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Progressiver Rückschritt - Die Elbland Philharmonie Sachsen und drei Solisten in Pirna

Progressiver Rückschritt - Die Elbland Philharmonie Sachsen und drei Solisten in Pirna

In die Gratulanten zum Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach reihte sich in ihrem jüngsten Philharmonischen Konzert in Pirna auch die Elbland Philharmonie Sachsen ein, und das gespielte Werk war mitnichten die Dreingabe des Programms.

Vielmehr wurde die Idee des Jubilars zum Ausgangspunkt, vom Vorführen der Affekte zum Gestalten privater Gefühlsregungen zu gelangen. In Bachs Sinfonie D-Dur, der ersten der "Hamburger Sinfonien", durchdrangen Dirigent Christian Voß und das Orchester die Modernität von dessen Tonsprache mit ihrem Wechselspiel aufbrausender und introvertierter Abschnitte in leichter, lichter Auffassung, die nachdrücklich die Gegensätze heraushob. Dankbar konnte man bemerken, dass ein "normales" Sinfonieorchester einmal etwas aufführte, das derzeit meist von Spezialisten der Alten Musik dargeboten wird.

Der Sinfonie nicht unähnlich im kammermusikalischen Gestus war das folgende Tripelkonzert C-Dur für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester Ludwig van Beethovens. In der Korrespondenz zwischen Solisten und Orchester, aber auch der Instrumente untereinander, ergab sich hier ein sinnfälliges Gegenüber zu Bach. Bestens aufeinander bezogen und in der Auffassung verwandt zeigten sich Sayako Kusaka (Violine), Peter Bruns (Violoncello) und Mirella Petrova (Klavier). In der Zurücknahme des Orchesters hielt Voß stets die Balance zum Solistentrio.

Im intensiv gestaltenden, in den Nuancen immer reichen und dabei markanten Spiel ließ Peter Bruns die Themen im Largo wie im Rondo wachsen. Die beschwingte Lesart des letzten Satzes pendelte zwischen burlesken Momenten und einer verfeinerten Sicht, im energischen Schluss war die Wirkung des Konzertes schön gebündelt. Das Solistentrio erhielt dafür ausgesprochen langen und herzlichen Applaus.

Mit Brahms' Sinfonie Nr. 4 e-Moll schloss sich der Kreis des Programms insofern, dass der Komponist sich in der schwierigen Nachfolge Beethovens sah. Dem Thema des Abends unter der Überschrift "Tönende Formen - Tripelkonzert" hätte dennoch ein weniger emotional wuchtiges, dafür Bach und Beethoven verwandt geistreiches Werk als besserer Abschluss gedient. Zumal die Opulenz der Brahms-Sinfonie in ihrer Ideenfülle fast als Schritt zurück wirkte. Nach etwas geradlinigem Beginn formte Christian Voß viele Details des ersten Satzes gut aus und vermittelte den Ernst des Andante moderato, ebenso das gebrochene Launige des dritten Satzes ohne Übertreibung. Wie um den Anspruch auf große Emotionen zu erfüllen, reichte Voß mit dem Orchester dann im Finale die Dramatik umso drängender nach. Hier blieb eine Kluft vor allem zur Idee der filigraneren Tonsprache im ersten Teil des Konzerts.

iMDR Figaro sendet die Aufzeichnung des Konzerts in Riesa (27. April) am 29. April, 20.05 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.04.2014

Hartmut Schütz

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