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Radebeuler Spitzhaustreppenlauf: Zum Jubiläum ein Doppel-Rekord

Radebeuler Spitzhaustreppenlauf: Zum Jubiläum ein Doppel-Rekord

Der Münchner Andreas Allwang ist der neue Herrscher des Mt. Everest Treppen-Marathons. Bei der zehnten Ausgabe des Extremlaufs in Radebeul benötigte der Süddeutsche 13 Stunden und knapp 27 Minuten, um 100 Mal die Spitzhaustreppe hinab und wieder hinauf zu steigen.

Radebeul.

Er hat damit den 2012 vom Schweizer Sepp Schreiber aufgestellten Rekord um mehr als 20 Minuten unterboten. Schreiber war auch bei der Jubiläumsausgabe des Spitzhaustreppenlaufs mit von der Partie, musste sich aber nach neun Stunden geschlagen geben. Da hatte er aber immerhin schon 63 Runden geschafft.

Zweiter wurde Lokalmatador Ulf Kühne, der nach etwas mehr als 15 Stunden ins Ziel kam. Bei den Frauen sorgte Dauersiegerin Ulrike Baars ebenfalls für einen neuen Rekord. Die Dresdnerin blieb eine Sekunde unter 17:07 Stunden. Insgesamt kamen am Sonntag 29 Läufer ins Ziel, davon vier Frauen. Unter ihnen war auch der Dresdner Alexander Helbig, der als einziger Läufer alle zehn Spitzhaustreppenläufe zu Ende gebracht hat.

Von Beginn an ließ Allwang, der von den Läufern nur Andi genannt wird, keinen Zweifel an seinem Rekordversuch. Viele haben ihm ein gutes Ergebnis zugetraut, schließlich lief er bei Schreibers altem Rekordlauf 2012 nur rund 7:30 Minuten nach dem Schweizer als Zweiter ins Ziel. Dass der Münchner aber anfangs mit Rundenzeiten von knapp über sechs Minuten auftrumpfte, sorgte bei so manchem der mehrere Hundert Zuschauer doch für Staunen. Üblich sind bei guten Läufern Rundenschnitte von etwas über acht Minuten. Wie bei allen Extremläufen gilt: Ein zu hohes Tempo zahlt man im Rennverlauf bitter zurück, wenn Stunden später die Beine schwer werden und gar nichts mehr geht. Nicht so bei Allwang, der damit den Schweizer Läufern, die sonst in Radebeul die Rekorde aufstellen, einen Bestwert wegmopste. Der Läufer, der die meisten Runden innerhalb von 24 Stunden - der Rennzeit, in der die 100 Runden für einen erfolgreichen Lauf absolviert sein müssen, bleibt aber ein Schweizer: Kurt Hess, der auch erster Sieger auf der Spitzhaustreppe war, ging 2007 sage und schreibe 144 mal abwärts und wieder hinauf. Auf seinen Spuren wandelte Ulrike Baars, die dieses Jahr immerhin 114 Runden innerhalb der 24 Stunden schaffte.

Allwangs Rekordlauf blieb aber nicht er einzige Hingucker bei bestem Wetter. Die Radebeuler Feuerwehr hatte eine Touristenstaffel angemeldet, bei der sich 100 Läufer in die Distanz teilten. Das Besondere: Die Kameraden gingen in voller Montur, in mehr als 30 Kilogramm schwerer Kluft und mit Atemschutzgeräten. Während die Radebeuler Feuerwehrmänner das Härtetraining auf der Spitzhaustreppe schon kennen, mussten sich die vielen aus ganz Deutschland angereisten Kameraden erst darauf einstellen. Wegen der hohen Belastung liefen die Feuerwehrmänner außer Konkurrenz, benötigten fast 19:30 Stunden für das Ziel. Bei den Touristenstaffeln war das Team des Lößnitzgymnasiums mit 11:37:39 mal wieder am schnellsten. Bei den Dreierseilschaften setzten sich mit den drei Großenhainer Läufern "Schritt für Schritt" in 11:46:29 Stunden ebenfalls Bekannte durch.

Spektakel und sportliche Herausforderung: Der Spitzhaustreppenlauf ist im zehnten Jahr unter den Extremläufen eine feste Größe. "Wir hätten eigentlich schon Mitte September über 100 Leute laufen lassen können", sagt Christian Hunn. Der Radebeuler hatte die Idee zum Spitzhaustreppenlauf, bei dem genau so viele Höhenmeter überwunden werden, wie der Mt. Everest misst und gleichzeitig die doppelte Marathonstrecke absolviert wird.

Der Extremlauf lockt schon seit Jahren Läufer aus der ganzen Welt: Starter kamen schon aus Israel und Abu Dhabi. In diesem Jahr waren auch ein US-Amerikaner, ein Belgier, ein Däne, zwei Franzosen, zwei Österreicher, zwei Schweizer und ein Luxemburger dabei. Seit drei Jahren können auf der Treppe Punkte für den Weltcup der Treppenläufer errungen werden, bei dem sonst die Treppenhäuser von Wolkenkratzern als Wettkampfstrecke dienen. Seit diesem Jahr gehört der Spitzhaustreppenlauf zudem zum Streckenkanon von "Towerrunning Germany".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.04.2014

Uwe Hofmann

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