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Radebeuler Pharma-Firma finanziert als erste klinische Medikamenten-Tests über Crowdfunding

Radebeuler Pharma-Firma finanziert als erste klinische Medikamenten-Tests über Crowdfunding

Das Pharma-Unternehmen Riboxx hat es tatsächlich geschafft: Eine Million Euro hat die Radebeuler Firma bei der Crowdfunding-Plattform Seedmatch eingeworben. Von 929 Investoren, die alle Beträge zwischen 250 und 10 000 Euro eingezahlt haben.

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Pioniertat im 21. Jahrhundert: Jacques Rohayem hat mit seiner Radebeuler Firma Riboxx über ein Crowdfunding-Portal eine Million Euro aufgetrieben, um ein Krebs-Medikament klinisch zu testen.

Quelle: Archiv/Martin Förster

Das sind Summen, die in den meisten Unternehmen der Pharma-Branche in die berüchtigte Kategorie "Peanuts" fallen, für Riboxx stellt die erste erfolgreiche Pharma-Kampagne auf dem Schwarmfinanzierungs-Portal aber so etwas wie einen Befreiungsschlag dar. Die Firma will mit der eingeworbenen Million die klinischen Studien für das Medikament Riboxxim bezahlen, das bei Krebspatienten nach der kräftezehrenden Behandlung durch Chemotherapie, Bestrahlung und OP das Immunsystem wieder in Gang bringt. Dafür gebe es bisher kaum passende Wirkstoffe, sagt Riboxx-Chef Jacques Rohayem. Der Virologe hat das Unternehmen 2010 als eine Ausgründung aus der TU Dresden in den Radebeuler Pharma-Park gebracht.

Dort entwickeln 15 Mitarbeiter Wirkstoffe, die gegen Krebs, Infektionen und degenerative Erkrankungen eingesetzt werden können. Und das mit Erfolg, wie Rohayem bekräftigt: 16 Patente gingen auf Riboxx zurück, mit fünf Pharmariesen habe man bisher gemeinsame Projekte angeschoben. Auf die Großen der Branche ist ein Unternehmen wie Riboxx, das ganz am Anfang der Kette der Wirkstoffsuche steht, immer dann angewiesen, wenn es an die Erprobung des Medikaments am Menschen geht. Diese sogenannten klinischen Studien zerfallen in mehrere Phasen, die allesamt mehrere Millionen Euro kosten. Zuviel für ein kleines Unternehmen.

Um länger über den eigenen Wirkstoff bestimmen zu können, hat Rohayem mit Riboxxim nun einen anderen Weg beschritten. Die Million aus der Schwarmfinanzierung sorgt dafür, dass zumindest die erste Phase der klinischen Testung in der Hand von Riboxx bleibt. Man werde nun ein Unternehmen finden, dass den Wirkstoff herstellt und dann die nötigen Studien erstellen, kündigt Rohayem an. In etwa einem Jahr werden die Ergebnisse vorliegen. Dabei geht es zunächst darum, Wirkung und Verträglichkeit des Medikaments zweifelsfrei nachzuweisen. Das Ergebnis wird dann ganz entscheidend sein für Riboxx und seine Mikroinvestoren.

Sollte sich der Wirkstoff als unbrauchbar erweisen, ist deren Geld verloren. Wenn nicht, könnte Riboxx einen deutlich besser dotierten Partnerschaftsvertrag mit einem der Pharmariesen abschließen. Für die Mikroinvestoren könnte das hohe Gewinne bedeuten. Rohayem selbst schiebt das Finanzielle jedoch gar nicht so in den Vordergrund. Man könnte bei einer späteren Verpartnerung mehr Kontrolle über den eigenen Wirkstoff behalten, etwa durch Vertragsklauseln, die ein Verschwinden in irgendeiner Schublade verhindern. Auch persönlich ist ihm an einer erfolgreichen Testung gelegen. Er hat seine Mutter durch einen Lungenkrebs verloren, der eigentlich kuriert war, aber nach Jahren plötzlich zurückkehrte. Genau diese Rückfälle soll Riboxxim verhindern helfen, sagt Rohayem.

Er bewertet die Schwarmfinanzierung im Übrigen als außerordentlich positiv. Dabei hat ihn die Kampagne viel Zeit gekostet. Er hat die Social-Media-Kanäle Youtube, Facebook und Twitter beständig mit neuen Informationen bespielt, um Geldgeber zu finden. Dieses Engagement bleibt hoch, weil die Investoren bei Laune gehalten werden müssen. Zudem hat sich Rohayem einen Namen in der Branche gemacht. Fachblätter und überregionale Medien haben (nach den DNN) über seine Pioniertat in Sachen Crowdfunding berichtet, auch bekomme er jetzt häufiger Einladungen, auf Kongressen zu sprechen. "Ich muss aber leider vielen absagen." Schließlich gehe jetzt die Arbeit erst richtig los.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.01.2015

Uwe Hofmann

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