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Radebeuler Karl-May-Museum präsentiert kühnes Konzept für neue Indianer-Ausstellung

Radebeuler Karl-May-Museum präsentiert kühnes Konzept für neue Indianer-Ausstellung

Das Karl-May-Museum will seine Indianer-Ausstellung komplett umkrempeln. Den Schritt hatte man bereits 2010 angekündigt, in der beabsichtigten Radikalität überrascht er aber doch.

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Katja Margarethe Mieth, Direktorin der Landesstelle für Museumswesen, Volkskundlerin Juliane Stückrad und Museums-Chefin Claudia Kaulfuß (v.l.).

Quelle: Martin Förster

Ursprünglich war geplant, die Villa Bärenfett, die bisher die Sammlung beherbergt, etwas umzubauen und die Ausstellung zu überarbeiten. Eine Idee, von der man sich gänzlich verabschiedet hat. Auch weil die Denkmalpflege ihr Veto eingelegt hat, wie Katja Margarethe Mieth, Direktorin der Landesstelle für Museumswesen, andeutet. Stattdessen ist nun ein Neubau geplant, der für die Präsentation der Sammlung ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

"Das Haus wird sich perspektivisch zu einem ganz neuem Player entwickeln können. Das ist die große Aufgabe", beschreibt das Mieth. Gemünzt sind diese Worte auf die Möglichkeit, erstmals auch Exponate von anderen großen Sammlungen, vorrangig aus den USA, zu bekommen, was bei den schlechten konservatorischen Bedingungen in der Villa Bärenfett derzeit nicht geht. Die Worte beschreiben aber auch den Enthusiasmus, mit dem die Museums-Mitarbeiter in das Projekt gehen. Das Haus klagt seit Jahren über sinkende Besucherzahlen, mit dem Komplettumbau will man nun in neue Zeiten aufbrechen.

Ein vierköpfiges Wissenschaftler-Team hat sich an eine neue Ausstellungskonzeption gesetzt. Einer von ihnen, Robin Leipold, ist inzwischen als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Karl-May-Museum angestellt und soll den aus dem Amt scheidenden Kustos Hans Grunert ersetzen. Das Team lässt kaum ein gutes Haar an der bisherigen Präsentation der Exponate. "Die Objekte sind so ausgestellt, dass sie nicht verständlich sind", sagt etwa Juliane Stückrad, die das Team leitet. Vielen Exponaten fehle der Kontext, auch dürfe man nicht mehr so viel Vorwissen voraussetzen, weil sich junge Menschen heute kaum noch mit den in ihrer Vätergeneration beliebten Indianergeschichten beschäftigten. Hinzu kämen die technischen Mängel in der Villa Bärenfett. "Das Licht ist jenseits von Gut und Böse", sagt etwa Matthias Runge, der die neue Ausstellung entworfen hat.

Diese folgt im wesentlichen drei Ideen: Zum einen soll die Sammlungsgeschichte thematisiert werden und auch die Absicht, mit ihr den Autor Karl May zu ehren. Das geschieht in der Villa Bärenfett, die auf ihren Originalzustand zurückgebaut werden soll. Zum zweiten geht es, dann im Neubau, um die vorgefertigten Meinungen gegenüber den nordamerikanischen Indianern und den verschiedenen Rollen, die sie einnehmen müssen, etwa als Filmindianer, Werbeträger, Faschingsfigur. Im dritten, umfangreichsten Teil sollen die Exponate in ihrer Ästhetik und historischen Bedeutung zur Geltung kommen. Dabei werden die Stücke auf die verschiedenen Lebensräume der nordamerikanischen Ureinwohner verteilt, von der Arktis bis zur Prärie. Jedes Ausstellungsstück wird dabei flankiert von Fotografien, Skizzen, auch Cartoons und Zeichnungen, die seine Bedeutung und Verwendung beschreiben. Es werde auch an Texten zur Erläuterung gefeilt, aber man wolle die Ausstellung keinesfalls überfrachten, sagt Stückrad. Für die Kleinen gibt es in Reichweite für Kinderhände allerhand spielerische Lernhilfen, vom Magnetpuzzle bis zum Drehrad.

Zu den Kosten und dem genauen Zeitplan der Umgestaltung lässt sich laut Museum-Chefin Claudia Kaulfuß derzeit noch nichts sagen. Klar ist: Zuerst muss der Neubau stehen, ehe die neue Ausstellung eingerichtet werden kann. Mit der Stadt habe man eine Kommission gebildet, die an der Gestaltung des neuen Museumsgebäudes arbeitet. In der ersten Jahreshälfte will man Ergebnisse präsentieren, kündigt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) an. Das Karl-May-Museum sei inzwischen ins Sanierungsgebiet Radebeul-Ost aufgenommen, kann also für den Bau auf Fördermittel hoffen. Diese fließen allerdings nur bis 2019. Die - sicher beträchtlichen - Eigenmittel will man durch Spenden aufbringen.

Uwe Hofmann

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