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Radebeul erreicht mit historisch niedriger Arbeitslosenzahl Vollbeschäftigung

Pendler, Zuzug und Ansiedlungen als Herausforderung Radebeul erreicht mit historisch niedriger Arbeitslosenzahl Vollbeschäftigung

„In Radebeul herrscht Vollbeschäftigung“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) einen Satz, den er schon „sehr lange“ äußern wollte, „eigentlich schon seit meinem Amtsantritt 2001“. In den letzten drei Monaten lag die Arbeitslosenquote knapp unter fünf Prozent – für Statistiker ist damit die Definition von Vollbeschäftigung erfüllt. Das ist nicht nur ein Grund zur Freude.

In Radebeul wurden zuletzt viele neue Arbeitsplätze geschaffen – wie hier in einer neuen Werkhalle bei Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. „In Radebeul herrscht Vollbeschäftigung“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) einen Satz, den er schon „sehr lange“ äußern wollte, „eigentlich schon seit meinem Amtsantritt 2001“. In den letzten drei Monaten Mai, Juni und Juli lag die Arbeitslosenquote in der Lößnitzstadt jeweils knapp unter fünf Prozent – für Statistiker ist damit die Definition von Vollbeschäftigung erfüllt. „Das gab es seit der Wiedervereinigung nicht“, jubelt OB Wendsche nun. Ein grundlegendes Ziel des Aufbaus Ost habe man damit zumindest in Radebeul erreicht.

790 Radebeuler sind derzeit arbeitslos gemeldet, vor einem Jahr waren es noch 909. Radebeul sei das „Zugpferd“ des gesamten Agenturbezirks der Agentur für Arbeit Riesa, sagt deren Chef Steffen Leonhardi. Im mit dem Landkreis Meißen identischen Gebiet liegt die Arbeitslosenquote bei 7,1 Prozent (8988 Personen), im Geschäftsstellenbereich Radebeul, zu dem auch Coswig, Moritzburg und Radeburg zählen, bei 5,1 Prozent (1823 Personen). Allenfalls in Radeberg sei die Arbeitslosenquote vergleichbar niedrig, sonst gebe es solche Werte in ganz Sachsen kaum, sagt Leonhardi.

Das ist allerdings nicht nur Grund zur Freude. Mit rund 12 550 Radebeulern, die in Lohn und Brot stehen, habe Radebeul zwar seit 2005 um rund 1600 Beschäftigte zugelegt, aber auch sein eigenes Arbeitskräftepotential weitgehend ausgeschöpft, urteilt der OB. Ein gewichtiges Argument für ansiedlungswillige Unternehmen, die neben geeigneten Flächen auch verfügbare Fachkräfte schätzen, fällt damit weg. Den Fachkräftebedarf zu bedienen, sei perspektivisch eine der großen Herausforderungen, sagt Agentur-Chef Leonhardi. Bisher habe man die, etwa durch Qualifizierungen, immer bewältigen können. OB Wendsche setzt zudem auf die Anziehungskraft Radebeuls als Wohnort. „Es ist leichter, einen Arzt für den Bereich Radebeul zu finden als einen für Riesa“, sagt er. Arbeitgeber würden es schätzen, dass ihre Angestellten sich ohne große Diskussionen auf einen Umzug nach Radebeul einließen.

Damit sind letztlich die wesentlichen Aufgaben für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung Radebeuls klar: „Wir brauchen Zuzug“, sagt OB Wendsche. Das bedeute Investitionen in die „soziale Infrastruktur“, also Kitas und Schulen. Vor allem aber die Modernisierung von Verkehrswegen.

Denn Radebeul ist eine Pendlerstadt. Rund 10 140 Menschen fahren täglich in die Stadt zu ihrer Arbeitsstätte, wohingegen rund 9300 Radebeuler ihren Arbeitsplatz außerhalb der Stadtgrenzen haben. Das bedeutet, das täglich knapp 20 000 Pendler in Radebeul unterwegs sind – ob mit dem Zug, der Straßenbahn oder dem Auto. Um insbesondere das Straßennetz, vor allem die Meißner Straße, dafür fit zu machen, bedürfe es noch großer Anstrengungen, sagt OB Wendsche.

Bei der Ausschreibung von Gewerbeflächen benötigt man in Radebeul dagegen Geduld. So gibt es zwar rund fünf Hektar an der Straße „An der Schiffsmühle“, die aber erst verfügbar werden, wenn die Deutsche Bahn dort 2018/19 die Bahnbrücke gebaut hat.

Keinen Einfluss hat die gute Beschäftigungslage mit 13 400 (2012: 12 600) sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen im Stadtgebiet auf die Gewerbesteuer. Die stagniert Jahr für Jahr bei zehn Millionen Euro. Viele Unternehmer hätten mit steigenden Lohnkosten zu kämpfen, zumal viele knapp über Mindestlohnniveau wirtschafteten, begründet das der Oberbürgermeister. „Man sieht daran, wie wenig rosig es bei den hiesigen Unternehmen bei Gewinn und Verlust aussieht – gerade im Vergleich mit westdeutschen Unternehmen“, sagt der OB. Einen Sprung in der Gewerbesteuer werde es wohl erst geben, wenn sich mal ein großes Unternehmen ansiedele. Auch das ist eine Aufgabe für die Zukunft.

Von Uwe Hofmann

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