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Radebeul und Moritzburg bekommen schnelles Internet, aber nicht überall

Bis zu 100 MBit/s Radebeul und Moritzburg bekommen schnelles Internet, aber nicht überall

Ab dem 14. März können Radebeuler und Moritzburger schneller im Internet surfen. Das gilt allerdings nicht für alle, vor allem Randbereiche profitieren vom Telekomausbau nicht. Beide Kommunen wollen sich gemeinsam mit Radeburg über Förderprogramme behelfen, das klappt bisher aber nicht so, wie noch vor einem Jahr erhofft.

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Schnelles Internet zum Anfassen: Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) wirft einen Blick ins Innerer eines Schaltverteilers auf dem Anger Altkötzschenbroda. In weiten Teilen von Radebeul wird dank Telekomausbau ab dem 14. März Internet mit hohen Übertragungsraten verfügbar,

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul/Moritzburg/Radeburg. Mit diesen Zahlen lässt sich protzen: Etwa 12 700 Haushalte in Radebeul und Moritzburg hat die Telekom in knapp einem Jahr an schnelles Internet mit einer Übertragungsrate von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) angeschlossen. Dabei habe man mehr als 100 Kilometer neue Glasfaserkabel verlegt und mehr als 70 Verteilerstationen aufgerüstet oder ganz neu installiert, sagt Steffen Hilbrich, Leiter der Abteilung Produktion Technische Infrastruktur 11 bei der Telekom. Zu den Investitionskosten äußert sich das Unternehmen nicht, sie bewegen sich aber bei Ausbauprojekten dieser Art in der Regel zwischen 100 000 Euro und einer Million Euro. Sie sind wegen der großen abgedeckten Fläche in diesem Fall eher im oberen Bereich der Spanne anzusiedeln.

Das ist eine beachtliche Leistung, kann aber nicht verhüllen, dass in Sachen schnelles Internet in der Region noch viel zu tun ist. In Radebeul müssen noch etwa 300 Haushalte vor allem in Lindenau und Naundorf angeschlossen werden, rechnet Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) vor. In Moritzburg, wo vom jüngsten Telekom-Ausbau vor allem die Ortsteile Reichenberg und Boxdorf profitieren, sind noch Bewohner in Auer und im Ort Moritzburg selbst auf viel Geduld beim Internetsurfen angewiesen, meint Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos). Und in Radeburg gebe es gar kein schnelles Internet, klagt Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos).

Die drei Kommunen arbeiten seit Jahren daran, gemeinsam eine schnelle Internetversorgung aufzubauen. Ziel ist es, die Bereiche, in denen sich für Telekommunikationsunternehmen wie der Telekom die hohen Investitionskosten für den Aufbau eines Glasfasernetzwerks wegen zu geringer Besiedlung nicht lohnen, über ein Förderprogramm des Freistaats zu erschließen. Das heißt „digitale Offensive“, scheint aber in der Zielrichtung nicht ganz so klar zu sein, wie es der Name verspricht. Jedenfalls stehen die drei Kommunen nach einer für sie etwas überraschenden Änderung der Förderrichtlinien wieder genau dort, wo sie vor einem Jahr schon waren: am Anfang.

Dabei hatten sie schon eine aufwendige Analyse in Händen, die die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke ermittelt. Damit wird die Summe bezeichnet, die in Randbereichen als Erlös fehlt, damit sich der Internetausbau für private Investoren rechnet. Beim Erstellen der Studie war noch der Ausbaustand von 50 MBit/s der Maßstab, inzwischen wird die doppelte Übertragungsrate verlangt, erläutert Bürgermeister Hänisch. Jetzt müsse man sehen, welche Teile der Studie sich noch retten lassen. Alles verlorene Zeit und Geld, zumal der Bonus, der für interkommunale Zusammenarbeit ausgelobt wurde, inzwischen auch gestrichen ist.

Dennoch wollen die drei Kommunen wenigstens an der Studie weiter gemeinsam arbeiten. Wie es dann weiter geht, müsse man sehen, heißt es. Die Not zu handeln, ist ohne Frage in Radeburg am größten. „Wir müssen dass in zwei Jahren schaffen“, drängt Bürgermeisterin Ritter. Sie wisse von einigen Unternehmern, zum Beispiel welchen, die weltweit in der Medienbranche tätig sind, dass sie mit dem Gedanken vom Wegzug spielen. „Die müssen mit zwei MBit/s auskommen – das geht einfach nicht“, sagt Ritter. Zwar schafft die Energie Sachsen Ost AG (ENSO) derzeit in Radeburg selbst Entlastung, indem sie wie die Telekom in Radebeul und Moritzburg die dichter besiedelten Bereiche erschließt, für alle anderen muss aber auch eine Lösung her. Das gilt auch in Radebeul und Moritzburg, wo man sich keinesfalls zufrieden zurücklehnen kann. „Für viele Unternehmer, gerade die, die selbstständig sind, ist das schnelle Internet enorm wichtig“, sagt Radebeuls Wirtschaftsförderin Gabriele Bäßler.

Bleibt die Frage nach dem Wie. Im Förderdickicht aus Programmen des Bundes und des Freistaats – laut Bürgermeister Hänisch lässt sich zwischen vier Fördertöpfen wählen – werden unterschiedliche Ausbauarten und Geschwindigkeiten unterstützt. So bietet der Freistaat an, 95 Prozent der Kosten zu übernehmen, wenn Glasfaserkabeln bis zum Hausanschluss gezogen werden. „Die letzten Prozente haben es aber richtig in sich, weil man da zu jedem Haus neu ausschachten muss“, sagt Oberbürgermeister Wendsche. Selbst ein so geringer Anteil an den Gesamtkosten sei für die Kommunen nicht zu stemmen. Es deutet also vieles darauf hin, dass man dieselbe Variante wählt wie die Telekom. Dabei werden bis zum Schaltkasten Glasfaserkabeln verlegt, ab da werden die Daten über die bestehenden Kupferleitungen versandt. Die Schaltkästen werden dafür so aufgerüstet, dass sich über das sogenannte Vectoring auch auf den letzten Metern zum Hausanschluss hohe Übertragungsraten erzielen lassen. Telefonieren, Fernsehen und Internetsurfen gleichzeitig über dieselbe Datenleitung werden so ermöglicht. Ab dem 14. März ist das laut Telekom in den nun erschlossenen Bereichen in Radebeul und Moritzburg zu haben. Wann es in den Randbereichen auch soweit ist, ist noch offen.

Von Uwe Hofmann

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