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Radebeuler Skalp-Debatte jetzt auch in der New York Times

Radebeuler Skalp-Debatte jetzt auch in der New York Times

Die vor einem knappen halben Jahr um im Karl-May-Museum ausgestellte Skalpe entbrannte Debatte hat gestern auch die US-Öffentlichkeit erreicht. Der New York Times war die von dem indianischen Rückführungsbeauftragten Cecil Pavlat angestoßene Diskussion einen großen Bericht in ihrer Montagsausgabe wert.

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Umstritten: Skalpe des Karl-May-Museums sollen laut einer Vereinbarung an die indianischen Nachfahren zurückgegeben werden - wenn die Herkunft klar bewiesen ist.

Quelle: Archiv

Tenor des Artikels, der nicht ohne ironische Seiten- hiebe auf die Wild-West-Romantik der Deutschen auskommt: Bei der Anerkennung indianischer Rechte, die heute nach langen Auseinandersetzungen seit den 1960er Jahren in den USA allgemein akzeptierter Standpunkt und geltendes Recht ist, habe man in Deutschland noch Nachholbedarf.

Entsprechend verweist Autorin Melissa Eddy auf das National Museum of the American Indian als Vorbild, wo man Anfang der 1990er die Rückgabe sämtlicher Skalpe beschlossen habe. Wie ein Bumerang kehrte ihr Bericht gestern zurück nach Deutschland, wo er das Internet-Portal Spiegel-Online zu einer ziemlich unzutreffenden Berichterstattung inspirierte. Von der im Juni getroffenen Verständigung zwischen Museumsführung und Pavlat war dort jedenfalls nicht viel zu lesen (DNN berichteten). Im Karl-May-Museum hat man dagegen andere Sorgen. Teil der Vereinbarung ist es, die Herkunft der 17 Skalpe, die alle nicht mehr in der Ausstellung zu sehen sind, zweifelsfrei zu klären.

Auf diese Weise wolle man sicher gehen, sie an die richtigen Nachfahren zurückzugeben, wie Kustos Hans Grunert sagt. "Wir sind immer noch damit beschäftigt, Gelder für die Untersuchung zu beantragen", sagt er. Das habe sich als unerwartet schwierig herausgestellt. Selbst wenn sie zusammenkommen, droht die nächste Hürde. Denn mit einer einfachen Haaranalyse ließe sich allenfalls klären, ob die Skalpe tatsächlich menschlichen Ursprungs sind und ganz allgemein das Herkunftsgebiet eingrenzen. Mehr geht ohne eine DNA-Analyse nicht. Dafür müssten allerdings auch die indianischen Völker, die die Skalpe überführen wollen, eine Probe abgeben. "Und die sind solchen DNA-Proben nicht allzu offen gegenüber eingestellt", sagt Grunert. In den USA seien Skalpe, die sich nicht zuordnen ließen, in einer allgemein anerkannten Zeremonie verbrannt worden, heißt es im Artikel der New York Times.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.08.2014

Uwe Hofmann

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