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Radebeul werkelt an Bebauungsplan für Evangelisches Schulzentrum

Scheitern scheidet aus Radebeul werkelt an Bebauungsplan für Evangelisches Schulzentrum

In Sachen Evangelischem Schulzentrum ist das Radebeuler Stadtoberhaupt sichtlich bemüht, nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, das schon alles entschieden wäre. Dennoch hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mit einem Aufstellungsbeschluss für einen auf den Moritz-Garte-Steg zugeschnittenen Bebauungsplan erste Schritte unternommen.

Blick auf das geplante Schulgebäude der Evangelischen Grundschule von der Steinbachstraße aus gesehen

Quelle: Reiter Architekten

Radebeul. „Es ist ein Schritt, dem noch viele folgen werden“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). In Sachen Evangelischem Schulzentrum ist das Stadtoberhaupt sichtlich bemüht, nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, das schon alles entschieden wäre. Dennoch hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mit einem Aufstellungsbeschluss für einen auf das etwaige Schulgelände am Moritz-Garte-Steg zugeschnittenen Bebauungsplan erste Schritte auf dem Weg unternommen, an dessen Ende ein neues Schulgebäude für die bestehende Evangelische Grundschule und eine zum nächsten Schuljahr ins Leben gerufene Evangelische Oberschule samt Horträumen steht.

Tatsächlich scheint es bei Wendsches Zurückhaltung nicht nur um einen ordnungsgemäßen Verfahrensgang zu gehen, zu dem die Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit, darunter vor allem der Anwohner, gehören. Denn auch unter den Stadträten gibt es Kritiker, obwohl das Gremium die Idee, ein neues Evangelisches Schulzentrum in Radebeul-Mitte unterzubringen, mit einem von allen Fraktionen getragenen Antrag doch erst formal in die Diskussion eingebracht haben. Die Kritik bezieht sich vor allem auf das Grundstück, einen langen Schlauch entlang des Moritz-Garte-Stegs, auf dem sich derzeit noch die Baracken befinden, in denen früher die Werkstätten der Landesbühnen untergebracht waren. „Wir haben Zweifel, ob das der richtige Standort ist“, sagt etwa SPD-Stadtrat Thomas Gey. Man stimme dennoch zu, um das Projekt nicht zu gefährden. „Tatsächlich ist zu klären, ob das Grundstück für die Schule ausreichend ist und auch genügend Freiraum für die Anwohner bietet“, wird Stadträtin Eva Oehmichen (Bürgerforum/Grüne) konkreter. Linke-Stadtrat Christian Fischer will wissen: „Wo werden Parkplätze entstehen?“ Mangelnde Stellplätze seien in dem Bereich, in dem sich auch das Steinbachhaus des Lößnitzgymnasiums, die Lößnitzsporthalle, das Lößnitzstadion und die Landesbühnen Sachsen befinden doch jetzt schon ein Problem.

„Das Parken ist eines der Themen, mit dem man sich im Bebauungsplanverfahren auseinandersetzen wird“, beschwichtigt der Oberbürgermeister derartige Zweifel. Ihm und seiner Verwaltung ist daran gelegen, eine tragbare Lösung zu finden, die den Schulbau ermöglicht. Nicht allein, um der Schullandschaft der Lößnitzstadt einen weiteren Farbtupfer zu verpassen, zumal die einzügige Oberschule den staatlichen Schulen kaum Konkurrenz machen wird. Sondern auch, weil nur ein Schulneubau den Auszug der Evangelischen Grundschule aus ihren Gebäude an der Wilhelm-Eichler-Straße ermöglicht. Dort würde dann die Grundschule Kötzschenbroda einziehen, was der Oberschule Kötzschenbroda am derzeitigen aus allen Nähten platzenden Doppelschulstandort endlich die Luft zum Atmen verschaffen würde, die sie braucht. Die Oberschule könnte dann im Zuge des Sanierungsgebiets Radebeul-West saniert werden – das scheint derzeit der einzig gangbare Weg, die vielbeklagten Verhältnisse in Kötzschenbroda zu verbessern.

Das Evangelische Schulzentrum nutzt der Stadt also an anderer Stelle. Gleichzeitig verstärkt sich der ohnehin schon enge Zeitplan, den sich der Schulverein gesetzt hat. Der will 2020 bauen, worauf auch die Stadt angewiesen wäre. Denn das Sanierungsgebiet in West ist zeitlich sehr begrenzt. Damit am Doppelschulstandort Kötzschenbroda mit Städtebaumitteln etwas passieren kann, müsste die Grundschule tatsächlich in absehbarer Zeit in ein von der Evangelischen Schulgebäude verlassenes Gebäude umziehen.

Das bedeutet, dass man sich bei der Planung in der Verwaltung genauso wenig Zeit lassen kann, wie der Schulverein bei der Klärung der Finanzierung. Anfang September erst hat er einen erfolgreichen Spendenlauf organisiert, bei dem er mehr als 70 000 Euro eingeworben hat. Gebraucht werden allerdings eine Million Euro, um die Gesamtkosten von fünf Millionen Euro über Kredite finanzieren zu können. Je höher die eingenommene Spendensumme steigt und je mehr Zeit vergeht, desto weniger wird der Schulverein von den Plänen am Moritz-Garte-Steg zurückweichen können. Ähnliches gilt für die Stadt. Je weiter man gemeinsam mit dem Verein vorangeht, desto mehr ist man auf den gegenseitigen Erfolg angewiesen. Die Zeit für die Diskussion von Alternativen scheint vor diesem Hintergrund beschränkt.

Von Uwe Hofmann

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