Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Google+
Radebeul gibt Architekten eine Denkaufgabe

Bebauungsplan Radebeul gibt Architekten eine Denkaufgabe

Beim Bauen in Radebeul ist für manchen Architekten und Bauherren Kopfzerbrechen programmiert. Ein Beispiel gibt es oberhalb des Radebeuler Krankenhauses, wo laut Stadtrat Andreas Kruschel (Freie Wähler) etwas geplant war, dem man im Stadtentwicklungsausschuss "nicht unbedingt" habe zustimmen können.

Große villenartige und kleinteilige Bebauung drängen sich oberhalb des Radebeuler Krankenhauses dicht aneinander. Ein Bebauungsplan, der Häuserbau über Grundstücksgrenzen hinaus erlaubt, soll Abhilfe schaffen.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Beim Bauen in Radebeul ist für manchen Architekten und Bauherren Kopfzerbrechen programmiert. Ein Beispiel gibt es oberhalb des Radebeuler Krankenhauses, wo laut Stadtrat Andreas Kruschel (Freie Wähler) etwas geplant war, dem man im Stadtentwicklungsausschuss (SEA) "nicht unbedingt" habe zustimmen können. Bedeutet: Da plant ein Eigentümer einen Bau, der nach Meinung der Verwaltung nicht in die Villengegend passt.

Wobei Villengegend zu viel gesagt ist, und dasn ist ganz offenbar das eigentliche Problem. Die Grundstücksgrößen in dem Areal, das sich hinter dem Zillerplatz zwischen der Winzerstraße und der Heinrich-Zille-Straße erstreckt, unterscheiden sich stark. Vielerorts sind sie so klein, dass die gewünschte herrschaftliche Bebauung mit einem ordentlichem Garten oder gar Park darum nicht entstehen kann. Dem soll nun ein Bebauungsplan Abhilfe schaffen, wie sich aus der Diskussion im SEA ergeben hat. Dort habe man erkannt, dass es einen Bedarf gebe, "die städtebauliche Ordnung wiederherzustellen", wie Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) sagt.

Da man Eigentümer nicht einfach enteignen und so aus ein paar zu kleinen Grundstücken ein großes formen kann, will man auf anderem Wege "den ungünstigen Zuschnitt überwinden", erklärt Müller. Der Bebauungsplan soll es Eigentümern ermöglichen, über ihre Grundstücksgrenze hinaus ein Haus zu bauen. Das Ergebnis kann man sich als eine Art Doppelhaus vorstellen, wie es Architekten für neue Siedlungsgebiete gerne am Reißbrett entwerfen. Ob sich solch eine Bauweise mitten im historisch gewachsenen Siedlungsgebiet anwenden lässt, das will man im Bebauungsplanverfahren herausfinden. Das Ziel jedenfalls ist klar: Die "sehr heterogene Bebauung", wie es Baubürgermeister Müller formuliert, soll langfristig einem einheitlicheren Bild weichen, wie man es auch an anderer Stelle in Radebeul wiederfindet und wie es für die Stadt typisch ist. Dieses Ansinnen erntet durchaus Zustimmung bei den Stadträten, sind sich doch alle mehr oder minder einig, dass es "das Profil von Radebeul" zu bewahren gelte, weil es in den vergangenen Jahren durch einige Bauprojekte "gefährdet" worden sei, so Stadtrat Christian Fischer (Linke).

Zweifel, ob damit der Weg zum städtebaulichen Glück beschritten wird, sind allerdings ebenfalls angebracht. "Wie das ästhetisch funktionieren kann, müssen wir sehen", meint Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Er schätzt es zumindest als "fraglich" ein, ob Doppelhäuser die Lösung sein könnten. Der Bebauungsplan an der Winzerstraße, er bringt für Architekten wohl größere Denkaufgaben mit sich.

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr