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Rätsel um Bergarbeiter gelüftet: Mittelalterliche Siedlung in Dippoldiswalde entdeckt

Rätsel um Bergarbeiter gelüftet: Mittelalterliche Siedlung in Dippoldiswalde entdeckt

Das Landesamt für Archäologie Sachsen führt zusammen mit dem sächsischen Oberbergamt in Dippoldiswalde seit 2008 unter Tage Untersuchungen und Grabungen durch.

Dippoldiswalde.

"Immer wieder gab es Einbrüche bei Wohnhäusern, Straßen und Plätzen", erinnert sich Christiane Hemker vom Landesamt. Man forschte nach und entdeckte unter der Stadt ein bisher unbekanntes Silberbergbaugebiet. Das System aus Bergbauanlagen befand sich im Norden und im Osten der Stadt. Die Expertin glaubt, dass es ungefähr von 1180 bis 1240 effektiv genutzt wurde. Ziel war es damals, silberhaltige Bleierze zu fördern, um das begehrte Edelmetall zu gewinnen.

Mittlerweile wird die archäologische Arbeit als Teil des Ziel 3 Projektes "ArchaeoMontan" von der Europäischen Union gefördert. Es geht dabei um die Aufarbeitung der Geschichte des mittelalterlichen Bergbaus in Deutschland und Tschechien, für die 3,5 Millionen Euro bereitgestellt wurden. Die Funde aus den Bergwerken sind bisher einmalig in Europa.

Nun wurden an der Abbruchstelle des ehemaligen Gasthauses "Roter Hirsch" neue Erkenntnisse gewonnen. Lange stellten sich die Archäologen die Frage, wo die Bergarbeiter und deren Familien eigentlich gelebt hatten. Die Antwort ist vielleicht gefunden, denn neben den Bergbauanlagen ist eine hochmittelalterliche Siedlung entdeckt worden. Die Archäologen fanden Teile von sogenannten Schmiede- und Schmelzöfen. "Schmelzöfen wurden von den Bergarbeitern dafür genutzt, den Silberanteil in den Erzen herauszufinden", erklärt Hemker, "Schmiedeöfen nutzten Bergschmiede für die Instandhaltung der Werkzeuge."

Auch berichtet die Archäologin, dass eine Glasperle und Kochgeschirr aus Keramik zu den Fundstücken gehören. Die in einem Abfallgraben entdeckten Objekte lassen ihrer Meinung nach auf wohlhabendere Familien schließen, die sich vor den Stadtmauern von Dippoldiswalde ansiedelten. Bis zum 15. September darf am "Roten Hirsch" geforscht werden, dann wird der Bereich in die Obhut der Stadt gegeben.

Oberbürgermeister Ralf Kerndt (Unabhängige Bürger) freut sich: "Endlich rückt Dippoldiswalde auch als Bergbaustadt in das Bewusstsein der Menschen, denn der hat hier lange Tradition." Außerdem lässt er verlauten, dass nach Abschluss der Grabungen vorerst ein Parkplatz auf dem zugeschütteten Gelände entsteht. "Es wird Ausschau nach einem Investor gehalten. Eine Giebelwand soll außerdem grafisch gestaltet werden um auf die Siedlung hinzuweisen", sagt Kerndt zu den zukünftigen Plänen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.08.2013

Johann Voigt

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