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Radebeuler sprechen sich vehement gegen einen Ausbau der Meißner Straße aus

Radebeuler sprechen sich vehement gegen einen Ausbau der Meißner Straße aus

"Die beste Variante ist die, bei der es am wenigsten Eingriffe gibt", brachte Bettina Gruber-Scheller die Stimmung auf den Punkt. Sie ist Anwohnerin der Meißner Straße im Abschnitt zwischen Schiller- und Eduard-Bilz-Straße, der als nächstes in Radebeul saniert werden soll.

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Die Meißner Straße beim vierspurigen Ausbau. Dafür müsste die Straßenbahn-Haltestelle in stadtauswärtiger Richtung nach Dresden verschoben werden, die Fußwege fallen teilweise sehr schmal aus.

Quelle: SV Radebeul

In der Lößnitzstadt wird derzeit heiß diskutiert, ob die Hauptverkehrsader auf vier Fahrspuren verbreitert werden soll.

Das Votum der Anwohner, die sich jetzt zu einem Info-Abend versammelt hatten, fällt eindeutig für die schmalere Variante aus, bei der sich Straßenbahn und Autos eine Fahrspur teilen. Es handelt sich dabei um den von der Verwaltung bevorzugten Entwurf. Sie geht also mit gestärktem Rücken in die Variantendiskussion im Stadtentwicklungsausschuss nach der Sommerpause, bei der aber auch Befürworter des vierspurigen Ausbaus zu Wort kommen werden. Entschieden sei noch längst nichts, betonte entsprechend Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos), der immer wieder auf den frühen Planungsstand des Vorhabens verwies. Für den Ausbau ist noch ein Planfeststellungsbeschluss erforderlich, weshalb nach derzeitiger Planung erst 2016 gemeinsam mit dem schon beschlossenen Abschnitt zwischen Rennerbergstraße und Dr.-Külz-Straße gebaut werden soll. Zu den Kosten lasse sich derzeit nichts genaues sagen. "Mehrere Millionen Euro" werden es aber schon sein, sagte Müller. Wobei der vierspurige Ausbau eine knappe Million Euro teurer ausfallen werde. "Plus die Kosten für Grundstücksankäufe", wie Müller ergänzte.

Die sind das wesentliche Problem der vierspurigen Variante. Die Meißner Straße ist in dem Abschnitt zwischen 17 und 19,50 Meter breit. 20 bis 23 Meter werden gebraucht, wenn man neben den Gleisen für die Straßenbahn noch eine Fahrspur für die Autos in jeder Richtung und je einen Schutzstreifen für Radfahrer bauen will. Rund 50 Bäume müssten dafür fallen und in zahlreiche Grundstücke eingegriffen werden. Erwartungsgemäß ist keiner der Anwohner davon begeistert, dass der Verkehr künftig dichter an seiner Hauswand vorbeirollen könnte. Für diesen Fall kündigte Ralf Eisenschmidt schon mal "jede Menge Probleme" an. "Ich kenne keinen, der freiwillig verkaufen will", sagte er. Er kann als eine Art Wortführer angesehen werden, organisiert derzeit eine Flugblattaktion und Unterschriftensammlung gegen den vierspurigen Ausbau. Veit Tittel vom Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal spricht diesem gar jede Notwendigkeit ab. So sei der Verkehr auf der Meißner Straße seit 2002 von 18 800 auf 16 200 Fahrzeuge täglich zurückgegangen. Für 2025 werden gar nur 15 500 Fahrzeuge prognostiziert, was mit dem fortschreitenden Ausbau der S 84 zu tun hat.

Entsprechend musste sich Baubürgermeister Müller schon fragen lassen, warum es überhaupt diese vierspurige Variante gibt. "Hätten wir ihnen nur die schmalere Variante präsentiert, hätte man eine vierspurige gefordert", konterte er. Tatsächlich hat die Straßenverbreiterung einen Vorteil: Autos können an der Straßenbahn vorbei fahren, während sie in der schmaleren Variante eine Fahrspur mit der Straßenbahn teilen. Allerdings müssen sie spätestens auf Höhe der Hauptstraße auf die Gleise ausweichen, weil dort die Gebäude auf beiden Straßenseiten für vier Fahrbahnen zu eng beieinander stehen. Die Alternative wäre ein Abriss, der aber finanziell nur schwer zu stemmen und politisch kaum durchzusetzen ist.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) profitieren vom Ausbau in jedem Fall, werden doch neben der Gleissanierung zwei Haltestellen barrierefrei umgebaut. "Wir können mit der schmalen Variante sehr gut leben", sagte Jan Bleis entsprechend, der bei den DVB für die Verkehrsplanung verantwortlich ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2014

Uwe Hofmann

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