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Rädel-Turnhalle in Pirna ist nach der Flut 2013 fertig saniert

Umkleidräume sind in Anbau gezogen Rädel-Turnhalle in Pirna ist nach der Flut 2013 fertig saniert

In der Turnhalle an der Siegfried-Rädel-Straße in Pirna sind Schul- und Vereinssport wieder uneingeschränkt möglich. Die Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen. Ein Anbau soll helfen, bei einer eventuellen erneuten Überschwemmung, die Schäden gering zu halten.

Schlicht und kompakt präsentiert sich der Anbau auf der Nordseite der 1894 für den Schulsport errichteten Turnhalle an der Siegfried-Rädel-Straße.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Schüler und Vereine können in der Turnhalle an der Siegfried-Rädel-Straße in Pirna wieder ungehindert Sport treiben. Vor allem müssen die Mädchen und Jungen der Lessing-Grundschule sowie die Jugendlichen der Goethe-Oberschule jetzt nicht mehr im Sportdress über die Straßen der Innenstadt huschen. Denn in der 1894 für den Schul- und Freizeitsport errichteten Halle stehen seit dem Juni-Hochwasser 2013 jetzt neue Umkleideräume zur Verfügung. Sie befinden sich in einem Anbau, den die Stadt seit Mitte Februar dieses Jahres bauen ließ.

„Das Hochwasser hatte mehrmals hart zugeschlagen“, sagte OB Klaus-Peter Hanke (parteilos) bei einem Rundgang durch das historischen Gebäude. Sowohl 2002 als auch 2013 stand das Wasser rund einen Meter bzw. reichlich 30 Zentimeter über dem Hallenboden. Der gesamte Keller mit den bisherigen Sanitär- und Umkleideräumen war geflutet.

Bei einem Rundgang durch den Anbau zeigte Hochbauamtsleiterin Anke Oettmeier den neuen Umkleideraum für Mädchen und Frauen

Bei einem Rundgang durch den Anbau zeigte Hochbauamtsleiterin Anke Oettmeier den neuen Umkleideraum für Mädchen und Frauen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Noch im selben Jahr des letzten Hochwassers wurde die Halle soweit instandgesetzt, dass sie Schulklassen und der Sportverein SV Fortschritt wieder nutzen konnten. Gleichzeitig begann die Stadtverwaltung mit der Planung, wie sie die Umkleideräume aus dem Überschwemmungsbereich herausholen und sie so quasi für immer trocken legen kann. Von Anfang an setzten die Rathausmitarbeiter auf einen Anbau. Ursprünglich sollte dieser aber auf Stelzen rund 1,50 Meter über dem Erdboden stehen. Diese Variante musste aber aufgegeben werden. „Sie hätte den Kostenrahmen gesprengt“, informierte Anke Oettmeier, Leiterin des Hochbauamtes. Insgesamt stand aus dem Fluthilfetopf von Bund und Ländern 705000 Euro für die Hochwassersanierung der Rädel-Turnhalle zur Verfügung. Der Anbau durfte maximal rund 300000 Euro kosten. Ein aufgeständerter Baukörper hätte allerdings 100000 Euro mehr verschlungen. Eine abgespeckte Lösung musste her, deren Planung vor rund einem Jahr begann.

Auf Ständer wurde verzichtet. Die neuen Umkleideräume mit jeweils drei Duschen für beide Geschlechter befinden sich jetzt auf der selben Höhe wie der Hallenfußboden. Damit würde bei einer Flut wie 2002 und 2013 das Wasser in den neuen Räumen stehen. Allerdings ist der Anbau so konstruiert, dass die Schäden gering gehalten werden können. „Mit wenig Aufwand müssen wir nach einem Hochwasser nur auskärchern, den Boden und die Wände austrocknen lassen und frische Farbe anbringen“, berichtete Oettmeier. Die gesamte Technik wurde hochgelegt. Außen- und Innenwände sind bis zu einer Höhe von 1,50 Meter mit einer Spezialdämmung versehen, damit das Mauerwerk bei einer Flut sich nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen kann.

Eine besondere Herausforderung stellte der Untergrund dar. Er besteht hauptsächlich aus Flusskies. „Zum tragfähigen Untergrund mussten wir bis zu 3,50 Meter graben“, sagte Projektleiter Eckhard Paul. Damit die Bodenplatte nicht absackt, war eine aufwendige Tiefengründung erforderlich.

Pünktlich zum Schuljahresbeginn am kommenden Montag ist der Anbau fertiggestellt. Was noch fehlt, sind Bänke mit Kleiderhaken sowie die Gestaltung der Außenfläche.

Von Silvio Kuhnert

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