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Pressenhaus der Hoflößnitz wird Ende Mai eingeweiht

Radebeul Pressenhaus der Hoflößnitz wird Ende Mai eingeweiht

Die 1,5 Millionen Euro teure Sanierung des Pressenhauses der Hoflößnitz ist ein wichtiger Schritt zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Stadtweinguts. Ende Mai wird die Fertigstellung als „Zentrum der sächsischen Weinstraße“ gefeiert.

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Hoflößnitz-Chef Jörg Hahn inspiziert das Eichenlaminat, das im künftigen Veranstaltungsraum verlegt wird.
 

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul.  Für das Radebeuler Stadtweingut Hoflößnitz könnte es in diesen Tagen kaum besser laufen. 65 000 Liter Wein hat man vor kurzem abfüllen können – die erste ordentliche Ernte nach dem großen Aufrebprogramm, bei dem fast die gesamten zehn Hektar Rebfläche saniert wurden. Dazu hat man als Sachsens einziges Ökoweingut mit dem Giftweinskandal, der derzeit für Verunsicherung unter Weinfreunden sorgt, überhaupt nichts zu tun. Wenn überhaupt, dann ist die Entwicklung ein Argument mehr, die frisch im Weingut abgefüllten Weine der pilzwiderstandsfähigen Sorten (Piwi) wie Johanniter oder Cabernet Blanc zu wählen. Über diese „Generation Piwi“ klärt ein kürzlich erschienener Flyer auf, den das Weingut herausgebracht hat. Wichtiger Wendepunkt in diesen Tagen ist aber etwas anderes: Ende des Monats wird das sanierte Pressenhaus als „Zentrum der sächsischen Weinstraße“ eröffnet.

Das soll künftig so etwas wie der weintouristische Nabel der Region sein, für das Stadtweingut ist es aber vor allem einer der letzten Bausteine für die zunehmende wirtschaftliche Eigenständigkeit des Gesamtkomplexes aus GmbH, die das Weingut betreibt, und Stiftung, die das historische Gebäudeensemble erhält. Fungiert doch das neue Pressenhaus nicht nur als Empfangszentrum, in dem zentrale Anlagen wie behindertengerechte Toiletten und eine Tourist-Info mit Spezialisierung auf Weintourismus gelegen sind. Auch ist dort der für ein Weingut nicht ganz unwesentliche Weinverkauf untergebracht, in dem allerdings auch Weine anderer sächsischer Winzer zu bekommen sind, wenn diese es wollen. Wesentlich ist allerdings, was sich im der oberen Etage abspielen wird. Dort haben die Bauarbeiter einen schmucken Veranstaltungsraum eingebaut, der je nach Bestuhlung 80 bis 120 Menschen Platz bietet.

Hoflößnitz-Chef Jörg Hahn eröffnen sich dadurch künftig ganz neue Einnahmemöglichkeiten. Ab Juni habe man im Prinzip jedes Wochenende Einmietungen, vor allem für private Feiern und Hochzeiten, sagt er. Das schafft eine beständige Einnahmequelle, mit der sich die witterungsabhängigen Schwankungen im Weinbau besser abfangen lassen. Das im Gästehaus in zwei Ferienwohnungen und vier Zimmer insgesamt 18 Personen übernachten können, macht den neuen Raum für Gesellschaften mit weitgereisten Mitgliedern attraktiv. Dabei ist der Raum, der zur Weinbergseite neue Fenster mit Blick auf Spitzhaus und Goldenen Wagen erhalten hat, schon an sich eine Attraktion. Die bisher für Veranstaltungen genutzten Räume im Lust- und Berghaus, die nicht beheizt und aus konservatorischen Gründen nur eingeschränkt genutzt werden können, bleiben dagegen nur wenigen Ausnahmen, etwa den Konzerten der Kammermusikreihe vorbehalten.

Als letzter wirtschaftlicher Baustein beim Hoflößnitz-Umbau fehlt nun eigentlich nur noch eine Sanierung und anschließende Verpachtung der Gaststätte, die allerdings auf die lange Bank geschoben wird. Es ist erklärtes Ziel von Stadt und Weingut-Chef Hahn , als nächstes das Kavalierhaus zu sanieren, wo dann die Ausstellung zur Weinbaugeschichte einziehen soll. „Vorher müssen wir hier aber erst einmal zur Ruhe kommen“, sagt Hahn. Es wird also noch dauern, bis dieses Projekt spruchreif ist.

Man kann Hahns Bedürfnis nach Ruhe verstehen, ist doch mit der Sanierung des Pressenhauses auch die Gestaltung des Hofareals verbunden. An den wildesten Tagen war dafür der gesamte Hof aufgegraben, weil neue Leitungen gezogen werden mussten. Nun soll zu Pfingsten wieder die Bewirtschaftung der Kastanienterrasse beginnen. An Haus und Hof stehen dann nur noch Restarbeiten an, ehe am Wochenende vom 28./29 Mai die Fertigstellung mit einem großen Hoffest gefeiert wird. Das ist eine Woche später als zuletzt gedacht, was mit Schwierigkeiten im Baugeschehen begründet wird. Die Kosten bleiben allerdings bei 1,5 Millionen Euro, sagt Hahn. Etwa 800 000 Euro davon kommen aus einem Tourismusfördertopf.

Besucher werden dann im neuen Weinstraßenzentrum mit einer weißen Wand konfrontiert, auf die ein Bild der Weinstraße projiziert wird. Nach und nach werden dort Informationen zu allen Weingütern, Rebsorten und Veranstaltungen hinterlegt, die über zwei Tablets abgerufen werden können. Dazu wird an den Wänden jedes Weingut mit Bild und Weinflasche vorgestellt. Der Tresen im Empfangsraum dient gleichzeitig zur touristischen Beratung und zum Weinverkauf. Hahn kann sich vorstellen, dass die Hoflößnitz damit künftig zu einem Ausgangspunkt für Reisegruppen wird, die die Weinbaulandschaft erkunden wollen. Das würde die Besucherzahl von derzeit rund 22 000 im Jahr, davon 6000 im Museum, deutlich erhöhen helfen. Die wirtschaftliche Zukunft der Hoflößnitz sieht rosig aus.

Von Uwe Hofmann

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