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Proteste hatten Erfolg - Pulsnitz hat wieder Bibliothek

Proteste hatten Erfolg - Pulsnitz hat wieder Bibliothek

Die Stadt Pulsnitz ist weit über die Grenzen der Region als kulturelles Zentrum bekannt. Vor allem die Pfefferkuchen-Schauwerkstatt und die Ostsächsische Kunsthalle begründen diesen Ruf.

Um so größer war der Aufschrei, als bekannt wurde, dass ausgerechnet hier die Bibliothek ihre Pforten schließen soll.

Im September 2013 hatte der Pulsnitzer Stadtrat, einer Auflage der Rechtsaufsichtsbehörde folgend, die Absenkung des Zuschusses an die Kultur und Tourismus Pulsnitz gGmbH um 20 000 Euro beschlossen. "Wir sehen keine anderen Sparmöglichkeiten als die Schließung der Bibliothek, die Alternative wäre die Schließung des Pfefferkuchenmuseums und in Folge dessen die Auflösung der gGmbH", hatte Geschäftsführerin Sabine Schubert damals erklärt. Daraufhin sammelten Pulsnitzer Bürger mehr als 800 Unterschriften für den Erhalt der Bibliothek, allerdings zunächst ohne Erfolg. Zum Jahreswechsel wurde der Beschluss dann umgesetzt.

Die Proteste allerdings verstummten nicht, an einem runden Tisch wurde nach Lösungen für den Erhalt des Bibliotheksbetriebes gesucht. Im August 2014 - fast ein Jahr nach der Hiobsbotschaft zur Schließung - die erlösende Mitteilung: Die Stadtbibliothek bleibt erhalten! "Möglich machte dies die Dachsanierung am Haus Goethestraße 20a, in dem das Stadtmuseum untergebracht ist und in deren Folge der bisherige Sonderausstellungsraum als neues Domizil für die Stadtbibliothek nutzbar gemacht werden konnte", so Sabine Schubert.

"Gemeinsam mit dem Stadtmuseum und dem Café Marie bilden jetzt drei Einrichtungen ein kulturelles Begegnungszentrum unter einem Dach." Allerdings präsentiert sich die Bibliothek nunmehr in "verschlankter" Form - ein großer Teil des Bestandes wurde aussortiert, um die Unterbringung auf kleinerem Raum zu ermöglichen. Dafür kann man in der Bücherei jetzt sogar an Sonn- und Feiertagen schmökern - ein Novum in der Region.

Im Stadtmuseum wurde die Anordnung der Ausstellungsbereiche - Stadtgeschichte, Handwerk, Wäschemangel und historischer Fotosalon Kahle - verändert. "Seltene Stücke, die bisher im Depot aufbewahrt wurden, ergänzen die Präsentation", erklärt Sabine Schubert. Dazu zählt unter anderem das um 1900 mit der Laubsäge hergestellte Modell eines oberitalienischen Kartäuserklosters, das sich in zwei Kisten verpackt fand und in den letzten Wochen aufwändig saniert wurde. Das Café Marie schließlich sorgt für die kulinarische Abrundung des Bibliotheks- und Museumsbesuches.

Räumlich getrennt vom Stadtmuseum befindet sich am Marktplatz das Pfefferkuchenmuseum mit Schauwerkstatt, das seinen Bestand mit der 2200 Stücke umfassenden Pfefferkuchendosensammlung des Müncheners Manfred Liere bereichert. Ein weiteres kulturelles Highlight der in Pulsnitz ist die vom Ernst-Rietschel-Kulturring betriebene Ostsächsische Kunsthalle mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Künstler.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.10.2014

Uwe Menschner

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