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Radebeul hat Überschuss an Pendlern

Radebeul hat Überschuss an Pendlern

Jeden Tag fährt Jochen Mann 17 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit nach Radebeul. Der Dresdner ist Ausbildungsleiter am Standort des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer (KBA).

1600 Beschäftigte sind in dem Werk unweit der Elbe tätig, davon rund 100 Lehrlinge. Wie Mann kommen die meisten KBA-Mitarbeiter von außerhalb - insgesamt 82,5 Prozent der Belegschaft, der Großteil lebt in den Nachbarstädten Dresden und Coswig.

KBA ist keine Ausnahme. Die Lößnitzstadt ist bei auswärtigen Arbeitnehmern beliebt. Tagtäglich pendeln mehr Beschäftigte rein als aus der Stadt raus. Dies geht aus Zahlen der Wirtschaftsförderung Radebeul hervor. Demnach arbeiten 12 800 Auswärtige in der Stadt, wogegen 11 900 Einheimische andernorts tätig sind. Damit sind dort quasi mehr Arbeitsstellen vorhanden, als mit Radebeulern zu besetzen wären.

Für den Landkreis Meißen zeichnet sich ein anderes Bild. Hier lässt sich seit Jahren ein wachsender Überschuss an Auspendlern feststellen - über 90 000 Menschen aus dem Landkreis arbeiten außerhalb. Das sind 10 000 Leute mehr, als jeden Tag zu ihren Arbeitsplätzen im Landkreis pendeln - Tendenz steigend.

Zur Einschätzung der Gewerbesituation in einer Stadt oder Gemeinde sind diese Daten wichtig. "Radebeul weist in den vergangenen Jahren eine stabil positive Beschäftigungsentwicklung auf", teilt die Stadt auf DNN-Anfrage mit. Es gibt zudem mehr Gewerbeanmeldungen als Abmeldungen - schon seit Jahren.

Dass die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt dieses Jahr vermutlich schlechter als zunächst erwartet ausfallen, stehe dieser Entwicklung nicht entgegen. 2011 waren es 9,6 Millionen Euro an Einnahmen, voriges Jahr 12,7 Millionen Euro. Wie hoch die Einnahmen für 2013 sind, ist laut Stadt erst klar, wenn die konkreten Gewinne hiesiger Firmen feststehen. Der Standort Radebeul ist weiter gefragt.

Doch warum ist Radebeul als Arbeitsort beliebter als andere Gegenden im Kreis? Laut Sascha Dienel, Chef der Wirtschaftsregion Meißen, liegt das zum einen daran, dass es dort viele größere Arbeitgeber gibt - sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungsbereich. Neben KBA, Ellerhold, Arevipharma, Vodafone, Telekom und Thyssen Schulte Wertstoffhandel zählt auch das Elblandklinikum dazu.

Die Infrastruktur sei bei der Wahl des Arbeitgebers aber ebenfalls wichtig. "Wenn Lehrlinge mehrere Angebote haben", sagt Dienel, "spielt der bequeme Weg zur Arbeit den jeweiligen Unternehmen in die Karten." KBA-Ausbildungsleiter Jochen Mann bestätigt das. "Hier fahren Busse, S-Bahn und Straßenbahn, die viele Mitarbeiter nutzen", sagt er. Neben der Attraktivität des Unternehmens sei die Verkehrsanbindung sehr wichtig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.07.2013

Stephan Klingbeil

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