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Radebeul: May-Stiftung soll von Ausgaben profitieren

Radebeul: May-Stiftung soll von Ausgaben profitieren

Frage: Herr Schmid, der Karl-May-Verlag Bamberg-Radebeul ist diese Woche 100 Jahre alt geworden.Bernhard Schmid: Neben der Festschrift mit zahlreichen Themen aus 100 Jahren Verlagsgeschichte wird der nunmehr 94. Band der Reihe "Gesammelte Werke und Briefe" veröffentlicht.

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Bernhard Schmidt

Quelle: David Ebener

Frage: Herr Schmid, der Karl-May-Verlag Bamberg-Radebeul ist diese Woche 100 Jahre alt geworden. Sind zum Jubiläum neue Veröffentlichungen zu erwarten?

Bernhard Schmid: Neben der Festschrift mit zahlreichen Themen aus 100 Jahren Verlagsgeschichte wird der nunmehr 94. Band der Reihe "Gesammelte Werke und Briefe" veröffentlicht. Es handelt sich dabei um einen Briefwechsel mit dem Redakteur und späteren Verleger Joseph Kürschner. Ihre Beziehung war von großer Bedeutung für die literarische Karriere von Karl May.

Der Nachlass von Karl May ist gespickt mit etlichen Briefen und Schriften von ihm. Die Radebeuler Karl-May-Stiftung ist noch immer interessiert daran. Sie kann aber die einst von Ihrem Vater, der im Mai verstorbene frühere Verlagschef Lothar Schmid, geforderten Millionen für den Rückkauf der Gesamtsammlung nicht aufbringen. Gespräche dazu mit dem Freistaat Sachsen scheiterten. Plant der Verlag bald erneute Gespräche?

Dieser Nachlass hat überhaupt nichts mit unserem Verlag zu tun. Er befindet sich in Privatbesitz. Der Verlag ist nicht Eigentümer. Der Verkauf der gesamten Sammlung nach Sachsen war vor einigen Jahren ein - einmaliges - Thema. Jetzt ist es jedoch keines mehr.

Das Verhältnis zur Stiftung war vor allem wegen des 1960 von der DDR an den nach Bayern umgesiedelten Verlag verkauften Nachlasses gestört. Hat sich an diesem Verhältnis etwas geändert?

Es wurde dazu in der Vergangenheit leider viel Negatives berichtet. Ich kann nur sagen, dass wir in angenehmer Weise miteinander auskommen. Mit der Stiftung arbeiten wir gut zusammen?

Inwiefern?

Ein wichtiges gemeinsames Projekt ist die sehr aufwendige historisch-kritische Ausgabe, bei der mehr als die Hälfte von 120 Karl-May-Werken seit Jahren im Detail wissenschaftlich beleuchtet werden. Der schwierige, weil weit umfangreichere Teil liegt aber noch vor uns. Hier arbeiten Literarische Karl-May-Gesellschaft, Verlag und Stiftung zusammen. Wir kümmern uns um die Verlagsarbeit, der Vertrieb läuft über Stiftung und Museum in Radebeul, die davon profitieren sollen. Darüber hinaus unterstützen wir uns gegenseitig mit Leihgaben bei Ausstellungen.

Welche aktuellen Ausstellungen sind das zum Beispiel?

Exponate aus Radebeul und aus dem Karl-May-Verlag sind zum Beispiel bald in Hannover zu sehen. Von 11. August bis 13. Oktober ist im dortigen Museum Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst die Ausstellung "Mit Karl May um die Welt - Die Geschichte eines Mythos in Bild und Film" zu sehen.

Wird der 1912 gestorbene Karl May überhaupt heutzutage noch gelesen?

Das kann man wohl sagen. Wir verlegen 200 Werke. Unsere Auflage liegt alles zusammen gerechnet bei 80 Millionen Exemplaren. In der DDR wurden auch mehrere Millionen Werke gedruckt, die man hinzu zählen müsste. Karl May ist so der mit Abstand erfolgreichste Autor in deutscher Sprache. Trotzdem wurde er immer wieder totgesagt. Von Praktikanten und Schreibwettbewerben des Verlags wissen wir aber, dass junge Leute auch heute noch Karl May lesen.

Welches ist das erfolgreichste Werk von Karl May aus ihrem Verlag?

"Winnetou I" ist der erfolgreichste Titel mit einer Auflage von 3,9 Millionen.

Und welches ist ihr Lieblingsbuch von Karl May?

Das ist der Orientzyklus mit den sechs Werken von "Durch die Wüste" bis "Der Schut".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.07.2013

Stephan Klingbeil

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