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Radebeul drücken Millionenschulden

Radebeul drücken Millionenschulden

Die Lößnitzstadt bleibt in der Schuldenstatistik ein Kellerkind. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) den Stadträten im Verwaltungs- und Finanzausschuss präsentiert hat.

Radebeul.

Demnach lag die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende 2014 bei 1014 Euro. Das ist die zweithöchste unter allen Kommunen im Landkreis Meißen. Nur in Riesa lag sie mit 1368 Euro noch höher. Das ist ein durchaus bedenklicher Wert, weil das sächsische Innenministerium den Kommunen 850 Euro Schulden pro Einwohner als Obergrenze für eine tragfähige Verschuldung vorgibt. Diesen Rahmen überschreitet Radebeul deutlich und wird ihn auch sobald nicht einhalten können. "Wir werden den Schwellenwert voraussichtlich 2017 erreichen", schätzt OB Wendsche ein.

Tatsächlich tut Radebeul einiges, um den vor allem in den 90er Jahren angehäuften Schuldenberg abzubauen. 2002, als der ehemalige Kämmerer Wendsche gerade ein Amtsjahr als Oberbürgermeister absolviert hatte, hatte der städtische Schuldenstand seinen bisherigen Rekordwert erreicht. Rund 55,3 Millionen Euro Schulden bedeuteten, dass auf jeden Radebeuler Verbindlichkeiten von rund 1707 Euro kamen. Das ist ziemlich genau das doppelte der Verschuldungsobergrenze.

Seither ging die Verschuldungskurve steil nach unten, wie auch in unserer Grafik zu sehen ist. Rund 21,4 Millionen Euro wurden seit 2002 getilgt. Damit spart sich die Stadt eine jährliche Zinszahlung von rund 585 000 Euro, wenn man den aktuellen Durchschnittszins für die städtischen Kredite von 2,73 Prozent zu Grunde legt. Eine gewaltige Summe, die nun jedes Jahr für Investitionen und das Bestreiten der Verwaltungsaufgaben zur Verfügung steht.

Bei ihren Sparbemühungen spielte vor allem in den letzten Jahren die wirtschaftliche Großwetterlage den Radebeulern in die Karten. So lag der Durchschnittszins für die städtischen Schulden vor zehn Jahren noch bei 4,6 Prozent, das sind 1,87 Prozentpunkte mehr als heute. Das hört sich nach keinem allzu großen Unterschied an, zieht aber tatsächlich große Auswirkungen nach sich. Durch den gesunkenen Zinssatz spart sich Radebeul jährlich eine Zahlungen von 654 000 Euro an seine Kreditgeber.

Diese günstige Entwicklung hat natürlich viel mit der Niedrigzins-Politik in der Euro-Zone zu tun, liegt aber auch an einem aktiven Schuldenmanagement, dass man mit viel Mühe in der Kämmerei etabliert habe, wie OB Wendsche erinnert. Dabei werden die Schulden so verteilt, dass sie nicht alle gleichzeitig fällig werden und dass verschiedene Kredittypen zur Anwendung kommen. So ist etwa ein Drittel von Radebeuls Schulden fest verzinst, knapp ein Viertel sind variable Kredite und der Rest Kredite mit Zinssicherung. Um die niedrigen Zinsen auszunutzen, werde der Anteil variabler Schulden in der nächsten Zeit sicher noch zunehmen, meint Wendsche. Er gehe aber fest davon aus, dass in den nächsten Jahren die Zinsen wieder steigen werden. Dann ändert sich entsprechend auch der Kredit-Mix hin zu Krediten mit gesicherten Zinsen.

Trotz aller Bemühungen drückt der aktuelle Schuldenstand von rund 33,9 Millionen Euro immer noch gewaltig. Das merkt man vor allem, wenn man das Zinsänderungsrisiko berechnet. Dabei wird die Höhe der Mehrausgaben beziffert, die eine Änderung des Durchschnittzinssatzes um einen Prozentpunkt ausmacht. Würde dieses gar nicht mal so unwahrscheinliche Szenario eintreffen, müsste die Stadtkasse im Jahr 339 000 Euro zusätzlich für den Schuldendienst aufbringen. Eine Summe, die gewaltig auf dem Haushalt lasten würde, wie OB Wendsche einschätzt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.01.2015

Uwe Hofmann

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