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Radebeul: Regen ließ Weinbergmauern purzeln

Radebeul: Regen ließ Weinbergmauern purzeln

Nasse Keller, Schlamm im Wohnzimmer, unterspülte Straßen - so sehen die Schäden nach dem Hochwasser im Elbtal aus. Doch auch die Winzer beklagen, was der Starkregen in ihren Weinbergen angerichtet hat.

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Wegen des Starkregens vor dem Hochwasser hat es wieder zahlreiche Einbrüche an Radebeuls Weinbergmauern gegeben. Bisher hat das Geld auch in der Prestigelage Goldener Wagen nur für Flickschusterei gelangt, jetzt kämpft der Weinbauverband um ein neues Förderprogramm.

Quelle: Martin Förster

Wie zuletzt 2010 sind zahlreiche Weinbergmauern abgerutscht. Einen Gesamtüberblick hat der Weinbauverband noch nicht, die bisherigen Meldungen stimmen den Vorstandsvorsitzenden Bernd Kastler jedoch nachdenklich: Zwei etwa fünf Meter breite Löcher hat das Wasser im Weingut Proschwitz in die Trockenmauern gerissen, drei im Weingut Karl Friedrich Aust, 14 im Staatsweingut Schloss Wackerbarth, weitere bei Frédéric Fourré.

Die Reparatur können sie ganz unterschiedlich angehen. Im Vorteil ist man in Proschwitz. Die betroffenen Anlagen in Dießbar-Seußlitz liegen im ländlichen Raum. Dort gibt es für den Aufbau der Trockenmauer 80 Prozent Fördergeld, die der Freistaat aus europäischen Fördertopfen an die Winzer weiterleitet. Fourré, Aust und Wackerbarth liegen dagegen in Radebeul. Die Stadt mit mehr als 30 000 Einwohnern "gehört nicht zur Förderkulisse", wie Winzer Karl Friedrich Aust die oft gehörte Aussage wiedergibt. Bedeutet: Für die Radebeuler und Dresdner Winzer gibt es kein Fördergeld.

Für Weinbauverbands-Chef Kastler ist das eine unhaltbare Situation, schon seit Längerem führt er Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium. Die Förderung müsse allgemein fürs Weinbaugebiet gelten, fordert er. Im Ministerium habe er dafür offene Ohren gefunden, jetzt werde auf europäischer Ebene diskutiert. Eine schnelle Lösung ist dort allerdings nicht zu erwarten. Sollte man nicht auf ein ähnliches Sofortprogramm wie 2010 drängen, als allen betroffenen Winzern relativ rasch geholfen wurde? "Das wäre die Hilfs- lösung", sagt Kastler. Denn nur eine dauerhafte Änderung, auf die sich jeder verlassen könne, bringe Ruhe in den Weinberg.

Gerade in den Radebeuler Steinlagen werden viele Terrassen von Mauern gehalten, die um die 100 Jahre alt sind. Sie sind so marode, dass sie früher oder später auch ohne Starkregen zusammensacken. Abhilfe könnte nur ein großangelegtes Sanierungsprogramm schaffen. Allein 7000 Quadratmeter Mauern muss Wackerbarth erneuern. Dass jetzt 1400 Quadratmeter dazugekommen sind, habe auch mit dem schlechten Zustand vieler Anlagen zu tun. "Die neuen Weinbergsterrassen haben dem Regen standgehalten", sagt Wackerbarth-Sprecherin Ulrike Schröter.

400 bis 500 Euro kostet der Quadratmeter Weinbergmauer - für die Weinbauern zu viel, um eine Sanierung allein zu stemmen. "Die Winzer sind an die Belastungsgrenze herangekommen", sagt der Radebeuler Aust. 80 000 Euro habe er an Eigenmitteln in den letzten Jahren ausgegeben und noch immer stehen wenigstens 500 Quadratmeter marode Mauern an. Wenn alles so bleibt wie bisher, kann er die nicht angehen.

Das gilt umso mehr, als das Wetter bisher nicht gerade günstig war. Etwa zwei Wochen sind die Rebpflanzen in ihrer Entwicklung hinterher, setzen jetzt erst zur Weinblüte an. Zwar könne noch alles gutgehen, dann muss es das Wetter der nächsten Monate aber wirklich gut meinen. "Man sagt, dass der Wein nach der Blüte 100 Tage bis zur Reife braucht", sagt Aust. Ein früher Herbsteinfall und diese Rechnung geht nicht mehr auf. Auch akute Probleme gibt es. "Dieses feuchtwarme Klima ist ein Eldorado für Mehltau und andere Schädlinge", sagt Kastler. "Wir müssen sehen, dass wir unsere Pflanzen schützen, sonst wird es ein sehr schwieriges Jahr."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.06.2013

Uwe Hofmann

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