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Radebeul: Durchschnitt 2,0 nicht gut genug für Bildungsagentur- Ukrainerin darf Gymnasium nicht besuchen

Radebeul: Durchschnitt 2,0 nicht gut genug für Bildungsagentur- Ukrainerin darf Gymnasium nicht besuchen

Anna* hat einen Traum: Sie möchte studieren. Dafür muss sie ein Gymnasium besuchen. Das darf sie aber nicht. Anna ist 13 Jahre alt, vor dreieinhalb Jahren ist die gebürtige Ukrainerin nach Deutschland, genauer nach Radebeul gekommen.

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Quelle: dpa

Sie hat an einem Integrationskurs teilgenommen, die Sprache gelernt und schließlich seit 2010 eine Mittelschule in Radebeul besucht. Nach der 8. Klasse wollte die 13-Jährige in diesem Jahr auf ein Gymnasium wechseln, die Sächsische Bildungsagenturlehnte dies ab.

Noch vor den Sommerferien entschied das Verwaltungsgericht Dresden jedoch: Anna darf das Gymnasium besuchen. Die Freude war groß, währte jedoch nicht lange. Die Bildungsagentur war mit einer Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht erfolgreich. Anna, die seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 ein Gymnasium besuchte, musste zurück auf die Oberschule, von einem Tag aufden anderen. Das Problem sind Annas Noten.  Sie sind gut, für die Bildungsagentur allerdings nicht gut genug. In den Fächern Deutsch und Englisch kann sie eine 2 vorweisen, in Mathe  glänzt sie gar mit einer 1. Der Notendurchschnitt in denHauptfächern liegt bei 1,9, der der restlichen Fächer allerdings bei 2,0. Schuld daran ist unter anderem eine 3 in Sport. Um den Anforderungen des Gymnasiums in vollem Umfang gerecht zu werden, müsse der  Notendurchschnitt aber besser als 2,0 sein, heißt es von Seiten der Bildungsagentur.

Anna kann nicht verstehen, dass ihr Traum vom Studium wegen einer Sportnote zerplatzt, insgesamt fühle siesich unterfordert. Sie sei nicht unsportlich, tanze in ihrer Freizeit gar Ballett und habe bereits mit Erfolg an verschiedenen Amateurturnieren im Gesellschaftstanz teilgenommen. Ihre Note beruhe darauf, dass die Disziplin Kugelstoßen unterrichtet wurde – aufgrund ihrer körperlichen Konstitution nicht gerade ihre Paradedisziplin. Auf die Note im Fach Sport  komme es gar nicht an, kontert die Bildungsagentur,denn der Durchschnitt aller Fächer liege nicht unter den geforderten 2,0. Ihre Leistungen an der Mittelschule „seien in erster Linie auf ihren hohen Lern- und Fleißaufwand bei der Unterrichtsvor- und Nachbereitung zurückzuführen und nicht auf ihre etwaige Unterforderung“, heißt es in denGerichtsakten. Das Lern- und Arbeitsverhalten lasse nicht zwangsläufig erwarten, dass sie den Anforderungen an das Gymnasium in vollem Umfanggerecht werde. 

„In einem Land, wo eine erfolgreiche Integration von Migrantenkindern angestrebt wird, bleibt eine fachgemäße Beratung und Unterstützung der begabten Schüler aus dem Ausland durch Lehrer und Beamten aus“, sagt Kateryna Neuberg, eine gute Freundin der Familie. Sie unterstützt Anna bei ihrem Kampf gegen die Bildungsagentur.  „Wir hoffen, dass sie nach den Herbstferien wieder das Gymnasium besuchen darf“, so Frau Neuberg. Dafür soll eine Beschwerde beim Verfassungsgericht sorgen.Klappt das nicht, müsste sich Anna noch ein wenig gedulden. Für einen Wechsel auf das Gymnasium nach der Klassenstufe 10 genügt ein Durchschnitt, der besser als 2,5 ist.

Christin Grödel

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