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Radebeul: KBA kennt keine Krise mehr

Radebeuler Werk Radebeul: KBA kennt keine Krise mehr

Es geht rund beim Druckmaschinen-Hersteller Koenig & Bauer (KBA) in Radebeul. Und das nicht nur, weil „hier jetzt alles hergestellt wird, was rund ist“, wie Bereichsleiter für die Sparte Industrial Solutions Olaf Römer über die Produktion sagt.

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Quelle: Archiv

Dresden. Es geht rund beim Druckmaschinen-Hersteller Koenig & Bauer (KBA) in Radebeul. Und das nicht nur, weil „hier jetzt alles hergestellt wird, was rund ist“, wie Bereichsleiter für die Sparte Industrial Solutions Olaf Römer über die Produktion sagt. Vor etwa eineinhalb Jahren dachte man in der Würzburger Konzern-Zentrale, dass im ehemaligen Planeta-Werk in Radebeul noch einmal knapp 180 Mitarbeiter gehen müssten. Trotz angespannter Weltmarktlage gelang es jedoch, diesen erneuten Stellenabbau abzubremsen und umzukehren: Derzeit arbeiten fast 1600 Menschen in dem Werk, und es sollen wieder mehr werden. Man suche unter anderem Fertigungsfacharbeiter, CNC-Zerspaner und Werkzeugmacher, sagt Römer.

Daran hat einerseits die bessere Auftragslage ihren Anteil. So sei der Auftragseingang in dem für Radebeul relevanten Segment Bogenoffsetmaschinen im ersten Halbjahr 2015 um etwa 40 Prozent angestiegen. Es sei auf Monate hin eine sehr gute Auslastung absehbar, berichtet der Radebeuler KBA-Sprecher Martin Dänhardt. Einen deutlichen Anteil am Umschwung hat aber auch die Konzernumbildung, mit der man bei KBA auf die seit der Weltwirtschaftskrise andauernde schlechte Konjunktur für Druckmaschinen auf dem Weltmarkt reagiert hat. Mehr und mehr wird deutlich, dass die Radebeuler dabei ganz gut weggekommen sind.

So arbeitet seit wenigen Wochen das Zentrum für Thermisches Spritzen in Radebeul. Dort werden Walzen mit keramischen Materialien beschichtet, damit sie später dem Abrieb, den Papier bei den hohen Rotationsgeschwindigkeiten entwickelt, etwas entgegenzusetzen haben. Während KBA anderswo Werke geschlossen hat, ließ sich der Konzern dieses neue Zentrum in Radebeul rund vier Millionen Euro kosten. Weiteres Geld floss in die neue Zufahrt auf das Werksgelände, die eine unmittelbare Anbindung an die Niederwarthaer Brücke herstellt.
Radebeul hat dafür auch Teile der Produktion abgeben müssen, etwa die Fertigung von Großteilen für Gehäuse, die nach Würzburg gewandert ist. Dennoch sieht Römer Wachstumschancen. Das hat vor allem mit der Sparte Industrial Solutions zu tun, die nach dem Konzernumbau gemeinsam mit der eigenständigen Sparte KBA-Sheetfed Solutions und die für den Vertrieb von Bogen-offsetmaschinen in Deutschland zuständige KBA-Deutschland GmbH das Radebeuler Werk ausmacht. Sie ist unabhängig von einem bestimmten Druckmaschinen-Typ, weil sie für alle Geräte Teile liefert.
So entstehen nun alle Druckzylinder des KBA-Konzerns in Radebeul. Was letztlich auch ein Ausweis für die Qualität der Arbeit ist, die man in den hiesigen Hallen leistet. Denn bei den Zylindern ist eine maximale Abweichung von zwei Millimetern gestattet – bei einem Bauteil, das knapp drei Tonnen wiegt. Rein buchhalterisch betrachtet liegen in der Spezialisierung Chancen für eine gute Entwicklung: Egal ob der Bogenoffset boomt oder der Rollendruck – in Radebeul wird man künftig immer davon profitieren.
Außerdem soll die Sparte Industrial Solutions künftig stärker als Lohnfertiger auftreten und so für neue Aufträge sorgen. Damit macht man sich etwas vom Druckmaschinen-Absatz unabhängig, der sehr schwankend sein kann. Derartig große Investitionen, wie sie die Anschaffung von Druckmaschinen darstellen, werden gern auch mal verschoben, wenn nicht alles rosig aussieht. Bisher sei die Bedeutung dieses Geschäftsfelds bei KBA marginal, sagt Römer. Auch das Zentrum für thermisches Spritzen könne demnächst für andere Auftraggeber arbeiten. Interessant sei die Technik unter anderem für die Flugzeugindustrie und den Fahrzeugbau, wo ebenfalls widerstandsfähige Materialoberflächen gefragt sind.
Zur Konzernumbildung gehören allerdings auch viele kleinere Maßnahmen, die sich nicht so leicht erkennen lassen, aber auch wichtig für die Zukunft des Radebeuler Werks sind. So hat man die Produktion dort mehr und mehr auf die Fertigung in einer Linie umgestellt. Sechs solcher Produktionslinien, wie man sie zum Beispiel vom Fahrzeugbau kennt, gibt es inzwischen im KBA-Werk. Da man weniger auf Vorrat produziere, könne man die Produktionskosten insgesamt senken, begründet Römer die Umstellung.

Uwe Hoffmann

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