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Radebeul: Generationenwechsel im Haus Steinbach - Eröffnung der Weinwirtschaft

Radebeul: Generationenwechsel im Haus Steinbach - Eröffnung der Weinwirtschaft

Mit der Eröffnung der Weinwirtschaft am Sonntag wird im Haus Steinbach der Generationswechsel vollzogen. Offiziell übernimmt Lutz Gerhardt ab Juli das kleine Weingut in der Radebeuler Bennostraße von seinem Vater Volker Gerhardt.

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Lutz Gerhardt übernimmt ab Juli das Weingut Haus Steinbach von seinem Vater.

Quelle: Lars Müller

Der 38-jährige Wirtschaftsinformatiker hängt für das Weingut seinen Job in der IT-Branche an den Nagel und will sich hauptberuflich dem Weinbau, dem Weinverkauf und Veranstaltungen im aufwendig sanierten Weinkeller des idyllischen Anwesens mit Winzer-, Herren- und Kutscherhaus widmen. Zum Konzept gehören ferner drei Ferienwohnungen sowie eben jene Weinwirtschaft, die zunächst ganzjährig an Sonntagen jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein soll. Es würden fast ausnahmslos gutseigene Weine ausgeschenkt, kündigt Lutz Gerhardt an. Dazu gibt es Flammkuchen aus einem Holzbackofen, ausgewählte Käsevariationen, Kaffeespezialitäten und voraussichtlich Gebäck zum sächsischen Nachmittagskaffee.

Das Weingut Haus Steinbach bewirtschaftet aktuell 1,2 Hektar Rebfläche direkt im eigenen Grundstück unterhalb der Steillagen. Weiß- und Grauburgunder, Kerner, Riesling, Traminer sowie Spätburgunder werden kultiviert. Im vergangenen Jahr haben die Gerhardts einen Teil der alten Spätburgunder-Anlage durch neuen Spätburgunder, Kerner sowie Riesling ersetzt, so dass derzeit nicht die komplette Fläche im Ertrag steht. Zwischen 4000 und 5000 Flaschen pro Jahr füllt Haus Steinbach ab, 80 Prozent davon sind Weißweine, bei denen der Weißburgunder mit etwa 1500 Flaschen dominiert. "Beim Ausbau der Weine setzen wir besonders auf Fruchtigkeit", betont der Newcomer. Haus Steinbach setzt auf umweltschonenden Weinbau und verzichtet komplett auf Herbizide, so dass die Rebflächen einen äußerst vitalen Eindruck vermitteln. Aufgewachsen im Weinberg fühlt sich der IT-Spezialist im Weinbau recht bewandert, während ihm die Kellerprozesse beim Ausbau doch mehr Respekt abverlangten, wie er sagt.

Möglicherweise wird er einen der 2014er Weine eigenverantwortlich etwas säurebetonter ausbauen, während bei den anderen Weinen zunächst sein Vater beratend zu Seite stehen wird. Allmählich will sich der promovierte Elektrotechniker jedoch aus dem Weingut zurückziehen, mit dessen Aufbau er vor gut 40 Jahren begonnen hatte.

Nach der Reblauskatastrophe waren die einstigen Weinflächen zu Obstwiesen umgestaltet worden. Volker Gerhardt hat ab 1972 nach und nach erste Obstbäume gefällt und durch Rebstöcke ersetzt. Die Trauben holte die Genossenschaft. Nach der Wende hat sich der Ingenieur Kellertechnik zugelegt und mit Rat und Tat der Winzerkollegen Klaus Zimmerling sowie Karl Friedrich Aust - beide ebenfalls Seiteneinsteiger - mit dem Ausbau eigener Weine begonnen. Inzwischen gehört Haus Steinbach zusammen mit weiteren Winzern wie Andreas Kretschko, Stefan Bönsch, Bernd Kastler, Enrico Friedland und Frédéric Fourré zur vom Feinkosthändler Matthias Gräfe initiierten sogenannten Gemischten Bude, um sich zu verschiedenen Anlässen gemeinsam zu präsentieren. Bisher galten die Tropfen von Haus Steinbach - bedingt nicht zuletzt durch die geringe Menge - als Geheimtipp. Das dürfte sich spätestens geändert haben, seit die "Weinbibel" schlechthin, der Gault Millau, in der aktuellen Ausgabe dem Betrieb eine Traube verlieh - ein Zeichen für zuverlässig hohe Qualität über Jahre hinweg. Lutz Gerhardt will seine Weine weiterhin nahezu komplett selbst ab Weingut vertreiben. Lediglich ein Dresdner Restaurant schenkt die Weine von Haus Steinbach aus, in Geschäften sind sie hingegen kaum zu finden. Während Volker Gerhardt das Weingut stets im Nebenerwerb betrieben hat, will Sohn Lutz davon leben. Das sei durch die verschiedenen Standbeine, nicht jedoch allein durch die Weinproduktion möglich, sagt er.

Die Wurzeln des Weinguts in der Oberlößnitz reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Später ließ es ein Leipziger Kaufmann umbauen, bevor 1885 Curt Rudolph Steinbach das Grundstück erwarb. Der einflussreiche Jurist ließ seinerzeit die Bennostraße zum Augustusweg verlegen, so dass das Herrenhaus fortan im Grünen und nicht mehr an der Straße stand. Zwischen den Gerhardts und dem namensgebenden Steinbach gibt es jedoch keine familiäre Verbindung, erklärt Lutz Gerhardt. Steinbach sei aber ein Begriff in Radebeul und deshalb trage auch das heutige Weingut weiterhin diesen Namen.

www.haus-steinbach.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.06.2014

LArs Müller

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