Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Google+
Radebeul beschließt Grundsatzpapier zum Ausbau der Meißner Straße

Hauptverkehrsader Radebeul beschließt Grundsatzpapier zum Ausbau der Meißner Straße

„Leider haben wir den Stein der Weisen nicht gefunden“, seufzt Linke-Stadtrat Michael Röhner. Aber immerhin das hat Radebeul nun: einen Grundsatzbeschluss, wie die Meißner Straße in den Abschnitten auszubauen ist, zu denen es noch keine Planungen gibt.

Die Meißner Straße ist vielerorts zu schmal, um wie von einigen Stadträten gefordert Haltestelleninseln einzubauen.

Quelle: Grafik: Alex Eylert

Radebeul. „Leider haben wir den Stein der Weisen nicht gefunden“, seufzt Linke-Stadtrat Michael Röhner. Aber immerhin das hat Radebeul nun: einen Grundsatzbeschluss, wie die Meißner Straße in den Abschnitten auszubauen ist, zu denen es bisher noch keine Planungen gibt. Das Papier ist eine Nachwirkung der fast jahrelangen Debatte, die der Stadtentwicklungsausschuss (SEA) hinter verschlossenen Türen über den Abschnitt zwischen Schillerstraße und Eduard-Bilz-Straße geführt hat. Damals vereinbarte man, grundsätzlich über die Radebeuler Hauptverkehrsader zu diskutieren, um fruchtloser Streiterei über einzelne Straßenabschnitte künftig vorzubeugen.

Denn nach der Debatte stand ein unter hohem Zeitdruck gefasster Beschluss, der identisch mit der Ausgangslage war. Anders als von Teilen des SEAs gewünscht, ließ sich auf Biegen und Brechen keine Haltestelleninsel in den Abschnitt hineinquetschen, die eine von Kritikern behauptete Bevorzugung der Straßenbahn beseitigen sollte. Zumindest nicht, wenn man nicht massiv in die Grundstücke beiderseits der Straße eingreifen wollte, um den benötigten Platz zu schaffen. Die lange Diskussion hat Folgen: Es wird immer wahrscheinlicher, dass der bereits schon einmal verschobene Ausbau des umstrittenen Abschnitts gemeinsam mit einem relativ geräuschlos bewilligten Straßenstück in Radebeul-Mitte noch einmal ins Jahr 2018 verlagert werden muss, weil man dem obligatorischen Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Sachsen zu wenig Zeit gelassen hat. Die Langsamfahrstecken der Straßenbahn in Radebeul-Ost, wo wegen verschlissener Gleise mitunter nicht mehr als zehn Kilometer in der Stunde erlaubt sind, bleiben daher wohl noch ein Jahr länger erhalten – und damit der eigentliche Grund für zeitweise sehr lange Autoschlangen in dem Abschnitt.

Bemerkenswert ist, dass das Grundsatzpapier relativ unbehelligt durch die Stadtratsgremien wanderte. Dabei ist die Ausgangslage die selbe wie beim heiß diskutierten Abschnitt in Radebeul-Ost: Es ging darum, Möglichkeiten für Autofahrer zu schaffen, die Straßenbahn zu überholen. Vor allem die Freien Wähler sehen in dieser Frage Haltestelleninseln wie an den Landesbühnen Sachsen als das geeignetste Mittel. In der Analyse des gesamten Straßenraums hat man allerdings nur einen einzigen Punkte gefunden, an dem sich so eine Insel errichten lässt: an der Forststraße in Radebeul-Ost. An allen anderen Stellen ist die Straßenbreite schlicht zu klein. „Wir haben eine Straße, die ist links und rechts bebaut und wir müssen das beste daraus machen“, sagt CDU-Stadtrat Jens Baumann. „Nicht das Allerbeste für einen, das wird nicht gehen“, fügt er an. Bedeutet: In den Abschnitten Eduard-Bilz-Straße bis Wasastraße, Gradsteg bis Gleisschleife West und Gleisschleife West bis Cossebauder Straße werden sich Autofahrer und Straßenbahn eine Fahrbahn teilen müssen. Radfahrer sollen ebenfalls auf der Fahrbahn geführt werden. Konkrete Planungen sollen in diesem und im nächsten Jahr angeschoben werden. Einzig im Abschnitt Forststraße bis Schillerstraße könnten Autofahrer und Straßenbahn auf kurzer Strecke jeweils eine eigene Fahrbahn erhalten (siehe Grafik).

Das lässt beide Lager unzufrieden zurück. „Wir bemängeln, dass es sehr Pkw-lastig ist und über die Beschleunigung der Straßenbahn nichts aussagt“, kritisiert SPD-Fraktions-Chef Thomas Gey das Grundsatzpapier. FDP-Stadtrat Jan Mücke meint dagegen, dass „die Akzeptanz der Straßenbahn ganz wesentlich davon abhängt, ob man an ihr auch mal vorbeifahren kann“. Die Grundsätze könne man ja beschließen. „Zu den konkreten Abschnitten werden wir uns trotzdem beschäftigen müssen“, sagt er. Hat man die Intensivdebatte also nur auf später verschoben?

Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) will diesen Gedankengängen einen Riegel vorschieben. Klar gehe es im Grundsatz immer einfacher, weil keine spezifischen Probleme berührt werden, meint er. „Aber das hat eine gewisse Selbstbindung“, betont er. Er appelliert an die Disziplin der Stadträte, nicht einmal beschlossene Grundlagen später einfach beiseite zu schieben.

Dennoch haben sich schon die ersten Kritiker zu Wort gemeldet: So fordern die Freien Wähler die Verwaltung auf, an der Wasastraße und der Schildenstraße noch einmal zu prüfen, ob nicht doch eine Haltestelleninsel möglich ist. Grundsatz hin oder her – es wird nicht ruhig werden um die Meißner Straße.

Von Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr