Zustand der Oberschule Kötzschenbroda kann so nicht gesprochen werden“ heißt es auf DNN-Anfrage in einer gemeinsamen Antwort aus den Sachgebieten Hochbau und Schulverwaltung. Reichlich 200 000 Euro habe man seit 2011 in das Schulgebäude investiert und noch einmal rund 140 000 Euro in die auf demselben Gelände untergebrachte Grundschule Kötzschenbroda gesteckt. Für die Ausstattung der Oberschule einschließlich Computertechnik habe man in den letzten fünf Jahren rund 170 000 Euro ausgegeben. „Die Unterrichtsbedingungen in der Schule und in den Klassenzimmern entsprechen einem guten Zustand“, urteilt man im Rathaus daher.

So habe man das marode Dach vor Jahren mit neuem Schiefer gedeckt. Ein Brandschutzgutachten, das unter anderem die Bildung von Brandabschnitten und die Abtrennung von Treppenhäusern fordert, werde schrittweise umgesetzt. Außerdem habe man das Treppenhaus an der Westseite modernisiert, ebenso in Klassenzimmern Wände anstreichen und neue Bodenbeläge verlegen lassen. Auch seien neue Fachkabinette geschaffen worden, so etwa erst im vergangenen Jahr ein neues Technikkabinett für rund 29 000 Euro in den Räumen der Grundschule, das aber von den Oberschülern genutzt wird. Ebenso wurden im vergangenen Jahr Ausgabeküche und Speiseraum komplett modernisiert. Zwar sei der Außenputz „nicht besonders schön“ und auch die Heizungsanlagen „wie bekannt aus optischen Gründen erneuerungsbedürftig“, beide werden jedoch als intakt und damit funktionstüchtig eingeschätzt. Die Zustände an der Oberschule seien vergleichbar mit denen in anderen Schulen, heißt es daher, etwa mit der Grundschule Niederlößnitz oder dem Gymnasium Luisenstift.

Genau mit diesem Vergleich berührt die Verwaltung aber einen wunden Punkt. Warum wird am Gymnasium eine Investition von rund sieben Millionen für die Sanierung und Erweiterung des Altbaus in Aussicht gestellt und in Kötzschenbroda passiert nichts, fragen die Oberschüler. Die Antwort gibt der Schulentwicklungsplan, den die Verwaltung nach Analyse aller Schulstandorte nach einem Ampelprinzip zusammengestellt hat. Rot bedeutet dort dringenden Handlungsbedarf, grün paradiesische Zustände. Diese werden der Oberschule beispielsweise für die Elektroanlagen zuerkannt, die Sanitäranlagen bekommen dagegen rotes Ampellicht. Alles in allem haben in dem 2014 von den Stadträten abgesegneten Papier andere Schulgebäude schlechter abgeschnitten. Man kann es auch so sagen: Nach Meinung der Verwaltung gibt es Handlungsbedarf, anderswo ist er aber größer.

Entsprechend hat Radebeul seine Sanierungspläne gestrickt: So sind die modernisierten Hort- und Grundschule Naundorf, Grundschule Friedrich Schiller und Hort Kötzschenbroda längst eingeweiht. Am Pestalozzihaus dauert die Brandschutzsanierung voraussichtlich bis zum März an, anschließend konzentriert man sich auf den Plattenbau der Oberschule Mitte, der als Erweiterungsbau benötigt wird. 2017 sollen dann voraussichtlich die Arbeiten am Luisenstift beginnen, ehe mit der Grundschule Oberlößnitz ein dicker Brocken an die Reihen kommt. Auch dort klagen Eltern und Lehrer seit Jahren über die Zustände, eine Grundsatzentscheidung, wo und wie es weitergeht, steht aber noch aus. Erst dann ist der Doppelschulstandort in Kötzschenbroda als nächstes dran. Ändert sich an der Planung nichts, wird es also noch Jahre dauern. Deswegen lässt sich derzeit auch niemand zu einer Aussage über Bauzeiten und Kosten hinreißen. Nur soviel: „Für den Standort würde das Millionenaufwendung bedeuten“, heißt es auf DNN-Anfrage.

Zumal die Oberschule stets gemeinsam mit der Grundschule betrachtet werden, deren Situation im Schulentwicklungsplan ebenfalls als nicht rosig eingeschätzt wird. Viele Probleme – Pausenlärm der einen Schule, der sich mit Unterrichtszeiten der anderen überschneidet, Enge im Außenbereich und in den Räumen – liegen im Doppelschulstandort begründet. Auch der Umstand, dass die Oberschüler für den Toilettengang über den Hof huschen müssen, sei „den örtlichen Gegebenheiten geschuldet“. Die zu ändern, ist die eigentliche Aufgabe. Genau dafür fehlt aber im dicht bebauten Umfeld der Platz. So hat die Stadt zwar ein Grundstück hinter dem Oberschulgebäude gekauft, für einen Erweiterungsbau eignet es sich aber nicht. Die Planungen im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Sanierungsgebiet West sehen lediglich eine überdachte Fahrradabstellanlage vor. Am aussichtsreichsten wäre es, eine der beiden Schulen wird an einen anderen Standport passender Größe verlegt. Entsprechende Überlegungen in diese Richtung bestätigt die Stadt allerdings nicht. So oder so, eine einfache, schnelle Lösung deutet sich derzeit nicht an.

Von Uwe Hofmann

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