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Radebeuler Marlon Gregur gewinnt Motorrad-Rennserie – als Achtjähriger

Pocket-Bike Radebeuler Marlon Gregur gewinnt Motorrad-Rennserie – als Achtjähriger

Champion nach nicht einmal zwei Jahren im Wettbewerb – das ist selbst bei großem Talent kaum zu schaffen. Marlon Gregur kann darüber nur schmunzeln. Der achtjährige Radebeuler fährt seit September 2014 auf einem Pocket-Bike Rennen in einem vom Automobilclub ADAC bundesweit organisierten Klassement. Die Meisterschaft ist ihm dort nicht mehr zu nehmen.

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Der achtjährige Marlon in Aktion. Schon vor Ablauf der deutschlandweiten Pocket-Bike-Rennserie ist dem Radebeuler der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Champion nach nicht einmal zwei Jahren im Wettbewerb – das ist selbst bei großem Talent kaum zu schaffen. Marlon Gregur kann darüber nur schmunzeln. Der achtjährige Radebeuler fährt seit September 2014 auf einem Pocket-Bike, einer Art kleinem Motorrad, Rennen in einem vom Automobilclub ADAC bundesweit organisierten Klassement. Im „ADAC Pocket Bike Cup“ endet die Saison eigentlich erst Ende September mit einem Rennen in Faßberg, Marlon ist aber schon jetzt uneinholbar Meister. Wie es für ihn nun weiter geht, ist offen.

Schon mit vier Jahren habe Marlon, das dritte Kind der Gregurs, festgestellt: „Ich möchte Motorrad fahren.“ Überrascht hat das Vater Ralf Gregur nicht, „ich fahre ja selbst ein wenig“, sagt er. Aufs Zweirad gedrängelt habe er seinen Drittgeborenen dennoch nicht. Nur unterstützt, als sich zeigte, das Marlon, der das Winterhalbjahr als Jugendspieler der Dresdner Eislöwen ziemlich eingespannt ist, von seinem Wunsch nicht abließ. Also wurde ein Pocket-Bike angeschafft, eine kleine Maschine mit vier Pferdestärken im Zweitaktmotor, die sich allerdings auf 50, 60 Stundenkilometer beschleunigen lässt. Auf den kurvenreichen Rennstrecken, als die meist Kart-Rennbahnen dienen, seien die Kinder allerdings eher mit 40 Kilometern in der Stunde unterwegs, sagt Ralf Gregur. Kostenpunkt für das Gefährt: Rund 2500 Euro, dazu Rennkombi und Helm für den Piloten und ständige Ausgaben für die Wartung der Maschine.

Auch sonst ist der Aufwand vergleichbar mit dem aus dem Rennzirkus der Grand-Prix-Serien – im kleinen Maßstab, versteht sich. Vater Ralf Gregur fährt mit Sohnemann Marlon auf Rennstrecken der näheren und ferneren Umgebung, wo auch immer rare Trainingszeiten angeboten werden. Am Rennwochenende selbst reist die Familie in einem geliehenen Wohnwagen an. Nach freiem Training und Qualifying stehen dann zwei Rennläufe an. Gewertet wird in zwei Kategorien, die nach den Herstellern der Pocket-Bikes unterschieden werden, Blata und GRC. Marlon ist Meister der GRC-Wertung.

Dass er das schafft, habe sich schon in der vergangenen Saison angedeutet, meint Mutter Cornelia Gregur. In seinem Premierenjahr hat Marlon meist dritte, vierte Plätze eingefahren, hat sich gegen Ende der Rennserie immer mehr stabilisiert, in Oschersleben dann zum ersten Mal als Sieger auf dem Treppchen gestanden und alkoholfreien Kindersekt verspritzt. „Da waren auch Rennen mit Stürzen dabei“, sagt sie. Groß etwas passiert sei aber nicht. Marlon habe gemerkt, dass er im Rennen nicht übereilt handeln darf, bei allem Ehrgeiz kühlen Kopf bewahren muss, sagt Vater Ralf Gregur.

In der aktuellen Serie, in der der junge Rennpilot seinen hilfsbereiten Papa schon mal vom Parcours schickt, weil er vor sich vor dem Start noch ein wenig konzentrieren will, profitiert der Achtjährige offenbar von diesen Erfahrungen. Mit einer Ausnahme, einem vierten Platz im ersten Lauf von Wittgenborn, fuhr Marlon nur erste Plätze ein. Inzwischen hat er so viele Pokale, dass im Hause Gregur so langsam der Platz knapp wird. Marlon ist ja auch nicht das einzige sportliche Kind im Haus. Sein 13-jähriger Bruder Kilian ist soeben nach Berlin in ein Internat gezogen, damit er an der Spree in ein Sportgymnasium gehen und beim Nachwuchs der Eisbären Eishockey spielen kann. Zuletzt war Marlon der einzige, der mit den zwei Führenden der Blata-Wertung auf ihren schnelleren Maschinen mithalten konnte. Ohne sie wäre er in einer eigenen Klasse unterwegs gewesen.

Dieses Schicksal scheint ihn jetzt zu ereilen. Weil Marlon als Erstplatzierter nicht mehr im Pocket-Bike-Cup mitfahren darf, kommt auf ihn wohl eine längere Trainingsphase zu. Er könnte auch in die Mini-Bike-Rennserie aufsteigen. „Das kommt für Marlon aber sicher zu früh“, sagt Vater Ralf Gregur und Marlon nimmt es achselzuckend hin. Bedenken gibt es vor allem, weil so ein Mini-Bike etwa 70 Kilogramm wiegt. Marlon müsste diese Maschine als Fahrer selbst aufrichten können, verlangt eine Sicherheitsregel für den Fall, dass er mal stürzt und sich vom Mini-Motorrad befreien muss. „Vielleicht steigt Marlon übernächstes Jahr bei den Mini-Bikes ein“, sagt Ralf Gregur.

Das wird dann für die Familie noch mal eine ordentliche Herausforderung, nicht nur weil in der höhren Rennklasse derzeit an zehn statt sieben Wochenenden Rennen gefahren werden. Auch finanziell steigt der Aufwand. Etwa 5000 Euro kostet das Zweirad, etwa 1500 Euro die Rennausstattung dafür und für eine Motorrad-Kombi für Marlon werden noch einmal rund 500 Euro fällig. Die Familie sucht deshalb Sponsoren, auch um Marlon Trainingszeiten und die Anreise zu Rennen zu finanzieren. Interessenten können sich unter mkmcr@online.de an die Familie wenden.

Von Uwe Hofmann

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