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Radebeul präsentiert Pläne für das Sanierungsgebiet West

Parkplätze, Parkplätze, Parkplätze Radebeul präsentiert Pläne für das Sanierungsgebiet West

Ohne Nebengeräusche wird es wohl nichts mit dem Sanierungsgebiet in Radebeul-West. Das machte der erste Info-Abend deutlich, zu dem die Stadt am Dienstag Anwohner, Eigentümer und Gewerbetreibende aus der Gegend rings um die Bahnhofstraße geladen hatte

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Das Neuordnungskonzept: Rot sind Neubauten gekennzeichnet, mit einem „P“ geplante Parkflächen. Angedacht ist, dass außer der Güterhofstraße alle Straßen im Gebiet wenigstens im Fußwegbereich saniert werden sollen.

Quelle: Repro: Uwe Hofmann

Ohne Nebengeräusche wird es wohl nichts mit dem Sanierungsgebiet in Radebeul-West. Das machte der erste Info-Abend deutlich, zu dem die Stadt am Dienstag Anwohner, Eigentümer und Gewerbetreibende aus der Gegend rings um die Bahnhofstraße geladen hatte. Die vorgestellten Ziele des beabsichtigten dritten Sanierungsgebiets nahmen einige kritisch auf.
Diskussionen gab es um die Verlagerung der Stadtbibliothek Radebeul-West, den Ausbau der Meißner Straße und den Plan der Verwaltung, deutlich mehr Parkplätze in dem Gebiet einzurichten. Dabei seien alles noch Ideen, noch nichts beschlossene Sache, beschwichtigt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Der Stadtrat soll nach derzeitiger Planung im März über das Sanierungsgebiet beschließen, das durchaus kleiner ausfallen kann als das jetzige Untersuchungsareal. Tatsächlich eingerichtet wird das Gebiet nur, wenn es Fördermittelzusagen von Bund und Land gibt.

10,7 Hektar groß ist das Untersuchungsgebiet und betrifft 79 Grundstückseigentümer, von denen 21 auch im Gebiet leben, sowie 68 Gewerbetreibende. Sie vor allem sollen von den Maßnahmen profitieren, wobei der am häufigsten beklagte Missstand über die Sanierungssatzung nicht behoben werden kann, wie Baubürgermeister Jörg Müller sagt. Um den Verkehr von der Bahnhofstraße weg zu verlagern, müsse man das Stadtgebiet großräumiger betrachten. Das geschehe im Verkehrsentwicklungsplan, an dem die Verwaltung derzeit arbeite, so Müller. Zumindest ein Teil der Lösung kann der als Sanierungsziel vorgeschlagene Umbau der Kreuzung der Meißner Straße mit der Bahnhofstraße sein, wo die Straßenbahnhaltestellen barrierefrei sein und insbesondere die Ampelschaltung optimiert werden soll.

Dass man das über das Sanierungsgebiet finanzieren will, wollen nicht alle Anwohner einsehen. Sie müssen schließlich am Ende Ausgleichsbeiträge zahlen, wenn ihr Grundstück im Sanierungsgebiet liegt und nach Meinung der Gutachter eine Aufwertung erfahren hat. Straßensanierung sei doch ganz normale städtische Aufgabe und würde den Anliegern nichts bringen, hieß es. „Der ganze Bereich wird attraktiver“, hält Müller dagegen. Den Vorwurf, private Vorhaben zugunsten städtischer nicht zu finanzieren, ließ er nicht auf sich sitzen. Die Stadt habe bisher jedem Privateigentümer im Sanierungsgebiet Radebeul-Ost den Zugang zu Fördermitteln ermöglicht, sagt Christine Borstorff von der Steg. Das Unternehmen agiert als Sanierungsträger in Ost und soll die gleiche Rolle in West übernehmen.

Mit der Einrichtung von mehreren Parkplätzen will die Stadtverwaltung vor allen den Gewerbetreibenden entgegenkommen. Problematisch ist dabei allerdings, dass die betreffenden Grundstücke zumeist noch in fremder Hand sind. Das gilt für den Streifen zwischen Güterhofstraße und Bahnlinie, wo Radebeul die Grundstücksübertragung von der Deutschen Bahn beantragt hat. Ebenso für die Fläche zwischen alter Post und Discounter, wo der ehemalige Fischladen einem Parkplatz weichen soll. Nachdem man bereits einen entsprechenden  Bebauungsplan über das Gebiet gelegt hat, sei man mit dem Eigentümer in Verhandlungen, sagt Müller. In die alte Post soll die Musikschule einziehen, wobei eventuell ein Anbau für einen Konzertsaal nötig wird. Außerdem sind beiderseits des Bahnhofs Fahrradstellplätze geplant. Im Bahnhofsgebäude selbst begrüßt man das Sanierungsvorhaben des Besitzers, die Einrichtung eines Cafés im Erdgeschoss lasse sich gut mit der von der Stadt geplanten Belebung des Bahnhofsvorplatzes verbinden.

Diskussionen gibt es um den Plan, das Kita-Gebäude an der Harmoniestraße abzureißen und durch einen größeren Neubau zu ersetzen. Dort solle auch die Stadtbibliothek ihr neues Domizil erhalten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Am Ledenweg ist die Bibliothek nur Mieter und mit der Unterbringung zweier Einrichtungen in einem Neubau spart die Stadt Baukosten. Kritiker finden den Standort dagegen zu abgelegen von Bus- und Bahnhaltestellen. Außerdem will manchen nicht aufgehen, wie lärmendes Kinderspiel und Bibliotheksnutzung, geschützter Spielraum und Publikumsverkehr zusammengehen sollen. Ein Vorschlag aus dem Publikum traf mehr den Geschmack der Versammelten, er sieht die Verlagerung der Bibliothek hinters Bahnhofsgebäude vor. Das würde vielleicht auch Leben ins gegenüber liegende Parkhaus bringen, das nach mehreren Vorfällen als unsicher gilt und von den Radebeulern gemieden wird. Eine neuer Eigentümer wolle dort in die Sicherheit investieren und das Gebäude als Anwohnerparkhaus etablieren, sagt Müller.

Uwe Hofmann

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