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Radebeuler Villa Kolbe ist ein Streitfall

Immobilien Radebeuler Villa Kolbe ist ein Streitfall

Die Villa Kolbe, eine seit Mitte der 90er Jahren leerstehende Neorenaissance-Villa an der Ecke Zinzendorfstraße/Meißner Straße, ist inzwischen so umstritten wie die Friedensburg.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Davon kann man nicht genug haben, mag sich Pit Müller gedacht haben. Gleich zwei Mal taucht die Friedensburg in seinem Bild „Lauchsebeul“ auf, das in der aktuellen Ausstellung in der Radebeuler Stadtgalerie zu sehen ist. Tatsächlich ist die Friedensburg in gewisser Hinsicht nicht einmalig im Stadtgebiet. Die Villa Kolbe, eine seit Mitte der 90er Jahren leerstehende Neorenaissance-Villa an der Ecke Zinzendorfstraße/Meißner Straße ist inzwischen eine ähnlich umstrittene Immobilie. Ähnlich gelagert ist auch das Interesse der Radebeuler an beiden Gebäuden. Die Friedensburg nähmen sie lieber heute als morgen als Gastwirtschaft in Besitz, die Villa Kolbe sähen sie gern frisch saniert. Stattdessen wirkt das Parkgelände, das das 1892 errichtete, schlossartige Gebäude umgibt, reichlich verwahrlost. Als eine der wenigen unternehmen die Eigentümer auch nichts gegen die wilde Plakatierung an den teils sehr brüchigen Zäunen, was zeigt, wie wenig man sich mit der Stadtverwaltung versteht.

Wie die DNN nun erfuhren, liegen beide Seiten auch wegen Baufragen im Clinch. So wollen die Eigentümer – ob es sich dabei immer noch um die angeblich uneinige Erbengemeinschaft handelt, war nicht in Erfahrung bringen – ein Mehrfamilienhaus auf dem Grundstück der Villa Kolbe bauen. Nach Informationen der DNN soll es auf der Rückseite der Villa an der Rathenaustraße entstehen. Bei der Stadt hat man den im Frühjahr gestellten Bauantrag postwendend abgelehnt, jetzt liegt das Verfahren bei der Landesdirektion Sachsen, die sich zum Stand gefragt zu keiner Aussage durchringen konnte. Pikant dabei: 1999 hat man im Rathaus einen Bauvorbescheid für einen Neubau an der Rathenaustraße ausgestellt. Da dieser Vorbescheid jedoch von den Antragstellern nicht verlängert wurde und der nun gestellte Bauantrag über damals getroffene Vereinbarungen hinaus gehe, habe man ihn abgelehnt, sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Warum man Ende der 90er überhaupt einem Bau zugestimmt hatte, beantwortete er nicht. Klar ist: Heute will sich Radebeul gegen einen solchen Plan, der einen erheblichen Eingriff in das Grundstück Villa Kolbe darstellt, mit Händen und Füßen wehren.

Die Uneinigkeit zwischen Stadt und Besitzern hat ihre Folgen. Davon kündet beispielsweise das Youtube-Video „Verlassene Ärzte-Villa Kolbe“, das Innenansichten der Villa zeigt: Das denkmalgeschützte Gebäude verfällt. Zwar gibt es für die Sanierung der Villa und des Kutschenhauses, wobei insgesamt neun Wohnungen entstehen sollen, seit Jahren eine Baugenehmigung. Gegen diese gehen allerdings die Eigentümer vor, weil sie einige der darin formulierten Auflagen nicht erfüllen wollen. Und das erinnert doch stark an die Friedensburg. Wie auch die Zeit, die die Lösung des Konflikts braucht: Dieses Verfahren liegt seit 2012 bei der Landesdirektion zur Entscheidung.

Uwe Hofmann

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