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Radebeul: Es droht Streik an den Landesbühnen

Radebeul: Es droht Streik an den Landesbühnen

Die Tarifverhandlungen zwischen den Landesbühnen Sachsen und der Gewerkschaft Verdi sind geplatzt. Nachdem beide Seiten sich im Januar noch optimistisch zeigten, dass man eine Einigung finden werde, stehen die Zeichen nun auf Streik.

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Trübe Aussichten: An den Landesbühnen Sachsen könnten kurzfristig Auftritts-Absagen drohen, wenn sich die Mitarbeiter Mitte April für einen Streik entscheiden. Grund sind gescheiterte Tarifverhandlungen.

Quelle: Uwe Hofmann

So deutlich sagt das zwar Michael Kopp nicht, der als Verdi-Fachbereichsleiter die Verhandlungen mit Intendant Manuel Schöbel und dem Kaufmännischen Geschäftsführer Till Wanschura führt. Allerdings lädt er nach dem Abbruch der Verhandlungen Mitte April zu einer Mitgliederversammlung ein, bei der die betroffenen etwa 70 Mitarbeiter über die nächsten Schritte entscheiden werden. Unter ihnen ist die Stimmung nach der mehr als einjährigen Verhandlungszeit ohne Ergebnis schlecht. "Die Kollegen sagen: Jetzt reicht's, jetzt müssen wir der Geschäftsführung signalisieren, dass es so nicht weiter geht", berichtet Kopp. Es würden vermutlich "Aktionen" und "Arbeitskampfmaßnahmen" beschlossen, die sich auch auf den Spielbetrieb auswirken können. Einen Warnstreik, bei dem der Spielplan keinen Schaden genommen hat, hat es bereits Anfang Oktober gegeben. Nun ist ein schärferes Vorgehen wahrscheinlich. Es droht der kurzfristige Ausfall von Aufführungen.

Den Grund für den Verhandlungsabbruch sieht Kopp allein im Verhalten der Landesbühnen-Chefs. Diese hätten in der letzten Verhandlungsrunde Ende März "ihre alten Ideen wieder aufgewärmt", wie er sagt. Konkret geht es dabei um die Beschäftigten im nicht-künstlerischen Bereich, also Bühnentechniker, Beleuchter, Fahrer, Techniker und viele mehr. Sie stehen nicht auf der Bühne und dennoch geht im Theater nichts ohne sie. Bis zur Umstrukturierung der Landesbühnen in eine GmbH wurden sie nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt, kurz TV-L genannt. Die Regelungen des TV-L wirken für sie zwar noch nach, Tariferhöhungen haben sie aber seit 2012 nicht mehr gesehen. Seither sind die Löhne im öffentlichen Dienst um 5,6 Prozent gestiegen, weitere 4,4 Prozent hat man für die nächsten Jahre gerade beschlossen. Während Verdi diesen Rückstand aufholen will, verfolgen die Landesbühnen-Chefs ganz andere Ziele. Man strebe "als eigenständige GmbH einen eigenständigen Haustarifvertrag an", heißt es auf DNN-Anfrage. Mehrere Entwürfe dafür hat man Verdi schon präsentiert. Im Januar hieß es, dass man grundsätzlich die Regelungen des TV-L übernehmen, aber eine andere Gehaltstabelle verhandeln wolle. Nun kam überraschend wieder ein 17-seitiger Entwurf für einen Haustarif auf den Tisch, was zum Abbruch der Verhandlungen führte. Zu schlecht sei der Vorschlag gewesen, sagt Verhandlungsführer Kopp. In einem Verdi-Schreiben wird u.a. kritisiert, dass freie Tage sowie Zuschläge für Nachtarbeit und Überstunden wegfallen sollen, es Verschlechterungen bei Krankengeld der Arbeitszeitregelung, Kündigungsfristen und Dienstreisen geben soll. Eine Begründung, warum dieser Haustarif notwendig ist, gibt es von den Landesbühnen nicht. Auf DNN-Anfrage heißt es nur, dass man nicht der Tarifgemeinschaft der Länder angehöre. Das ließe sich ändern, zumal der Freistaat Gesellschafter der Landesbühnen-GmbH ist.

Pikant ist die Situation, weil die Landesbühnen für die künstlerisch Beschäftigten - also Schauspieler, Sänger, Tänzer - Mitglied im Deutschen Bühnenverein ist, der über seinen Tarifvertrag die Beschlüsse des TV-L nachvollzieht. Für den Teil der Landesbühnen-Belegschaft, der auf der Bühne steht, ist also auch nach 2012 alles beim Alten geblieben. Für den Teil hinter der Kulisse verschlechtert sich die Lage. Warum man einen Keil zwischen die Landesbühnen-Mitarbeiter treibt, beantwortet die Geschäftsführung nicht. Spekulationen schießen ins Kraut. Kopp vermutet "ideologische Gründe" als Antrieb. Andere meinen, dass der Freistaat Druck auf die Landesbühnen-Chefs ausübt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.04.2015

Uwe Hofmann

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