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Radebeul: Kämmerin erklärt Buchführung

Radebeul: Kämmerin erklärt Buchführung

Frage: Frau Kramer, bis zum Jahresende muss die Eröffnungsbilanz für die Umstellung der städtischen Haushaltsführung vorliegen. Dann muss klar sein, wie viel Radebeul denn nun wert ist.

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Kerstin Kramer ist Kämmerin in Radebeul.

Wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen? Liegen Sie im Soll?

Kerstin Kramer: Seit Oktober 2008 befasst sich ein Großteil der Verwaltung mit der Umstellung. Das Doppik-System ist mit erheblich mehr Aufwand bei Buchungen und im Rechnungswesen verbunden. Wir liegen aber im Plan.

Wie entsteht eigentlich die Eröffnungsbilanz für das städtische Anlagevermögen?

Das gesamte städtische Vermögen wurde erfasst und bewertet. Jede Straße, jedes Gebäude wurde untersucht, jeder Baum auf seinen Zustand geprüft - einfach alles wurde unter die Lupe genommen. Wenn zum Beispiel ein Baum umgefallen ist, muss er künftig ersetzt werden. Oder man kann ihn als Verlust abschreiben. Vorher hat das niemanden interessiert. Bisher standen nur Einnahmen und Ausgaben im Fokus, Abschreibungen dagegen nicht.

Wie viel ist denn Radebeul nun wirklich wert?

Der Wert steht schon fest. Nach außen geben möchte ich ihn aber im Moment noch nicht. Die Wirtschaftsprüfer müssen erst noch unsere Unterlagen prüfen. Diese werden dann im ersten Halbjahr 2013 den Stadträten vorgelegt. Eines sollte aber klar sein: Die Stadtkasse bekommt mit der Doppik keinen Cent mehr.

Und wie sieht es mit den städtischen Schulden aus?

Wir werden weiter unsere Schulden abbauen, also jährlich Kredite in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro tilgen. Seit dem Jahr 2003 haben wir keine neuen Kredite aufgenommen. In etwas mehr als 20 Jahren, also etwa im Jahr 2035, soll die Stadt alle Kredite abgezahlt haben.

Wozu braucht man denn überhaupt die Doppik?

Das ganze Verfahren ist transparenter. Man kann sehen, wo die Kosten im Endeffekt entstehen. Man sieht, wohin das Geld fließt. Künftig wird nicht der Geldverbrauch im Haushalt erfasst, sondern der Verbrauch der Ressourcen. Bisher wurde nur über den Einsatz von Mitteln entschieden. Nun kommt aber noch hinzu, welche Leistungen mit diesen Mitteln erzielt werden oder es noch sollen. Die Wirtschaftlichkeit soll so erhöht und die Verwaltung effektiver gesteuert werden. Das Ziel ist dabei, bis 2016 alle städtischen Eigenbetriebe in einer Bilanz zusammenzuführen.

Warum muss sich die Stadt diesen Aufwand machen?

Damit wir wissen, wo wir tatsächlich stehen. Die Stadt ist wie ein Mutterkonzern. Etwa so wie in der freien Wirtschaft, wenn man dort alle Tochtergesellschaften zusammenfasst. Mit der Gesamtbilanz kann man künftig überlegen, wo sich Erträge verbessern lassen, und das möglichst, ohne die Bürger zu belasten. Als Stadt können wir nicht so gewinnorientiert arbeiten wie ein Konzern und einfach Preise erhöhen.

Sind mit der Doppik-Umstellung schon finanzielle Auswirkungen für Bürger zu erkennen?

Nein, noch nicht.

Gespräch: Stephan Klingbeil

Radebeul. Die Finanzverwaltung von Radebeul steht unter Zeitdruck. Bis 2013 muss die Stadt die Umstellung der Haushaltsführung von Kameralistik auf Doppik, der "doppelten Buchführung in Konten", vollzogen haben. So will es der Gesetzgeber. Wie es um die Umstellung steht und was sich ändern wird, erklärt Kämmerin Kerstin Kramer den DNN.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.08.2012

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