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Radebeul will Neubau hinter Villa Kolbe verhindern

Bebauungsplan als Kampfmittel Radebeul will Neubau hinter Villa Kolbe verhindern

Im Streit um die Villa Kolbe legt Radebeul noch einen Zahn zu. Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadträte die Aufstellung eines Bebauungsplans bewilligt, der jegliche neue Bebauung auf dem Grundstück der Villa verhindert.

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Radebeul. Im Streit um die Villa Kolbe legt Radebeul noch einen Zahn zu. Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadträte die Aufstellung eines Bebauungsplans bewilligt, der jegliche neue Bebauung auf dem Grundstück der Villa verhindert. Das 1891 entstandene Ensemble aus einem im Stile eines Renaissanceschlosses gehaltenen Villenbaus mit einem englischen Park soll erhalten bleiben, heißt es in der Zielvorgabe des Plans. „Wir wollen deutlich machen, wie die politische Zielstellung ist“, sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Wie die DNN Ende September exklusiv berichteten, gibt es Streit, weil die Eigentümer der Villa auf der Rückseite des Gebäudes an der Rathenaustraße ein Mehrfamilienhaus errichten wollen.

Die Lage ist einigermaßen verfahren, weil sich beide Seiten im Recht wähnen. 1999 hatte man im Rathaus noch einen Bauvorbescheid für einen Neubau an der Rathenaustraße ausgestellt. Nach Darstellung von Müller sei dieser jedoch ausgelaufen, ohne dass sich jemand um eine Verlängerung bemüht hätte. Einen jüngst gestellten Bauantrag, der über den damals schon fast bewilligten Neubauumfang noch hinausging, habe man abgelehnt. Über dieses Verfahren muss nun die Landesdirektion entscheiden.

Möglich, dass sich mit dem Bebauungsplan nun noch ganz andere Gerichte befassen müssen. „Es geht um die Frage, ob es ein Baurecht gibt, dass man durch den Bebauungsplan entziehen würde“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Es droht ein Marathon durch die Instanzen wie bei der Friedensburg. Auch bei ihr wird über einen Bebauungsplan gestritten, allerdings weil er die Einrichtung einer Gastronomie vorschreibt. Dass Radebeul an für das Stadtbild wichtigen Stellen letzte Fragen durch einen Bebauungsplan klären will, ist also keine Seltenheit.
Nicht alle Stadträte sind vom Vorgehen der Stadt begeistert. Die denkmalgerechte Sanierung der Villa Kolbe sei ein großer Aufwand, deshalb müsse man auf den Eigentümer zugehen, kritisiert Frank Sparbert (FDP). Der Oberbürgermeister hält dagegen, dass man immer bereit sei, sich außergerichtlich zu einigen. Die große Mehrheit der Stadträte folgt der Haltung der Stadtverwaltung. So ein großes Grundstück ziehe eben die „Bauwütigen“ an, meint Wolfgang Jacobi (CDU). Da sei es schon richtig, dass „der Denkmalschutz klare Linie vorgibt“.

„Noch einmal zehn Jahre Gerichtsstreit verträgt die Villa Kolbe nicht“, räumt allerdings Wendsche ein. „Das Dach ist etwas löchrig“, ergänzt Müller. SPD-Stadträtin Christine Schurig wäre es schließlich selbst wohl am liebsten, wenn sie mit ihrer Aussage nicht recht behielte: „Ich bezweifle, dass sich noch jemand findet, der dieses Haus saniert“, sagt sie.

Uwe Hofmann

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