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Prozess um totes Baby von Dohna

Totschlag Prozess um totes Baby von Dohna

Ein totes Baby hatte Ende März vergangenen Jahres für einige Aufregung im sonst so idyllischen Dohna gesorgt. Die Leiche des Neugeborenen war auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses gefunden worden. Wegen versuchten Totschlags muss sich die 26-jährige Mutter jetzt vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Susanne B. muss sich vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Quelle: Monika Löffler

Dohna/Dresden. Ein totes Baby hatte Ende März vergangenen Jahres für einige Aufregung im sonst so idyllischen Dohna gesorgt. Die Leiche des Neugeborenen war auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses gefunden worden. Ins Visier der Ermittler rückte Susanne B. Wegen versuchten Totschlags muss sich die 26-Jährige jetzt vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, am 26. März 2014 den Säugling in der Badewanne zur Welt gebracht, ihn dann unversorgt in mehrere Badetücher und Folien gewickelt und in eine Sporttasche gepackt zu haben. Die Tasche versteckte sie in einer abschließbaren Box auf dem Dachboden.

Susanne B., die bereits dreifache Mutter war, hatte die Schwangerschaft wohl komplett negiert, obwohl sie mehrmals darauf angesprochen worden war. Auch die Aufforderung des Jugendamtes, einen Frauenarzt aufzusuchen und ein Attest vorzulegen, ignorierte sie. Als sie nach der Geburt ohne Babybauch aber auch ohne Kind in der Kita erschien, um ihren Sohn abzuholen, wurde man stutzig, informierte das Jugendamt und das die Polizei.

Bei der Durchsuchung der Wohnung räumte die Angeklagte den Beamten gegenüber dann auch ein, dass Kind in der Badewanne zur Welt gebracht und es in der Tasche auf dem Boden versteckt zu haben. Auch am ersten Prozesstag ließ sie sich ausführlich zur Tat ein. Allerdings wurde die Öffentlichkeit während ihrer Vernehmung von der Verhandlung ausgeschlossen. So kann über ein Motiv für die Tat nur spekuliert werden. Auch darüber, ob ihr Freund etwas über die Schwangerschaft wusste. „Der war sehr aufgeregt und uns gegenüber sehr aggressiv“, sagte eine Polizeibeamtin aus, die bei der Durchsuchung dabei war. Seine Freundin sei nicht schwanger gewesen und es habe auch keine Entbindung gegeben, hat er zu den Beamten gesagt.

Das kleine Mädchen habe, so die Staatsanwaltschaft, nach der Geburt gelebt. Aber hätte es, auch wenn sich die Mutter um das Kind gekümmert hätte, überlebt? Susanne B. hatte während der Schwangerschaft erheblich Drogen konsumiert, davon war auch das Baby betroffen. Inwieweit es dadurch geschädigt wurde oder möglicherweise sogar gestorben wäre, muss ein Gutachter erklären. Fest steht, in speziellen Kliniken, wie der Uniklinik Dresden, die sich auf drogensüchtige Mütter spezialisiert haben, hätte das Neugeborene bessere Chancen gehabt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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