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Pro-Asyl-Demo in Freital verläuft friedlich - Polizei hält Neonazis auf Distanz

Pro-Asyl-Demo in Freital verläuft friedlich - Polizei hält Neonazis auf Distanz

Rund 300 Asylbefürworter haben am Freitagabend in Freital für Weltoffenheit und Toleranz demonstriert. Der Demo-Zug bewegte sich friedlich von Potschappel bis nach Deuben, wo die Teilnehmer zu einem Straßenfest der Organisation für Weltoffenheit und Toleranz Freital und Umgebung stießen.

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Rund 300 Asylbefürworter demonstrieren in Freital für Weltoffenheit und Toleranz.

Quelle: DNN

Während der Demo versuchten immer wieder Neonazis, den Aufzug zu stören. Bereits zu Beginn hatten sich vor der Freitaler "Timba"-Bar gegenüber dem Sammlungsort zahlreiche Rechtsextreme mit viel Alkohol versammelt. Es blieb aber bei verbalen Bedrohungen entlang der Polizeiabsperrung. Auf Seiten der Rechtsextremen stand auch der Anwalt Jens Lorek, der als Rechtsvertreter von Pegida bekannt geworden war. Lorek versuchte mehrfach, Fotografen bei ihrer Arbeit zu stören.

Als der Demo-Zug gegen 19 Uhr startete, wurde die Arbeit für die Polizei stressig. Denn auf der Route entlang der Dresdner Straße versuchten immer wieder Neonazis, auf die Route zu gelangen. Die offiziell 340 Beamten aus Sachsen, Thüringen, Brandenburg und der Bundespolizei sperrten alle Seitenstraßen ab und drängten mehrfach Neonazi-Grüppchen zurück. Zahlreiche Freitaler beobachteten und filmten das Geschehen von ihren Wohnungen aus, teils laut pöbelnd.

In Höhe der "Huschhalle" zeigte ein betrunkener Mann den Hitlergruß, seine Personalien wurden festgestellt. Ein anderer Mann bedrohte die Demo mit einer abgebrochenen Glasflasche. „Es gab die bei solchen Demonstrationen üblichen Wortgefechte“, sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht, aber Festnahmen seien zunächst nicht nötig gewesen. Augenzeugenberichte, wonach die Asylbefürworter mit einer Flasche beworfen wurden, prüfte die Polizei am Abend noch.

Auf dem Freitaler Neumarkt stieß die Demo dann zum Bürgerfest, an dem letztlich rund 400 Menschen teilnahmen, darunter auch Bewohner der Freitaler Asylunterkunft, dem Hotel "Leonardo" am Langen Rain. Dort sollte das Fest ursprünglich stattfinden. Doch das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatte angeordnet, dass die Veranstaltung verlegt werden müsse. Es begründete seine Entscheidung damit, „dass eine unmittelbare Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bestehe, weil die erforderlichen Not- und Rettungswege für die Gemeinschaftsunterkunft mit knapp 400 Plätzen […] nicht in dem erforderlichen Umfang freigehalten werden könnten“.

Das Verwaltungsgericht Dresden bestätigte am Abend die angeordnete Verlegung. Grund dafür sei die Gefahr eines gewaltsamen Zusammentreffens verschiedener Lager gewesen. Es stünde zu befürchten, dass „Leib und Leben von Versammlungsteilnehmern, Polizeibeamten, unbeteiligten Bürgern oder Bewohnern der Gemeinschaftseinrichtung gefährdet sein könnten“. Das Gericht betonte jedoch, dass es aufgrund der knappen Zeit nur die widerstreitenden Interessen habe abwägen können, also Demonstrationsfreiheit und freie Wahl des Veranstaltungsortes gegen das Gefährdungspotenzial.

Die Stimmung in Freital blieb bis zum späten Abend angespannt. Zahlreiche Neonazis sammelten sich in Sichtweite des Bürgerfestes, mehrfach waren Böllerschüsse in der einbrechenden Dunkelheit zu hören. Trotzdem blieb nach ersten Angaben bis zum Veranstaltungsende bei der Abreise der Demo- und Bürgerfest-Teilnehmer alles friedlich.

Am frühen Abend besuchte auch Fernsehmoderator und Publizist Michel Friedman Freital. Er sei als Journalist gekommen, um Interviews für eine Reportage zu führen, berichteten Augenzeugen. In einem Interview sprach Friedman von einer „Angst vor Fremdem“ in Freital.

DNN

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