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Prinz zur Lippe warnt vor Imageverlust durch Weinskandal

Weinbaugebiet Sachsen Prinz zur Lippe warnt vor Imageverlust durch Weinskandal

Georg Prinz zur Lippe warnt angesichts der nicht enden wollenden Affäre um Rückstände des verbotenen Pflanzenschutzmittels Dimethoat in sächsischem Wein vor einem dauerhaften Imageschaden für den sächsischen Weinbau. Der Inhaber des Meißner Prädikatsweinguts Schloss Proschwitz mahnt eine zügige und ehrliche Aufklärung an.

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Kellermeister Jacques du Preez hofft, mit der neuen Basislinie Weinhaus Prinz zur Lippe im Ausland und bei Weinneulingen punkten zu können.

Quelle: Lars Müller

Meißen. Georg Prinz zur Lippe warnt angesichts der nicht enden wollenden Affäre um Rückstände des verbotenen Pflanzenschutzmittels Dimethoat in sächsischem Wein vor einem dauerhaften und überregionalen Imageschaden für den hiesigen Weinbau. Der Inhaber des Meißner Prädikatsweinguts Schloss Proschwitz mahnt eine zügige und ehrliche Aufklärung an, die keinerlei Zweifel an der redlichen Arbeitsweise der allermeisten Winzer hinterlassen dürfe. Obwohl Schloss Proschwitz nicht mit dem Weinskandal im Zusammenhang stehe und dies durch amtliche Laboranalysen lückenlos beweisen könne, spüre das Weingut beim Absatz eine gewisse Verunsicherung der Kunden, unter anderem aus der Gastronomie. Insbesondere ärgert zur Lippe, dass die Winzergenossenschaft Meißen unter der Marke „Winzer Meißen“ agiert. Die Genossenschaft ist der größte Geschädigte des Weinskandals. Der Unternehmer fordert, die finanziell angeschlagene Genossenschaft müsse erhalten werden, weil ihre Klein- und Kleinstwinzer für die Kulturlandschaft mit den zahlreichen unrentablen Steillagen unersetzlich seien.

Schloss Proschwitz versteht sich nach Angaben des 1. Kellermeisters Jacques du Preez als Markenbotschafter für sächsischen Wein. Man hole Weinfreunde nach Sachsen und werbe dabei auch für die vielen kleineren Weingüter entlang der Elbe. Der gebürtige Südafrikaner plädiert dafür, dass sich die Weingüter auf für sie wichtige Rebsorten konzentrierten und daraus perfekte Weine machten. Proschwitz lege den Schwerpunkt auf Weiß-, Grau- und Spätburgunder. Zudem würden in diesem Jahr erste komplett in Zadel hergestellte Sekte auf den Markt gebracht, bisher hat man die eigenen Weine außerhalb Sachsens versekten lassen. Mit dem Weinhaus Prinz zur Lippe wurde eine neue Basislinie geschaffen, um neue Kunden zu akquirieren – auch im Ausland. Bisher liegt der Exportanteil von Proschwitz bei knapp sechs Prozent. Die etwas preiswerte Einsteigerlinie aus zwei Cuvée-Weinen und einem Sekt läuft außerhalb der strengen Kriterien des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) und macht zunächst etwa zehn Prozent der Gesamtmenge aus. Damit hält sich Proschwitz zugleich die Option offen, in Jahren mit schlechtem Ertrag auch zugekaufte Trauben verarbeiten zu können. Derzeit werde aber komplett darauf verzichtet, betonte du Preez. Stattdessen landeten etwa Trauben von jungen Rebanlagen darin, die noch nicht den eigenen Qualitätsansprüchen ans gutseigene VDP-Sortiment entsprechen, sagte Außenbetriebsleiter Walter Beck. Derzeit würden Teile der 98,6 Hektar Rebfläche verjüngt, einige Anlagen stammten noch aus DDR-Beständen. Bei den Rebsorten werde man sich vom Dunkelfelder, der nur als Verschnittwein genutzt wurde, komplett trennen. Ob völlig neue Sorten gepflanzt werden, wolle man noch prüfen. Chardonnay könnte demnach eine Option sein. In den kommenden Tagen wird am Proschwitzer Weinberg neuer Weiß- und Grauburgunder gepflanzt. Die Flächen lagen anderthalb Jahre brach. Roter Elbling sei bereits neu aufgerebt worden. Diese Rebsorte, die einst die Römer an Rhein und Mosel brachten, eignet sich für Sektgrundweine und frische Trinkweine mit knackiger Säure.

Von Lars Müller

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