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Radebeul: Haltestellenausbau bei Wackerbarth dringend nötig

Radebeul: Haltestellenausbau bei Wackerbarth dringend nötig

"Das ist etwas für die Schublade", sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Allerdings will er die kürzlich ausgehandelte und vom Stadtrat bewilligte Planung für eine modernisierte Straßenbahn-Haltestelle beim Staatsweingut Schloss Wackerbarth nicht im untersten Schieber unter dicken Akten verschwinden lassen.

"Es gibt immer mal wieder ein Förderprogramm", hofft er. Und wenn, dann soll es mit der etwa 630.000 Euro teuren Umbaumaßnahme "relativ rasch gehen", wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) sagt.

Schließlich gehöre das Vorhaben zu einem der wichtigeren in Radebeul. "Unstreitig ist, dass sie eine der am häufigsten frequentierten Straßenbahn-Haltestellen ist, die auch von hoher touristischer Bedeutung ist", sagt der OB. Schließlich mögen nicht alle Besucher Wackerbarths mit dem Auto anreisen, wo es doch im Staatsweingut Sekte und Weine zu genießen gilt. Ihnen bietet sich an der Meißner Straße derzeit ein eher tristes Bild. "Der Fußweg, der zur Haltestelle führt, ist katastrophal", moniert etwa Stadtrat Roland Schreckenbach (Freie Wähler). Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, an der Wackerbarth-Haltestelle vor echte Probleme gestellt sind. Die im eingleisigen Streckenbereich liegende Haltestelle ist nicht barrierefrei. Nach dem holprigen Ausstieg aus der Bahn muss ein Besucher erst das Gleis und dann die vielbefahrene Meißner Straße queren - beides mangels Ampel oder Zebrastreifen ohne jede Hilfe.

Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sind mit der Situation unzufrieden. Man wolle an dieser Stelle deutliche Verbesserungen erreichen, sagt Finanz-Chef Andreas Hemmersbach. Problem: Die Haltestelle gehört nicht zu dem bis 2021 laufenden Investitionsprogramm des aktuellen Verkehrsvertrags über den Betrieb der Linie 4. Das legt den Schwerpunkt auf die Meißner Straße, wo die Straßenbahnen derzeit an manchen Stellen wegen maroder Gleise nur im Schleichtempo vorankommen. Die schlimmsten Stellen sollen 2016 bei der Sanierung von zwei Abschnitten der Meißner Straße gleichzeitig beseitigt werden. Für die Wackerbarth-Haltestelle ist danach kein Geld mehr da. Es kommt also zwingend darauf an, dass ein anderer Finanzierungsweg gefunden wird.

Die Stadt solle sich bemühen, den Freistaat ins Boot zu holen, "schließlich wird sein Staatsweingut am meisten profitieren", sagt FDP-Stadtrat Jan Mücke dazu. DVB und Stadt sehen das ähnlich. Die Planung sei mit Wackerbarth abgesprochen, "ob sie sich finanziell beteiligen, muss man sehen", sagt OB Wendsche. Ohne wird es kaum gehen, sendet Hemmersbach deutlichere Signale.

Zur Planung, die zwei nach Fahrtrichtung getrennte Wartebereiche vorsieht, gehört auch eine Ampel, die Fußgängern einen sicheren Weg über die Meißner Straße ermöglicht. Von der Fußgängerampel profitieren auch die Autofahrer. Denn haben die Fußgänger grün, erhöht sich insbesondere für die Autofahrer, die vom Staatsweingut Wackerbarth kommen, die Chance, links auf die Hauptverkehrsstraße einbiegen zu können ohne ewig warten zu müssen. In Verbindung mit dem kürzlich beim Staatsweingut installierten Blitzer hätte die Ampel zudem den angenehmen Nebeneffekt, dass sich eine der schlimmsten Raserstrecken Radebeuls dauerhaft entschärfen lässt. Kein Wunder also, dass nicht nur Grüne-Stadträtin Gabriele Schirmer die Verwaltungs-Rede von der Schublade absolut nicht hören möchte. "Wir sollten so bald wie möglich handeln", fordert auch Stadtratskollege Mücke.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.12.2014

Uwe Hofmann

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