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Radebeuler Jugendherberge zahlt nur noch ein Fünftel Pacht

Hoffnung auf Investitionen Radebeuler Jugendherberge zahlt nur noch ein Fünftel Pacht

Die Jugendherberge am S-Bahn-Haltepunkt Weintraube muss künftig nur noch ein Fünftel der bisherigen Jahrespacht in die Radebeuler Stadtkasse einzahlen. Statt reichlich 30.000 Euro sind künftig rund 6100 Euro Pachtzins im Jahr fällig.

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Die Radebeuler Jugendherberge wird um ein paar von ihr nicht genutzte Grundstücke erleichtert und zahlt dafür einen deutlich geringeren Pachtzins an die Stadtkasse. Radebeul hofft so, den Jugendherbergsverband zu dringend nötigen Investitionen zu bewegen. Foto: Uwe Hofmann

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Die Jugendherberge am S-Bahn-Haltepunkt Weintraube muss künftig nur noch ein Fünftel der bisherigen Jahrespacht in die Radebeuler Stadtkasse einzahlen. Statt reichlich 30 000 Euro sind künftig rund 6100 Euro Pachtzins im Jahr fällig. Die Jugendherberge am S-Bahn-Haltepunkt Weintraube muss künftig nur noch ein Fünftel der bisherigen Jahrespacht in die Radebeuler Stadtkasse einzahlen. Statt reichlich 30 000 Euro sind künftig rund 6100 Euro Pachtzins im Jahr fällig, eine Ersparnis von etwa 24 000 Euro, die sich über die lange Laufzeit des Mitte der 90er Jahre auf 99 Jahre abgeschlossenen Erbpachtvertrags zu einer stattlichen Summe auswächst. Die Stadt trägt damit der Verkleinerung des Grundstücks von 10 780 auf 7300 Quadratmeter Rechnung, die vor allem durch die Verlagerung der Richard-Wagner-Straße verursacht wird. Doch auch an anderer Stelle wird das Jugendherbergs-Grundstück, dass Radebeul erst 2014 für 280 000 Euro vom Landkreis gekauft hat, reduziert. So wird der Parkplatz, der zwar seit Jahren vom Freizeitzentrum Krokofit genutzt wird, sich aber auf Jugendherbergs-Gelände befindet, der Stadt zugeschlagen. Ebenso ein kleines Stück an der Kreuzung Weintraubenstraße und Roseggerstraße, das für den 2017 geplanten Straßenausbau benötigt wird, sowie ein von dort zur Richard-Wagner-Straße verlaufender schmaler Streifen, der einmal zum Fuß- und Radweg Richtung Krokofit umgestaltet werden soll.

Großer Gewinner der Regelung ist die Jugendherberge, genauer gesagt der sächsische Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks. Der soll vor Jahren Probleme gehabt haben, seine Jahrespacht an den Landkreis Meißen zu entrichten, wie aus dem Umfeld des Landratsamts zu hören war. Seitdem das Grundstück in Stadtbesitz ist, sei immer pünktlich gezahlt worden, sagt hingegen Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Im vergangenen Jahr ließ sich allerdings Thomas Müller, Vorstand des Jugendherbergs-Landesvorstandes, die Aussage entlocken, dass sich der Standort mit reichlich 7000 Übernachtungen im Jahr finanziell nicht selbst trägt und der Landesverband zur Pacht beitragen müsse. Dieses Problem ist nun vom Tisch.

Die Reduzierung hat zwar ihre Ursache in den Eingriffen ins Grundstück, dass sie so heftig ausfällt, ist einem anderen Grund geschuldet. Die 280 000 Euro Kaufpreis, die Radebeul nach langer Debatte an den Landkreis zahlte, entsprechen in etwa nur einem Drittel des Verkehrswertes, der ursprünglich einmal in den 90er Jahren zur Festlegung des Pachtzinses angenommen wurde. "Die Zeiten ändern sich eben", meinte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) zu der deutlichen Grundstücksentwertung lapidar. Was sich 2014 als ein Segen für die Stadtkasse erwiesen hat, wird jetzt ihr Fluch: Bei der Neuberechnung der Jahrespacht habe man das neue Verkehrswertgutachten zur Grundlage nehmen müssen, führt Baubürgermeister Müller aus. Die Ersparnis der öffentlichen Hand nicht weiterzugeben, wäre unredlich, fügt OB Wendsche an.

Eigentlich hatte man eine sechs-prozentige Verzinsung angedacht, was reichlich 12 000 Euro in die Stadtkasse gespült hätte. Weil die Jugendherberge aber dringend saniert werden müsste - der zuständige Experte Helios Maiwald spricht gar von Abriss und Neubau - wird der Pachtzins halbiert. Diese Regelung gilt bis zur Inbetriebnahme eines Neubaus, längstens aber zehn Jahre. Besonders an diesem Punkt setzt die Kritik von Stadträten von SPD und Bürgerforum/Grüne an, die eine ungerechtfertigte Bevorteilung der Jugendherberge sehen. Fünf Prozent seien für die Jugendherberge machbar und für die Refinanzierung des von der Stadt gezahlten Kaufpreises auskömmlich, meinte Heinz-Jürgen Thiessen (Bürgerforum/Grüne), der selbst Unternehmer ist.

Dennoch hielten Stadtverwaltung und die Mehrheit des Verwaltungs- und Finanzausschusses an dem Plan fest. Man müsse "den Standort sichern", begründete das CDU-Fraktions-Chef Ulrich Reusch etwas verschleiernd. Klartext: Wenn die Jugendherberge nicht saniert wird, steht sie in ein paar Jahren vor dem Aus. Deshalb rollt Radebeul nun dem Jugendherbergswerk einen roten Teppich aus, das für die Erneuerung tief in die Tasche greifen müsste. Ob saniert wird oder nicht, entscheidet sich letztlich aber in der Haushaltsdebatte des Landtages - ohne dort bewilligte Fördermittel wird aus den Modernisierungsplänen nichts.

uwe hofmann

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